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Bandologie-Interview mit dem erfolgreichen Musikproduzenten Kristian Nord aus Los Angeles

Tipps für angehende Profi-Musikproduzenten, direkt aus der Praxis.

28. Juli 2010

»Liebe Musiker,

heute gibt es ein inspirierendes Interview mit dem Musikproduzenten Kristian Nord für euch.

Kristian gelang, was nur wenige in der Musikerszene schaffen: Vom Schlagzeuger einer Underground-Band in Lüneburg (bei Hamburg) wurde er zu einem erfolgreichen Musikproduzenten, der für international erfolgreiche Stars Musik produziert ... und in seiner Freizeit regelmäßig am Strand von Los Angeles surfen geht, der jetzt direkt vor seiner Haustür liegt.

Foto: Kristian Nord | © Kristian Nord www.kristiannord.com
Über Kristian Nord:
Kristian Nord lebt als erfolgreicher Komponist, Musikproduzent und Studioschlagzeuger in Los Angeles. Die Produktionen, an denen Kristian mitgewirkt hat, verkauften sich über 6 Millionen mal. Unter anderem komponierte und produzierte er für Tokio Hotel, schrieb gemeinsam mit Brian Johnson (Sänger der legendären Band AC/DC) für das Album “Harem” von Sarah Brightman und produzierte Musik für den Soundtrack “Almost Alice” (Soundtrack zum Film “Alice in Wonderland” mit Johnny Depp; Disney Music Group, Buena Vista Records). Zudem arbeitete er mit Elton John, Chris De Burgh, Ronan Keating, Terence Trent D’Arby der Kult-Band AFI.

Linkin Park aus Lüneburg!? So hörte ich das erste Mal 'Kristian Nord':
Im Jahr 2000 sendete mir eine Freundin von der Plattenfirma 'Edel Records' ein Album: "Hier, eine neue Band von uns, da musst du unbedingt mal reinhören!" ... Kurz zuvor schlug erstmals "Linkin Park – Hybrid Theory" bei uns im Büro bei Warner Music auf, wo ich damals Praktikant war. "Hybrid Theory" war 'das neue, große Ding' ... der Sound und das Produktionsniveau zu dieser Zeit: einmalig. Ich fuhr mit meinem 'Discman' (damals üblich: ein tragbarer CD-Player) nach hause und hörte mir das Album "No Blue Peril" der Band JAW an: Dieser Sound, die Grooves, das Songwriting und dieser Sänger ... ich legte "Hybrid Theory" erstmal beiseite! JAW waren cooler. Das Album von JAW fegte mich völlig weg und begeistert mich bis heute. Als ich im Booklet las, dass die Band aus Deutschland kam, konnte ich es kaum glauben. So etwas hatte ich von einer deutschen Band noch nie gehört. Daraufhin sah ich die Band zwei Mal live (im Logo und in der Prinzenbar). Wie immer achtete ich – als Drummer – auf den Schlagzeuger der Band. Kurz zuvor hatte ich einige der weltbesten Schlagzeuger beim 'World Drum Festival' betreut und live gesehen (für die Drummer und Musikfreaks unter euch: dort traf ich unter anderem Sonny Emory und Andy Gangadeen) ... dieser Kerl an den Drums der Band JAW konnte da mithalten und spielte in einer unbekannten Elektro- / Rock- / Pop-Band aus Lüneburg ... ich hörte: Kristian Nord.«



1. Nils Kolonko:
» Hallo Kristian,
viele Musiker und Produzenten würden gern das erreichen, was du erreicht hast: Aufträge für international erfolgreiche Künstler, Wohnort im sonnigen Los Angeles. Was waren für dich die wichtigsten Stationen vom Schlagzeuger in Lüneburg zum Erfolgs-Songwriter und -Produzenten in L.A.?«


Kristian Nord:
»Hallo Nils,
danke erstmal fuer die schöne Einleitung. Ich freue mich immer sehr darüber wenn ich Leute mit meiner Musik und Auftritten begeistern kann. Das ist die schönste Belohnung fuer meine Arbeit. Ich bin in Münster aufgewachsen und spiele Schlagzeug seitdem ich zehn Jahre alt bin. Ich hatte einige eigene Bands und spielte bei Lokalmatadoren wie "Roger Trash", bei dem ich gelernt habe was Rock 'n' Roll wirklich ist. Viel über das Schlagzeug habe ich von Ben Bönninger gelernt, bei dem ich lange Unterricht nahm und mit dem mich bis heute gut befreundet bin. Nach dem Zivildienst ging ich nach Hamburg, wo ich Sebastian und Pascal von JAW traf (Anmerkung von Nils: Näheres zu Pascal Finkenauer, siehe Bandologie-Interview mit Wolfsheim-Gründer Markus Reinhardt) und wir unser erstes Album zusammen aufnahmen. Ich fing neben der Band an bei zahlreichen Produktionen für Peter Hoffmann zu arbeiten, dort lernte ich mein "Produzentenhandwerk": Schreiben, programmieren, aufnehmen, editieren, mischen, etc. 2001 trennte ich mich von JAW und konzentrierte mich auf die Studioarbeit. Um diese Zeit fing auch die Zusammenarbeit mit Frank Peterson an, mit dem ich an Sarah Brightman und vielen anderen Projekten arbeitete. 2005 fasste ich den Entschluss meinen Hauptwohnsitz nach Los Angeles zu verlegen. Dort komponierte ich die ersten zwei Jahre fast aussschliesslich Werbemusik. Seit 2006 bin ich bei Tokio Hotel involviert ... das war die Kurz-Bio ...«


2. Nils Kolonko:
»Ich habe mir die aktuellen Autoren-Vermerke von Tokio Hotel (Album: “Humanoid”) angesehen. Natürlich sind dort Peter Hoffmann, David Jost und Pat Benzner (die schon im Team waren, als die Band noch Devilish hieß), sowie Bill und Tom Kaulitz gelistet. Zudem Dave Roth, der schon beim Album 'Schrei' mit schrieb; u.a. bei 'Durch den Monsun'. Alle weiteren Schreiber und Produzenten sind seit Jahren oder Jahrzehnten etabliert; ein 'Best Of' der amerikanischen Produzenten-Szene: The Matrix (extrem erfolgreiches Produktionsteam, die schon u.a. Avril Lavigne produzierten), Desmond Child (u.a. Bon Jovi, Alice Cooper, Kiss, Cher, Dream Theater), Jonathan Davis (Korn), Guy Chambers (Robbie Williams), Martin Kierszenbaum (Sting, Lady Gaga, Head of A&R, Interscope Records), ... und du: Kristian D. Nord. (Keine weiteren Schreiber / Produzenten.)

Frage: Wie schafft man es als relativ junger Produzent in ein solch etabliertes Team zu kommen? Wie lief das bei dir? Welche Tipps kannst du angehenden Musikproduzenten geben?«


Kristian Nord:
»Wie so oft hat das immer ein wenig mit Glück zu tun. Ich kam ja bei Tokio Hotel dazu als das Projekt schon mega erfolgreich war, verbuche den Erfolg dementsprechend nicht bei mir, bin aber froh meinen kreativen Input bei einem Projekt dieser Größenordnung geben zu dürfen und den Sound der Band mitzugestalten.
Pat Benzner, mit dem ich schon über zehn Jahre arbeite und gut befreundet bin hat mich in das Team geholt. Als "Scream" dann in Amerika so erfolgreich wurde und die Band als erste deutsche Band einen MTV Award bekam haben wir den Hype genutzt um Leute mit ins Boot zu holen, die wir selbst sehr verehren. Das hatte mehr mit Spaß und Kreativität zu tun als mit Business.
Ich glaube, den besten Tipp den ich jungen Musikern und Produzenten geben kann ist nicht zu schnell zufrieden zu sein. Ob ein Desmond Child in Amerika oder ein Andreas Herbig in Deutschland: Was sie verbindet ist, dass sie erst aufhören wenn sie hundertprozentig zufrieden sind, auch wenn das bedeutet, zwei Tage nach dem richtigen Wort zu suchen oder nach 3 Tagen Mixing Session alle Fader wieder auf Null zu ziehen und von vorn anzufangen.
Durchhaltevermögen und Leidensfähigkeit sind auch wichtig. Ich habe in meinen Zwanzigern (jetzt bin ich 33) viel umsonst gearbeitet um Türen zu öffnen und gehe nach wie vor ohne zu überlegen in Vorleistung wenn ich von einem Künstler überzeugt bin. Wenn man dann konstant gut arbeitet wird man auch Erfolg haben.
Allerdings muss man sich auch realistisch einschätzen können. Ich zum Beispiel weiß, dass ich nie im Leben ein so guter und schneller Texter werde wie Dave Roth oder Ryan Tedder. Man sollte sich immer kritisch durchleuchten, sich dann auf seine Stärken konzentrieren und versuchen diese zu optimieren. Nach oben ist immer Luft zur Verbesserung.«


3. Nils Kolonko:
»Du hast am Erfolgs-Album "Harem" von Sarah Brightman sowie am Live Album "The Harem World Tour - Live From Las Vegas" mitgearbeitet. "Harem" erreichte in mindestens vier Ländern Gold-Status und ging auf Platz 1 der U.S. Billboard Top Classical Crossover Albums. Was hast du an dem Album konkret gemacht und wie kommt man an solche Jobs mit internationalen Top-Stars?«


Kristian Nord:
»Ich habe 2001 mit Sarah's Schwester, Amelia, gearbeitet, die auch eine hervorragende Sängerin ist. Sarah und Frank Peterson haben meine Songs gehört und mich gefragt, ob ich Lust habe beim nächsten Album mitzuschreiben. Daraus ist dann eine langjährige Beziehung geworden, in der ich bis zum letzten Studio-Album "Symphony" geschrieben, arrangiert und produziert habe. Frank ist ein großartiger Produzent von dem ich viel gelernt habe und er ist sehr umtriebig, man muss immer damit rechnen, dass er morgen anruft und die nächste revolutionäre Idee am Start hat.«


4. Nils Kolonko:
»Auf deiner Webseite gibst du als Angebote "Music", "Music Videos" und "Commercials" an. Frage 1: In welchen Fachbereichen / Funktionen wurdest du bisher als Freiberufler gebucht?«


Kristian Nord:
»Ich habe eigentlich bis vor 5 Jahren nur im Platten-Business gearbeitet. In LA hatte ich dann meine erste Berührung mit der Werbemusik. Ich arbeite eng mit der Agentur GlueAudio zusammen. Die Werbemusik-Produktion funktioniert ganz anders als die Plattenproduktion. Der Turnaround ist viel schneller und man muss schneller und unter extremem Druck zum Ergebnis kommen. Es ist an der Tagesordnung, dass der Kunde einen Rocktrack anfragt und eine Stunde vor der Deadline anruft und sagt: Wir sind begeistert, aber wir brauchen das jetzt als R'n'B Version. Nach den fünf Minuten, in denen man dann den Kopf auf der Tastatur hat und mit der ganzen Welt hadert, reißt man sich zusammen und meistens klappt's dann auch noch.«

»Frage 2: Mit welchen Programmen und Soundmodulen arbeitest du hauptsächlich? Hast du ein paar Tipps / Empfehlungen für Leute, die sich im Profi-Bereich etablieren wollen?«


Kristian Nord:
»Ich arbeite mit Protools und Logic. All meine Programmings mache ich im Logic und all meine Audio Recordings im Protools. Die beiden Programme sind synchronisiert, laufen also gleichzeitig über einen Timecode ab, so dass ich beliebig aufnehmen oder Keys einspielen kann. Am Ende nehme ich alle Sequences im Protools auf um zu mischen. Grundsätzlich ist es erstaunlich, wie weit man heutzutage im Studiobereich mit einem überschaubaren finanziellen Investment kommt. Auch wenn ich finde dass Protools das professionellere Programm in Sachen Audio ist, kann man mit Logic auch super Ergebnisse erzielen. Wenn man dann noch einen guten Mic-Preamp, ein gutes Mic und einen guten Wandler (die Apogee Duet ist sehr gut im Preis-Leistungsverhältnis im unteren preislichen Sektor) hat, steht dem Hit eigentlich nichts mehr im Wege ;o)
... ansonsten bin ich ein großer 'Universal Audio'-Fan. Ich nutze die Plug ins in jedem meiner Mixe. [[Nachtrag vom 31.07.2010 per Email: „Hey Nils, vielleicht kannst du noch diesen Link zu meinem Statement zu den Universal Audio Plug-Ins packen: http://www.uaudio.com Cheers, Kristian“]]«


5. Nils Kolonko:
»Wie hast du deine Fähigkeiten als Schlagzeuger auf ein internationales Niveau gebracht? Wie verlief deine bisherige Laufbahn als Drummer? Hast du ein paar Tipps für angehende Profi-Drummer?«


Kristian Nord:
»Für mich stand die Musik immer im Vordergrund. Ich habe zwar in meinen Teenagerjahren sehr akribisch an meiner Technik und Koordination gearbeitet, Rudiments rauf- und runter geübt, für mich stand aber der Song immer an erster Stelle. Deshalb glaube ich, dass ich im Studio sehr schnell zu guten Ergebnissen komme, da ich die Gesamtheit des Songs sehe, mir unnötige Tricks spare und mich als Instrumentalist zurückstelle.
Trotzdem sind Technik und Timing für einen Schlagzeuger natürlich sehr wichtig. Ich habe viel Zeit mit dem Metronom verbracht. Glaub mir, meine Nachbarn hatten früher nichts zu lachen.
Grundsätzlich ist es heutzutage sehr schwer geworden nur mit dem Schlagzeugspiel seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wenn man nicht unterrichten will. Deshalb war für mich nach JAW klar, dass der Fokus auf dem Songwriting und der Produktionsarbeit liegt. Das Schlagzeug kam dann von selbst wieder zurück in mein Leben, indem mich Leute gefragt haben auf ihren Produktionen zu spielen, und ich bin sehr froh darüber, weil es für mich immer noch die reinste und direkteste Form des musikalischen Ausdrucks ist. Produzieren ist oft sehr analytisch.«


6. Nils Kolonko:
»Euer Sänger bei JAW, Pascal Finkenauer, kannte schon damals Peter Hoffmann und sendete ihm die JAW-Demos. Kurz darauf kam es zu dem Deal mit dem dänischen Label Mega Records, die dann mit Edel fusionierten. Wie kam es damals – 1998 / 1999(?) – zum Kontakt zwischen JAW und dir als Drummer?«


Kristian Nord:
»Ich kannte den damaligen Chef von Mega Records, Volker Neumüller. Volker wollte die Band signen, suchte aber noch einen Counterpart für die beiden anderen, jemanden, der zur Band passt und die nötige Live- und Studioerfahrung mitbrachte. Wir haben uns bei Peter im Studio getroffen und ich habe den Song "Raid" eingetrommelt, einer der zwei Songs die zu dem damaligen Zeitpunkt schon existierten. Wir haben sofort harmoniert, da ich eben nicht nur Drummer war, sondern auch damals schon mein eigenes Studio hatte und viel programmiert und produziert habe. Wir wollten etwas Außergewöhnliches auf die Beine stellen und hatten die selben Visionen. Auch live habe ich viel mit Loops und Samples gearbeitet, so hatte ich das damals bei noch keinem Schlagzeuger gesehen.« [[Anmerkung von Nils: ... hatte ich bis dahin auch nicht, deswegen fegten mich die Live-Auftritte von JAW damals so weg. Erstaunlich, wie massiv sich die Dinge seit dem Jahr 2000 geändert haben. Jetzt, nur 10 Jahre später, sind Loops und -Samples ein völlig normaler Bestandteil bei Livemusik.]]


7. Nils Kolonko:
»Was würdest du jemandem empfehlen, der ausschließlich vom Songwriting (Lizenzeinnahmen) leben möchte und wahlweise typischen Pop oder typischen R 'n' B schreibt?«


Kristian Nord:
»Oh, das ist schwer. Zunächst mal muss man unterscheiden: Beim Songwriting lebt man von Royalties die aus dem Copyright entstehen, Lizenzen bekommt man als Künstler oder Produzent für verkaufte CDs und Downloads. Bei mir und vielen anderen Songwritern/Produzenten geht das Hand in Hand. Wichtig ist dabei meiner Meinung nach heutzutage, dass die Demos einen sehr hohen Standard haben müssen. Das Demo muss die Entscheider in einer Plattenfirma wegblasen. Solche Leute können in den meisten Fällen nicht abstrahieren, was zur Folge hat, dass das Demo wie eine fertige Produktion klingen muss. Das ist zwar eine Menge mehr Arbeit, hat aber den Vorteil, dass man sich gleichzeitig auch als Produzent empfiehlt. Die Zeiten, in denen man einen Song nur mit Gitarre und Gesang vorspielt sind vorbei, es sei denn, es ist ein überdurchschnittlich guter Song um den niemand rumkommt ...« [[Vergleiche dazu: 1) Bandologie-Interview mit A&R-Manager Daniel Standke von der EMI, 2) Bandologie Buch-Tipp: "Six Steps To Songwriting Success" von Jason Blume]]


8. Nils Kolonko:
» Hast du weitere Interessen außerhalb der Musik oder sogar Dinge, die du nebenberuflich verfolgst? Wenn ja, für wie wichtig hältst du das als Musiker / Producer?«


Kristian Nord:
»Die einzige Sache, die ich neben der Musik noch mit Leidenschaft betreibe, ist das Surfen, einer der vielen Gründen, warum ich nach L.A. gezogen bin. Normalerweise stehe ich so gegen 6:30 auf und gehe zwei Stunden surfen bevor ich ins Studio fahre. Mit dem Surfen werde ich in diesem Leben kein Geld mehr verdienen, aber ich glaube dass es wichtig ist einen Ausgleich zu haben, etwas, bei dem man abschalten und die Batterien wieder aufladen kann. Oft kommen mir auf dem Wasser auch gute Ideen. Ich habe schon ganze Songs auf dem Surfboard geschrieben und bin dann wie ein Besessener nach Hause gerannt um ihn auf mein Diktiergerät zu singen und ihn nicht zu vergessen.«
Foto: Musikproduzent Kristian Nord beim Surfen in Los Angeles | © Kristian Nord www.kristiannord.com

9. Nils Kolonko:
»Auf der Visitenkarte eines deutschen Musikproduzenten sah ich einmal eine als Note notierte "Vierundsechzigstel-Pause". Er wollte damit zum Ausdruck bringen, wie sehr er für seine Kunden da ist und wie wenig Pause er bei seiner Arbeit macht. Er war damit nicht sonderlich erfolgreich; irgendwie ging dieses Konzept nicht auf. ... Im Gegensatz dazu ist insbesondere Los Angeles bekannt für eine bei vielen verbreitete 'Surfer-Guy-Mentalität'.
Frage 1: Was denkst du zum Thema "Arbeiten vs. Pause machen"? / Wie handhabst du das?«


Kristian Nord:
»Wie gesagt, ich versuche jeden Tag surfen zu gehen und mir eine gute Balance zwischen Job und Freizeit zu schaffen. Manchmal muss man aber auch einfach durchziehen. Meistens, wenn es beispielsweise in die Endphase einer Album-Produktion geht, muss man auch mal die Zähne zusammenbeissen. Dann gibt's auch mal zwei Monate kein Wochenende und kein Tag endet vor 10 oder 11 Uhr nachts. Meine morgendliche "Surf-Oase" lasse ich mir in den meisten Fällen aber nicht nehmen.«

»Frage 2: Welche weiteren Tipps hast du für 'mehr Power' bei der Arbeit als Musiker / Produzent?«


Kristian Nord:
»Ich finde es immer gut mit Partnern zusammenzuarbeiten. Alleine tut man sich manchmal schwer mit Entscheidungen und braucht jemanden mit frischen Ohren, zu zweit oder dritt alles geht etwas zügiger. Als Team ist man immer stärker, ob im kreativen oder geschäftlichen Part. Viel Musik hören ist auch gut. Ich versuche pro Woche mindestens drei neue Alben zu hören und ich schaue mir immer die Neuerscheinungen auf iTunes an, um mir Inspiration zu holen. Man kann nur mit dem arbeiten was man kennt und je größer der Erfahrunghorizont ist desto besser werden auch die eigenen Werke.«


10. Nils Kolonko:
» Was waren bisher die interessantesten Tipps und Tricks sowie Herangehensweisen, die du von anderen Produzenten und Musikern lernen konntest? Möglicherweise eine Aussage, die dich besonders beeinflusst hat?«


Kristian Nord:
»Puh, ich hab von so vielen tollen Menschen lernen dürfen, das wird schwer das in ein paar Faustformeln zu packen. Was mich sehr beeindruckt ist die natürliche Herangehensweise an Musik hier in den USA. Hier passiert mehr aus dem Bauch und da das musikalische Level aller Beteiligten sehr hoch ist kann man viele solcher aus dem Bauch gespielten Aufnahmen stehenlassen ohne großartig daran rumzueditieren. Dadurch bekommen die Produktionen 'ne Menge mehr Charakter und Leben.«


11. Nils Kolonko:
»Hast du schon weitere, spannende Projekte in Planung? Was wünschst du dir für deine Zukunft?«


Kristian Nord:
»Ja, ich produziere gerade einen neuen Act mit der wunderbaren Maya Singh, mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten. Ansonsten arbeite ich gerade an einem Elektro-Projekt mit Jan Löchel, großartiger Komponist und Sänger, der große Hits mit Guru Josh, ATB und vielen anderen hatte. Abgesehen davon bin ich sehr aufgeregt, weil ich dieses Jahr wahrscheinlich ein Filmprojekt vertonen werde. Filmmusik hat mich schon immer gereizt, ich wohne in der richtigen Stadt dafür und habe gerade einen sehr spannenden Streifen auf dem Tisch.«


Nils Kolonko:
»Kristian Nord … vielen Dank für das Interview.«




Mit diesem Beitrag beende ich diese Blogserie als "Doc Kolonko". Vielen Dank an MySpace Deutschland, speziell an Julian Schroll und Malte Behrens aus der MySpace-Marketing-Abteilung, für die freundliche Zusammenarbeit und für die Promotion der Bandologie- und 'Doc Kolonko'-Inhalte. Ab jetzt widme ich mich voll und ganz meinem neuen Buchverlag, Kolonko Books, mit dem ich das Buch, "Bandologie – wie man als Musiker seine Band zum Erfolg führt", in den nächsten Wochen neu veröffentlichen werde. Zudem arbeite ich an der Übersetzung, um eine U.S.-Version des Buches zu veröffentlichen.

Vielen Dank auch für eure zahlreichen Feedbacks und an die über 12.000 Leser dieses Blogs! – ... bei www.bandologie.de/doc.html bleiben diese Beiträge und die Doc Kolonko-Ebooks dauerhaft online.

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Herzliche Grüße, euer
Nils Kolonko


Berlin, 28. Juli 2010

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