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Doc Kolonko Archiv

Antwort auf Musiker-Frage: "Sollten wir jeden Gig mitnehmen?"

11. März 2010
Liebe Musiker bei MySpace,

diese Woche fragt Bollzeck von der Band Dezibel Devils

"Sollten wir jeden Gig mitnehmen?"

Antwort von Doc Kolonko:

Hallo lieber Bollzeck,

ich gehe eure Email in guter Manier Stück für Stück durch:

Bollzeck: (Betreff der Email) Jeden Gig mitnehmen?

Doc: => Huh! Endlich mal eine spannende Frage? Niemand, der sich um seine Rechte oder so Sorgen macht, sondern ENDLICH mal 'business-mäßig' überlegt!? Coooool ... bin gespannt ...

Bollzeck: Hey Ho, wir finden deinen Service echt klasse und hilfreich. Wir überlegen gerade, Dein Buch zu kaufen ...

Doc: => Die Neuauflage ist seit gestern brandneu im Handel und ich bin bei Amazon schon wieder Nr. 1 in der Kategorie "Kulturmanagement". Bei Bedarf: http://www.amazon.de/gp/product/383705408X?ie=UTF8 &tag=bandologie-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=383705408X ... Ich gebe noch immer – persönlich – eine 180-Tage-Geld-zurück-Garantie. Bisher kam noch nie ein Buch zurück, seit 2008 ... und ich denke auch, das wird nicht passieren.

Bollzeck: Im Proberaum hatten wir neulich eine interessante Diskussion: Sollte man jeden Gig in der Heimatstadt mitnehmen oder lieber nicht.

Doc: => (Ohne weiter gelesen zu haben): Nein. Dieses Problem würde ich gedanklich anders angehen: Sorgt dafür(!), dass sich jeder Gig für euch lohnt, egal, was das für ein Gig ist. Das bedeutet: Merchandising, eigene Werbung, GENAUE Absprachen mit dem Veranstalter über die Konditionen, "Standing" (Gigs absagen, die ganz klar 'der totale Scheiss' für euch als Band WÄREN. Beobachtung: Erfolgreiche Bands spielen irgendwie – auf "magische" Weise ;) – in der Regel nur Gigs, die gut für die Band sind! ... In diesem Bereich kann man wesentlich mehr beeinflussen als die meisten Bands denken. Details und eine Fülle von Praxis-Tipps im Kapitel "Live-Auftritte, Merchandising und Spezialprodukte"

Bollzeck: Spielt man auch oft umsonst (also für Essen und Bier) oder lieber für Kohle?

Doc: => Es wird euch manchmal wenig anderes übrig bleiben; es gilt aber: Nur Gigs spielen, die euch als Band weiter bringen. Viele Bands spielen einfach "alles, was geht" ... diese Bands kommen aber meistens auch (örtlich) weit rum. Immer 'am gleichen Fleck' spielen lohnt aus verschiedenen Gründen nicht. Bitte dazu "The Whip" anhören und mal das GEMA-Modell für Live-Vergütungen nachvollziehen. ... Neben der für sich sprechenden Logik, die das sowieso mit sich bringt ... Hier, alles auf Video am Start: http://www.bandologie.de/gratis_infos_fuer_musiker/rock_the_biz.php#kapitel6-soll-ich-gema-mitglied-werden

Bollzeck: Sollte man "nur" für wohltätige Gigs ohne Gage spielen?

Doc: Welche Vorteile bringt euch das? Tendenziell würde ich sagen: nein; lasst den Schrott, seht eure Live-Performance als "Wert" an. Falls nicht sowieso schon vorhanden: MACHT eure Live-Performance SO wertvoll, dass ihr aus Gründen der Logik schon sagen müsst: "Nee, Alter ... wir kommen nicht ohne Geld. Wir sind etwas wert." Eine Band würde – in meiner persönlichen Wahrnehmung – an Wert VERLIEREN, wenn sie sich ständig 'unterm Wert' verkaufen.

Bollzeck: Wir haben uns gefragt, ob es auch nach Hinten losgehen kann, wenn man als Band "an jeder Milchkanne" spielt.

Doc: Ja, klar. Tausende von – erfolglosen – Bands beweisen, dass es NICHTS bringt "einfach alles was kommt" zu spielen. ErfolgREICHE Bands (auch unbekannte!) beweisen, dass man in der Regel mit Live-Gigs 1) Direkt Geld verdienen kann 2) Man seine eigenen Einnahmen durch Verkäufe auf Konzerten ca. verdoppeln kann. Bitte mehr Details dazu im Kapitel "Live-Auftritte, Merchandising und Spezialprodukte" dem Bandologie-Buch entnehmen ...!

Bollzeck: Besteht da nicht die Gefahr schwindener Publikumszahlen?

Doc: Ja, wie bei jeder Überflutung; klar.

Bollzeck: Bzw. kommt da nicht das Motto auf: "nimm die Band XY, die spielt für Lau"?

Doc: Na klar. UND zudem sinkt die Band wahrscheinlich in der Wahrnehmung der Veranstalter in ihrem Status. Stell dir mal vor, in der Stadt gäbe es Nutten, die "für umsonst" vögeln würden. ... Was würde man über die sagen? ... Nichts Gutes, nehme ich an. Wären die erfolgreich und wohlhabend? ... Eher nicht.

Bollzeck: Da sagt man sich doch auch "och nee, nicht die schon wieder. Hab die schon zig mal gesehen. Lass uns mal wo anders hingehen."

Doc: Ja, logisch.

Bollzeck: Die Verlockung ist für viele Bands doch recht groß, da es ja "Zuhause" viel leichter ist an Gigs zu kommen als in anderen Städten...

Doc: Bitte GEMA-Punkte-Plan checken; Kooperationen mit anderen Bands eintüten; WO du die Kontakte knüpfst und Leute von deiner Show begeistert sind ist eigentlich egal. "Zuhause" ist nicht das Entscheidende. Entscheidend ist "die Gewohnheit" dahinter. Ich kenne Bands, die spielen "aus Gewohnheit" immer wieder (gern) in den gleichen Clubs ... aber dann BUNDESWEIT, weil sie die Leute da schon gut kennen. Mein Tipp: Kontaktnetz auf bundesweiter Ebene ausbauen. NICHT immer zuhause spielen; das wäre Blödsinn. Immer daran denken, wo das nächste Geld herkommt und was der Gig der Band bringt. ... Einen Teil dieser "Argumente" könnt ihr selber mitbringen (Produkte auf Konzerten verkaufen), den anderen Teil erreicht ihr durch eine gewisse Standhaftigkeit (gesunde Einstellung / Vernunft in geschäftlichen Fragen). Von Veranstaltern, die euch ganz klar 'ausnehmen', solltet ihr Abstand nehmen, egal, welche Argumente (Wohltätigkeit etc.) dort vorgebracht werden. Ich, beispielsweise, gebe gern "ein paar"(!) Vorschuss-Lorbeeren und überzeuge (in der Regel) Musiker von Bandologie. ... Und auch davon, dass diese Sachen etwas wert sind. ... – Wenn ich merke, dass ein Musiker "immer weiter kostenlose Infos" ziehen will, dann sieht der meinen Mittelfinger (rein virtuell, natürlich) schneller, als er 'umsonst' sagen kann ... So würde ich das an eurer Stelle auch mit Veranstaltern machen!
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Übrigens, für alle Interessierten. Ein neuer Beitrag aus dem Bandologie-Newsletter, der auch für euch als Musiker und Bands interessant sein könnte:

www.bandologie.de/spam

... Dieses kleine Statement, oben, dürft ihr gern an Musiker-Kollegen weiterleiten, wenn es mal wieder eine Band 'zu gut' mit ihrer Promotion per Privatnachrichten und Emails meint. Die meisten klar denkenden Internetnutzer und -Anbieter werden sich meiner Meinung in etwa anschließen können.

Wo wir gerade dabei sind; schon älter, aber noch immer ein guter Tipp für Musiker, wie ich finde:

www.bandologie.de/thx

... Auch diesen Beitrag dürft ihr gern an andere Musiker weiterleiten. Möglicherweise ist das für einige der erste Schritt auf dem Weg zu einer wirkungsvollen Promotion für die eigene Musik.

In diesem Sinne, bis zur nächsten Woche!

Alles Gute und beste Grüße


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