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Liebe Musiker,

im Folgenden findet ihr ein von mir zusammengesuchtes "Best Of" meiner Beiträge aus einem Musiker-Forum. Diese Beiträge habe ich zur besseren Übersicht mit Überschriften versehen; ansonsten sind sie weder thematisch noch zeitlich sortiert. Nahezu alle hier geschriebenen Sätze und Absätze, die NICHT direkt unter der Zeile "Zitat von" stehen, sind von mir. In folgender Stellungname könnt ihr erfahren, weshalb ich mich in Foren dieser Art nicht mehr aufhalte und lieber auf meiner eigenen Webseite veröffentliche: Stellungnahme zum Thema Musiker-Foren.

Diese Unterseite von Bandologie.de dient im Wesentlichen als Möglichkeit, um entsprechend interessierte Musiker, die Begriffe aus dem Bereich 'Musikbusiness' in Suchmaschinen suchen, auf das für Musiker und Musikmanager interessante Angebot von www.bandologie.de aufmerksam zu machen. Du wirst diese Seite mit größter Wahrscheinlichkeit über eine Internet-Suchmaschine gefunden haben.

Mehr spannende Infos für Musiker findest du auf www.bandologie.de.


Rechtliche Hinweise zu diesem "Best of Nils_k": Bei allen hier bereitgestellten Darstellungen und Erklärungen handelt es sich um private Meinungen und NICHT um eine konkrete Rechtsberatung auf die man sich berufen könnte. Alles, was du möglicherweise auf Grundlage dieser hier bereitgestellten Informationen und Meinungsäußerungen unternimmst, tust du weiterhin auf eigenes Risiko. Insbesondere bei Rechtsfragen gilt: Obwohl ich in Teilbereichen der Musikwirtschaft gut informiert bin, bin ich KEIN Jurist und liefere hier KEINE Rechtsberatung, sondern äußere lediglich meine Meinung.

Die nicht von mir geschriebenen Passagen, in der Regel kurze Fragen oder Einwürfe, auf die ich dann im Detail Bezug nehme und Dinge erkläre, darf ich hier veröffentlichen, denn:
"13. (...) Darüber hinaus räumt der Nutzer Forumsteilnehmern und Dritten die einfachen Nutzungsrechte im Sinne des Urheberrechts an diesen Inhalten ein und gestattet, die Inhalte in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen." (Quelle). … Sowie: "Der Boardbetreiber kann nicht verhindern, daß Internetnutzer Beiträge aus dem Forum ganz oder teilweise kopieren und nach Gutdünken weiterverwenden. Daher muß das einfache Nutzungsrecht nicht nur den Nutzern dieses Boards sondern auch Dritten eingeräumt werden." (Quelle)

Für ein Feedback oder falls jemand der ehemaligen Forum-Kollegen seinen Benutzernamen hier entfernt haben möchte, erreichst du mich per Email: nils.kolonko[ätt]bandologie.de.



… Und los geht's:

Der beliebte 'Pressemappe gestalten'-Beitrag von Nils_k … wie man eine Bandinfo heutzutage gedanklich angehen sollte

04.03.2009 20:32:51

Hallo Illinäus,

Tipp:
zunächst mal finde ich, hat Xytras schon so ziemlich alles Relevante zu einer 'klassischen Bandinfo' gesagt.
Insbesondere die Hinweise mit dem Zweck und besonders auch der Zielgruppe würde ich dir noch einmal sehr an's Herz legen wollen.

Tipp:
Zudem kann ich dir auch meine hübsche und gut sortierte Linksammlung, "Nützliche Links für Musiker" empfehlen. http://www.bandologie.de/links.html Denn dort findest du unter anderem den Link zu "Kostenlos Werbetexten lernen". Diesen kleinen und kostenlosen Online-Workshop von Dr. Hans-Peter Zimmermann solltest du dir auf jeden Fall mal durchlesen, bevor du eure nächste Band-Info raus gibst.

Exkurs:
Jetzt aber mal zu etwas, dass mich wirklich schon lange beschäftigt. Wie lange? ... Seit 1994!

Das gute, alte Thema "Band-Info".

Seit meiner ersten, selbstgeschriebenen Band-Info, 1994 und meiner ersten, professionell geschriebenen Band-Info (als Praktikant für eine Plattenfirma, 2000), sowie nach einer Unmenge von Presse-Infos, die ich geschrieben habe, Künstler-Kurzbiografien und so weiter ...

Stelle ich mir ernsthaft die Frage: "Muss das noch sein?!"

Natürlich verstehe ich die Notwendigkeit, 'der Presse' die wichtigsten Infos rüber zu schieben. Und natürlich muss ein Konzertveranstalter einen kleinen, 'knackigen' Text bekommen, damit er die Stadtmagazine versorgen kann ... und so weiter.

Aber ich meine. Jetzt mal Hand auf's Herz:
Wen interessiert so eine "typische Band-Info" wirklich?

Und was erreicht man mit einer 'Info'? 1-2 Rezensionen in Magazinen?
Wozu führt das? 1-2 CD Verkäufe?
Eine Ankündigung in einem Stadtmagazin, Spalte 'Konzerte sonstige'? ...

Wir haben früher als Band so viel Wert auf eine 'gute Info' gelegt. Teilweise hatten wir Produktionskosten von damals 4-6 DM (also 2-3 Euro). PRO Mappe, natürlich.

Und dann sah ich kurze Zeit später, wie eine große Plattenfirma HAUFENWEISE Schwarz- weiß-Kopien an die Presse raus-schifft. Damals, 1999 / 2000 waren das MASSEN, die pro Woche an die Presse gingen.

Ich begann also zu überlegen: "DESHALB hatte auf unsere Infos als Band fast nie jemand reagiert. ... Die Journalisten werden, beziehungsweise wurden, völlig zugebombt. Selbst für unsere 'superteuren Farbkopien' hatte bei dieser Masse an Infos keiner ein Auge. Im Gegenteil: das wirkte eher so, als wenn wir als Band versuchen würden durch GELD, nicht durch EINE NEUE IDEE, irgendwie besser dazustehen, als die 'Profis'.

Diese Vorgehensweise senkte eher unseren 'Status' gegenüber der Presse, als dass sie ihn gesteigert hätte.

Auch ansonsten ... ohne, dass ich jetzt näher in's Detail gehen möchte, wie "Hans traf den Stefan damals im Jugendclub und die beiden bekannen zu musizieren", ... oder ein weiterer Klassiker: "Die semiprofessionell stark ambitionierte, junge Band begeistert ihr stetig wachsendes Publikum mit voller Power und ..."

... An dieser Stelle hört man auf zu lesen, wenn man in den Jahren zuvor schon mehrere hundert solcher Infos gelesen hat.
- - - - -
Ich frage mich daher ernsthaft: Fällt den 'neuen' Bands, heutzutage, denn wirklich nichts besseres ein, außer eine Art "so sind wir"-Zettel mit einem 'hübsch hingeschossenen' Gruppenfoto zu versenden?
Das ist einfach ... in der Regel ... völlig langweiliges Zeug!
- - - - -

Beispiel:
Dazu würde ich gerne einen Vergleich aus einer anderen Branche heranziehen. Diese Überlegung hatte ich mal kurz vor dem Einschlafen und finde diese Analogie sehr interessant!

Stellt euch mal bitte für einen Moment vor, ihr erhaltet eine solche Info von einem Fußball-Club. ... Oder von einer Bob-Mannschaft, oder einem Volleyball-Team. Und zwar keine "berühmten Vollprofis", sondern Kreisliga.

- - - - -
1. Hübsches Gruppenfoto. Alle sehen aus ... wie Sportler eben aussehen.
Wohlmöglich sogar ein Foto, bei dem die Sportler zwar Trikots tragen, aber in dem Moment gar nicht spielen, sondern 'wie die Hühner aufgereiht' für ein Foto posieren. Also eine Gruppe, durchschnittlich aussehender Leute ... in Sportkleidung.

2. Beschreibender Text: "Dieses und jenes Team spielt in der Regel die folgenden Aufstellungen, und mit den besonderen Spieltechniken sind sie besonders ... lalala ... ... Ihr Spiel-Stil lässt sich beschreiben als eine Mischung aus ... lalala der Mannschaftskapitän Kalle Meisenbein, genannt "Meibi", begeistert durch seine ... blabla... ... hervorragende Performance ... mitreißende Spielerlebnisse ... und seitdem der Stürmer Sven Bromsen an Bord der Mannschaft ist ... lalala ... ... zudem gab es bereits erste Erfolge in der Kreisliga xyz."

3. Kommende Spiele der Mannschaft sind: (Es folgt eine Liste)

4. Wenn sie die Mannschaft kontaktieren wollen. ... etc.
- - - - -

Selbst für den Fall, dass ihr euch für Kreisliga-Fußball interessiert. Oder Volleyball, oder was auch immer.

Ganz ehrlich: Wie spannend ist ein solcher TEXT über ein Sportler-Team?

Mal angenommen, sie liefern ein '1A-Foto', aber der Info-Text handelt noch immer von den 'Errungenschaften' des Mannschaftskapitäns und seinem besten Kreisliga-Kumpel?
Macht es schon etwas besser, aber ein 'gut druckbares, interessantes Foto' kann Heidi Klum euch mit ihren Top-Models auch bieten. Und sobald die sich im Bikini zeigen, sieht jedes Band-Foto ... von der Medienwirksamkeit her ... ziemlich schwach aus. Übrigens auch die Fotos von Profi-Bands.
- - - - -

Tipp:
Meiner persönlichen Meinung nach, sollte eine Band Entertainment bieten.
Und zwar von Anfang an.
Dazu gehören für mein persönliches Verständnis interessante Inhalte!
Etwas, das Heidi Klum's Model-Staffel nicht mit einem 15 Min. Fotoshooting erledigen kann! (Und dann auch noch ... in der Regel ... besser).
DAS ist in 'den Medien' nunmal die Messlatte. Ein 'tolles Bandfoto' (ohne weitere Inhalte) ... kann jede Model-Agentur besser. Unabhängig vom Stil, übrigens. Man könnte ja auch 'rockende' Models casten. Das AUSSEHEN einer Band ist ... nach meinen Erfahrungen, für dauerhaften Erfolg ABSOLUT ZWEITRANGIG.

... Phil Collins, Herbert Grönemeyer, Chris DeBurgh, Silbermond, The Darkness, Radiohead, Coldplay, ... um nur einige Beispiele für 'durchschnittlich aussehende, aber trotzdem sehr erfolgreiche Musiker' zu nennen. Freddie Mercury ... wäre noch einer.

Daher würde ich gerne mal zumindest die Überlegung in den Raum stellen, ob so eine "Band-Info" nicht auch anders gemacht werden kann!

Beispielsweise per Video. Oder in Form einer Audio-Präsentation. Oder als 'kleines Ereignis' auf einer Webseite. (Video + Text + Audio + persönliche Grußnachricht als MP3 an den Redakteur) ... oder sonstiges.

Ich behaupte mal, solange man trotzdem noch 'nebenbei' den 'Standard' (Papier, Foto) abdeckt, KÖNNTE man mit einer "Band-Info 2009" eine ganze Menge anderer Bands sofort abhängen! (Siehe dazu auch, "Wie man als Band durch Neuerungen seine Hörer begeistert". Ein PDF von mir: http://www.bandologie.de/innovationen.html )

Meiner persönlichen Meinung nach, sollten "moderne" Bands, also insbesondere junge Bands mal den 'Zeichen der Zeit' tief in die Augen blicken.
Kopiertes oder bedrucktes Papier und Foto-Abzüge versenden gehört ... für mein persönliches Verständnis ... in die "modernen Mittel" der 60er und 70er Jahre! Das ist ... finde ich ... Schnee von gestern!

Beispiel:
Nehmen wir als Beispiel das Jahr 1975. Sagen wir mal, eine junge, aufstrebende Band will ihre Partner darüber informieren, was sie für coole Musik spielen.

* Könnten sie ein Video drehen? Ja, aber würde, wenn sie es halbwegs vernünftig machen wollen, mehrere tausend Dollar kosten. Und sie müssten das auf großen, sperrigen Videokassetten oder sogar in Broadcast-Qualität auf extrem teuren Bändern versenden.
* Könnten sie eine Tonaufnahme versenden, auf der sie sprechen? Ja, aber sie müssten sich erstmal ein Studio mieten, oder müssten eine Möglichkeit haben, Tonbänder oder Kassetten zu kopieren und diese per Post zu versenden.
... Und so weiter.

Also, was werden sie machen? Sie werden sich einen Fotografen buchen und ein Papier-Schreiben aufsetzen, damit sie sich nicht in ZU große Unkosten stürzen.
- - - - - - - - -

Was ich damit sagen will:

Tipp:
Heute gibt es deutlich mehr Möglichkeiten, außer nur die "Papier und Foto"-Methode auf ein PDF zu adaptieren und online zu stellen. Das ist zwar schon ETWAS neuer ... aber das ist "70er Jahre, kurz umgewandelt"! Die IDEE dazu ... ist alt. Und zwar seeeeehr alt. Und entsprechend abgelutscht.

Heute gibt es ... finde ich ... NEUE Möglichkeiten. Bands könnten ... finde ich ... NEUE Ideen entwickeln, wie sie nicht nur eine "sachliche Info", sondern geradezu ein emotionales Feuerwerk an ihre künftigen Geschäftspartner schicken!

Meine erste Idee dazu wäre, sich einen Camcorder zu besorgen und einen Filmstudenten, oder sogar für eine 'Beratung' einen professionellen Video-Regisseur anzurufen, für ein / zwei Stunden zu buchen, oder ähnliches.
Und dann einige Live-Mitschnitte, Proberaum-Eindrücke, persönliche und 'geile' / amüsante Statements der Musiker ... und so weiter.
Einen richtigen kleinen Werbefilm drehen. ... Und ich meine ebenfalls JENSEITS der typischen "EPK"-Standards. ... Denn auch diese Dinger kommen meistens ziemlich einfallslos rüber.
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In der Hoffnung, vielleicht die eine oder andere Band zum 'in Betracht ziehen' dieser 'neuartigen' Möglichkeiten motiviert zu haben ...

Alles Gute und beste Grüße
Nils

P.S.: Eine nächste Frage wäre dann noch, nicht die Art des Medium, sondern welche Infos verbreitet man dort eigentlich! Also die Inhalte.
Beispielsweise müsste eine gute Band einem Konzertveranstalter die Sache mit völlig anderen Infos schmackhaft machen, als einem Zeitungs-Redakteur! Und wiederum völlig andere Infos interessieren eine Plattenfirma oder einen Vertrieb! ... Da sind wir TEILWEISE wieder bei dem Thema "Zielgruppe". Aber auch, und insbesondere, bei der Frage: "Schreibe ich eine 0815-Info ab, oder mache ich mir mal intensive Gedanken, bevor ich meine 'Nachricht an die Welt' versende" ...

Tipp: Ich kann jeder Band, die es 'zu etwas bringen' will, dringend empfehlen, NICHT einfach gedankenlos die (meist ziemlich wirkungs-schwachen) Band-Infos der anderen Bands ... die man so sieht ... nachzumachen. Sondern sich einmal wirklich genau zu überlegen, was genau erreicht werden soll und wie man 'die Menschen' (in der Regel Medienleute im Jahr 2009) am besten 'kriegt'!

Dazu gibt es einige Inspirationen übrigens schon in dem oben genannten Tutorial von Dr. Hans-Peter Zimmermann. Und auch in dem genannten PDF.




Onlinemagazine - ein schwarzes Loch?

[[ Oder auch: Wie man Musikredakteure dazu bringt, über die eigene CD zu schreiben ]]

[[ Jemand eröffnete den Beitrag mit den Worten …]]
Tach,

da ich die letzten Wochen über 30 CD's an Onlinemags verschickt habe und nur von einem Feedback über den Erhalt bekommen habe (ohne Garantie auf Besprechung), drängt sich mir die Frage auf, ob die Jungs und Mädels eigentlich überhaupt noch Eigenproduktionen rezensieren. Sämtliche Reviews, die mir auf div. Seiten ins Auge stechen sind Label-Releases.

Sehr flott war hingegen das Legacy (ein professionelles Print-Magazin). Ein Tag nachdem die CD raus ist direkt Feedback mit Ausicht auf Review in der nächsten Ausgabe. Das war vergleichsweise schon ein Aha-Erlebnis.

Wie sind eure Erfahrungen so? Wurden eure Eigenreleases innerhalb eines angemessenen Zeitraumes (ca. 4 Wochen) weitläufig besprochen?

[[ Kommentar von Nils vom 29.12.2010: Geübte Bandologen können sich schon denken, wo hier das Problem liegt: Wer einfach mal so 30 CDs in die Welt versendet und dann 'mal auf 'ne Antwort hofft' (zumindest so in etwa schien ja hier die Herangehensweise zu sein) … ist im Musikbusiness natürlich hoffnungslos verloren. Zudem ist für mich absolut fraglich, ob die noch immer von Musikern erhofften "Rezensionen" überhaupt zu relevanten Verkäufen führen, oder ob man sich nicht lieber um andere - effizientere - Dinge kümmern sollte. Meiner Erfahrung nach kommen die Journalisten und sonstigen Multiplikatoren sowieso von allein, wenn es was Spannendes zu holen gibt. Naja, und wenn nicht, dann bringt auch ein mühsamer Versand, Nachtelefonieren etc. in der Regel nicht sonderlich viel. Häufig steht beim "Verkauf von nicht nachgefragtem Material" der Aufwand des Anbietenden (Musikers) in keinem vernünftigen Verhältnis zum Ertrag. Ich dachte auch eigentlich, es wüsste heutzutage jeder oder könnte es sich an einer Hand abzählen, wie man sich IN ETWA verhalten sollte - und was für Material man IN ETWA versenden sollte (oder auch nicht!), - wenn man mit hunderten von professionellen Promotion-Agenturen und Musiklabels in Konkurrenz tritt. Naja, wie auch immer. Hier der Forum-Beitrag. Hoffe, da ist der eine oder andere Tipp für Bandologen dabei. ]] 

07.03.2009 15:10:11
Hallo [[Name ist egal]],

wie du schon selbst vermutet hast, hat sich auch in den letzten 3 Jahren natürlich viel in der Musik-Szene getan.

So langsam setzt bei allen die Gewissheit ein, dass Musik, ... sowohl aus technischen, als auch aus inhaltlichen Gründen ... als Medium eine sehr starke Abnutzung erfahren hat. ... Seit Jahren kommt von den Musikern und Bands ... IN ETWA ... das Gleiche bei den Labels, Geschäftspartnern und Hörern an.

Und Musik ist mittlerweile 'omnipräsent'. FALLS du als Redakteur mal eine Band für eine Review suchen würdest (nur mal angenommen), dann hättest du auf MySpace sofort mehrere tausend Bands, die ... Achtung, noch mal der Hinweis in etwas anderer Formulierung ... alle in etwa das Gleiche bieten.

Ergänzend, das sagte Xytras ja schon, wird das Sicherheitsdenken bei den Redakteuren immer stärker. Sie werden sich also tendenziell auf alt-bekannte Ansprechpartner verlassen wollen. (Die ab- und zu auch mal ein 'großes Thema' anbieten; Vergleiche Äußerungen von Xytras).

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Zu diesem Thema stelle ich mir daher die Fragen:

Was ist auf den CDs drauf? Und: wie präsentierst du die ganze Sache?

Ist da 'was cooles, Neues' drauf? Präsentierst du das Zeug mit einem möglichst persönlichen und emotionalen Aufhänger? ...

Beide der folgenden Threads beschäftigen sich mit dem Thema 'Inhalte'. Du kannst dort ja mal rein-lesen, wenn du möchtest.

[[ Links entfernt. Mehr dazu bei Bandologie.de ]] Zu dieser ganzen Thematik kann ich dir auch zwei PDFs empfehlen, die ich auf Grundlage meiner persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen geschrieben habe. Ich denke, die Inhalte sind sehr zeitgemäß und können sehr hilfreich sein. Wenn du die lesen möchtest ... "Wie man als Musiker durch Neuerungen seine Hörer begeistert":
http://www.bandologie.de/innovationen.html

"Was Musiker heutzutage zu ihrer eigenen Sicherheit über Major Labels wissen sollten" (ähnliches wie im Verhältnis 'Major Labels / Musiker' tritt ... meiner persönlichen Einschätzung nach ... auch im Verhältnis 'Magazine / Musiker' auf)
http://www.bandologie.de/index.php/gratis-infos-fuer-musiker#gratis-ebook-major-labels

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... Und ... in gewisser Weise war es ehrlich gesagt zumindest möglich zu vermuten, dass bei einer solchen Herangehensweise die Reaktionen der Partner nicht so stark sein werden. ... Da dies mein erster Beitrag in dem Forum war, habe ich vielleicht noch etwas zu 'barsch' formuliert ... aber ich denke, eine gewisse Substanz hatte meine Vermutung schon.
[[ Es ging um den Beitrag: 500 gepresste CD's - und nun? ]] - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Daher würde ich dir ... wenn du das noch hören willst ... erneut freundlich an's Herz legen wollen, mal eine Art 'Masterplan' für dein Musikprojekt aufzusetzen.

Denn selbst, wenn du 'Reviews' bekommst, wird das allein deine Verkäufe wahrscheinlich nicht gerade hoch treiben. ... Zu diesem Thema hatte ich schon einige Bands im Gespräch und habe als Produktmanager natürlich immer die Verkaufsstatistiken bei uns in der Plattenfirma verfolgt. Will sagen: ich kenne diese Zahlen: "Verhältnis: Review => Verkäufe" auch in einer Größenordnung, die über die Promo-Möglichkeiten einer Band deutlich hinaus geht. (Und daher als eine Art 'Statistik' aussagekräftiger ist.)
Ich persönlich komme aufgrund dieser Einsichten zu dem Ergebnis: Reviews allein bringen nahezu keine Verkäufe.

Und wie ich von einer befreundeten Band weiß: selbst ein 'Album des Monats' in einem bundesweit vertriebenen, großen Musikmagazin, führte ... zumindest bei der befreundeten Band ... zu einem eher 'gemächlichen' Verkaufs-Anstieg. Verglichen mit dem Album davor, das auch schon ziemlich gut lief bei den Jungs, waren die Verkäufe in etwa gleich. 'Album des Monats' (natürlich mit Riesen-Review) hin- oder her. Ausschlaggebend für die meisten Käufer waren in diesem Fall andere Faktoren.

Mein Tipp wäre daher, andere ... möglichst neue ... Wege der Vermarktung zu gehen. Beispielsweise mein dezenter Hinweis im PDF über 'Major Labels', dass man sich als Band ja mal Gedanken machen könnte, welche Firmen ... außer Plattenfirmen ... sich noch für die Musik interessieren könnten.

Wie auch immer.

Also, alles Gute und beste Grüße
Nils

[[ Später sagte noch jemand folgendes … ]] 

Erstellt: 07.03.2009 15:26:16

Zitat von [[ einem anderen Forum-Teilnehmer ]]
20% sind eine Überdurchschnittlich gute Ausbeute

Mit mehr solltest du eigentlich gar nie rechnen, wenn du nicht ein Label mit fetter Promo-Maschinerie hinter dir stehen hast.

Ich würde sagen, dass ein "Privatmann", der einfach so ein demo an Magazine verschickt mit einer Ausbeute von 10% mehr als Zufrieden sein muss.

Nils_k: Hallo [[ anderer Forum-Teilnehmer ]],

allein schon von dieser Denkweise würde ich dringend abraten!

Aus deinen Äußerungen geht hervor dass du denkst, dass "da die Großen, hier die Kleinen" sitzen. Das ist schon längst nicht mehr so, in der Musikindustrie. Auch 'die Kleinen', können ... mit etwas Mühe ... mittlerweile sehr ähnlich arbeiten, wie 'die Großen'!

Siehe 'Aggro Berlin', 'GHVC' und ähnliche Erfolgsgeschichten, die von Privatpersonen aufgezogen wurden!

Ich persönlich ... aber das ist jetzt wirklich nur meine Meinung ... würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass es 'die Großen' gar nicht mehr in der Form gibt, wie das noch immer viele Musiker denken. Und: Die Zukunft der Musikindustrie liegt ... ebenfalls meiner persönlichen Meinung nach ... nicht darin, wer die 'große Promo-Maschinerie' hat, sondern wer die besseren Inhalte für die Hörer hat.

An dem Punkt würde ich ansetzen. Nicht alles einfach auf 'eine Sache der Größe' schieben.

Alles Gute und beste Grüße
Nils

Hallo [[ jemand ]],

ich kann deine Situation verstehen.

Aber bitte verwechsele nicht einige Dinge:

* Wenn jemand ein Magazin betreibt dann ist seine "Aufgabe", wenn er das professionell macht, Geld zu verdienen.
Und das geht nunmal besser, wenn man über etablierte Bands schreibt.

* ... wenn er das privat macht (Fanzines etc.), dann ist seine "Aufgabe" ihm selbst überlassen. Was auch immer er schreiben will, darf er machen. Ist ja zu seinem privaten Vergnügen.

* Nur, weil in Magazinen mal mehr Newcomer unterstützt wurden, bedeutet das nicht, dass es eine Verpflichtung der Magazine in dieser Richtung gibt.
Das ist so ähnlich wie die aktuelle Diskussion über Youtube. Ob man dort kostenlose Inhalte erhalten müsste. ... Natürlich nicht.
- -

DEINE Aufgabe als Musiker ist es nun eher, den Magazinen Inhalte zu liefern (entweder andere Musik; oder eine andere Präsentation deiner Musik), mit denen sie ihre Auflage erhöhen können, oder ihr Magazin spannender für ihre Leser gestalten können ... UND dabei deine Musik promoten.

Wie ich oben schon mal verlinkt hatte, können dabei folgende Überlegungen wahre Wunder bewirken: [[ Hier war ein Link zum beliebten 'Pressemappe gestalten' Beitrag ]]

... Allerdings werden insbesondere Musik-Magazin-Redaktionen zu einem Großteil anhand des Eindrucks direkt durch die Musik beurteilen.

DIE Kernfrage, die bei Musikern und Bands immer wieder falsch herum gestellt wird, ist: "Was kann ich für die Anderen und für die Welt tun?"
und NICHT: "Was können die Anderen und die Welt für mich tun?".

Sobald du den Magazinen etwas anbieten kannst, das ganz offensichtlich zu ihrem Vorteil ist, sobald sie es abdrucken beziehungsweise online stellen, ... dann werden sie das machen.

Also, alles Gute und beste Grüße
Nils

P.S.: Übrigens stellt sich AUCH die Frage, wie viel Relevanz-Verlust, also Wert-Verlust, das Medium "Musik" im Allgemeinen in den letzten 3 Jahren erlitten hat.
Mehr dazu siehe auch hier: [[ da ging es um den Beitrag den man auf dieser Unterseite mit dem Suchbegriff "zwei prinzipielle Möglichkeiten" finden kann.]]

Hinweis: Lesen ungefähr ab Mitte des Beitrags ...
Zitat von Nils_k

Heute, im Jahr 2009 (und wahrscheinlich in folgenden) stehen wir an einem Scheideweg.

Es gibt zwei prinzipielle Möglichkeiten:

Entweder, ...

[[ da ging es um den Beitrag den man auf dieser Unterseite mit dem Suchbegriff "zwei prinzipielle Möglichkeiten" finden kann.]]

[[ Anmerkung vom 29.12.2010: Jetzt startete dieser Thread erst so richtig … ach, bin ich im Nachhinein froh, dass ich meine Zeit NICHT mehr in Musiker-Foren verbringe und mir anstelle von Nörgeleien jetzt richtig viel Geld für das Bandologie-Buch und meine Beratungsleistungen, sowie tonnenweise Lobes-Mails für die Bandologie-Webseite etc. entgegenkommen! … Wie auch immer, das alles hatte ich mal online getippt … also nutze ich es auch auf der Bandologie-Webseite. :) ]]

Zitat von Nils_k
DIE Kernfrage, die bei Musikern und Bands immer wieder falsch herum gestellt wird, ist: "Was kann ich für die Anderen und für die Welt tun?"
und NICHT: "Was können die Anderen und die Welt für mich tun?".
Zitat von [[ Jemandem ]]
Den Gedanken kann ich nicht teilen. Das würde mich zum reinen Dienstleister machen. Musik als Dienstleistung ist nicht interessant, höchstens kurzfristig lukrativ. Was die Leute wirklich langfristig bindet ist Identifikation mit ehrlichen Emotionen, gute Geschichten, evtl. politische Stellungnahme und mitreissendes Handwerk. Das kann nur geboten werden, wenn man sich durch Musik selbst verwirklicht.

Hallo [[ Jemand ]],

mit deiner Ausführung hast du völlig Recht: Musik zu machen, die die Wünsche eines Marktes exakt bedient, funktioniert nicht auf Dauer.

Trotzdem musst du dir die Frage stellen: "Was kann ich für die Anderen tun."

Kleiner Tipp: Dazu gehört im Musik-Bereich üblicherweise auch, dass man 'die Anderen' überrascht!
(Das bedeutet: also nicht das bietet, was sie erwarten. Nicht Dienstleistung.)

... Unter anderem ich habe ein ganzes Buch über diesen Kram geschrieben, in dem genau dieses Thema ausführlich behandelt wird. Und noch ein paar Gratis-PDFs ergänzt. ...
Es gibt also genug detaillierte und verfügbare Informationen darüber. Auch von anderen Autoren und von Stars selbst.
Da es sich jeweils um hundertseitige Werke handelt, kann ich das hier nicht in ein paar Worten wiedergeben. Ich empfehle dir noch immer, MEHRERE solcher Bücher mal zu lesen und zu hören.
Hier, einige Empfehlungen dazu; "Nützliche Links für Musiker": http://www.bandologie.de/links.html

Ob mir mein Werk dazu gelungen ist ... kannst du hier anhand einiger Meinungen anderer Musiker abschätzen:
http://www.bandologie.de/lesermeinungen.html

Zitat von [[Jemandem]]
Musik-Magazine sind um die Musik herum entstanden und nicht für die eigene Brieftasche. Jeder Mensch, der im Kunst-Bereich unterwegs ist sollte die Bereitschaft haben notfalls +/- 0 zu arbeiten, wenn es der Entstehung, Aufrechterhaltung und Förderung von Kunst dienlich ist.

Nils_k: Wenn das deine Meinung ist, ist das völlig OK.
Pauschalisieren kannst du diese Aussage allerdings nicht.
Jeder darf selbst entscheiden, ob er Kunst macht der Kunst wegen, oder um Geld zu verdienen. Oder beides.

Ich vermute, das du ... wie viele Menschen und INSBESONDERE Musiker ... eher ein moralisches Problem mit dem Thema 'Geld' hast. ... Und dieses innerliche Problem hält den Menschen dann in der Regel auch unterbewusst davon ab, mehr Geld zu verdienen. ... Was häufig in einer sehr tragischen Gesamtsituation mündet ...

Dazu kann ich dir ein exzellentes Onlinebuch empfehlen:
http://www.hpz.com/GeldText.html

[[ Kommentar vom 29.12.2010: Noch immer sehr zu empfehlen, wenn man - so wie ich früher - eine 'Geld gern annehmen-Hemmung' hat. ]]

Zitat von [[Jemandem]]
Das tun die meisten Musiker und viele Leute aus dem Musiker-Umfeld (Tontechniker, Fotografen und sonstige Förderer) und nicht anders sollten Musik-Magazine ihre Aufgabe wahrnehmen.

Nils_k: Nicht die, die ich kenne.
* Wir haben mal einen Fotografen sechs Monate lang beschäftigt und ihm einen 'Sonder-Billig-Preis' von 1.000 Euro PRO TAG bezahlt. Das empfand ER als 'großzügigen Mengenrabatt' und er hat sich nur auf diesen 'Billigpreis' eingelassen, weil wir ihn so lange gebucht hatten. ... ...
* Schauspieler nehmen mindestens 300 bis 400 Euro pro Tag. Erfolgreiche sogar deutlich mehr.
* Zwei Freunde von mir sind Film-Cutter, die verdienen 200 bis 800 Euro am Tag.
* Ich habe mal mit einer Geigerin gearbeitet und ihr für 4 Stunden Arbeit 300 Euro überwiesen.
* Ein Freund von mir ist Profi-Gitarrist. Der nimmt ca. 400 Euro pro Abend.
* Für die Versorgung von Musik-Magazinen gibt es ganze Promotion-ABTEILUNGEN bei Plattenfirmen (was meinst du, was es kostet, eine solche Abteilung zu betreiben!). Wenn du das als "Kosten für Musik-Promotion" aufrechnest, bist du schnell bei etlichen zehntausenden von Euro, die ... wenn auch nicht in Bargeld, sondern in 'Leistung', von den Plattenfirmen an Musik-Magazine fließen.
Dort wird ein enormer Aufwand betrieben, um die Schreiberlinge und Redakteure zu 'aktivieren'.

... Also ich weiß nicht, in was für einer Welt du lebst, aber "Förderer" gibt es im Musik- Bereich in:
* Jugendzentren
* Kultureinrichtungen
* In der Kirche
* Im Amateurbereich unter Freunden
* Im Profi-Bereich, wenn es den Bands schlecht geht

... Also überall dort, wo KEIN Geld verdient wird und wo KEINE Musikkarrieren gemacht werden. Kurzum: Vergiss mal diesen Anspruch, dass irgendjemand dich 'fördern' müsste.

Zitat von [[Jemandem]]
Es ist für mich kein akzeptables Argument vordergründig finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Nils_k: Das mag deine Meinung sein.
Aber du musst anderen Leuten auch andere Meinungen zugestehen.

Du kannst ja mal das Buch von Gene Simmons lesen: "Sex, Money, KISS":
http://www.amazon.de/gp/product/1597775029?ie=UTF8&tag=bandologie-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=1597775029

... So wie Gene Simmons betrachten die meisten Musiker Geld, ... zumindest die, die mit ihrer Musik viel davon verdient haben.
(Ich kann auch dieses Buch nicht in 2 Sätzen wiedergeben ... das ist ein Werk von mehreren hundert Seiten.)

Zitat von [[Jemandem]]
Das einzige persönliche Bedürfnis das ich als legitim einstufe ist das Bedürfnis nach Wachstum. Und nicht nur jeder für sich, sondern auch mit den anderen. Meine Leistung ist mit der Schaffung des Werkes und dessen gewissenhafter Umsetzung und Präsentation zunächst abgeschlossen. Als nächstes ist das Magazin an der Reihe und hat das Ding zu rezensieren oder zurückzuschicken. Einkassieren und nichts tun ist nicht legitim. Wenn zuviele Einsendungen ankommen, dann hat man dies mitzuteilen und kenntlich zu machen, daß vorübergehend keine weiteren Einsendungen besprochen werden. Ich bin aus Krankheitsgründen lange nicht erwerbstätig gewesen und habe mich arm gemacht um diese CD zu realisieren. Da kann ein Student sich auch mal 30 Minuten auf seinen Arsch setzen und das Ding zwischen Klausurvorbereitung und saufen gehen besprechen. Und wenn er das nicht kann hat er seinen Platz für jemanden zu räumen der es kann und will.

Ich lebe für und durch Musik. Was ich den Leuten gebe ist nicht weniger als meine Seele und ansprechends Handwerk mit Schleifchen drumherum. Wem das zu wenig ist, der hat wirklich keinerlei Sinn für Wert.

Nils_k: Noch mal: Dein persönliches Schicksal: Erst Krankheit, dann Aufopferung für die Musik, dann arm und pleite durch eine Musikproduktion verstehe ich durchaus.
Ich kann auch nachvollziehen, weshalb du aus deiner Sicht so 'sauer' auf die Leute bist.

Es hilft aber alles nichts: Du kannst nicht von dir auf andere schließen, oder sogar den Anspruch erheben von irgendwem im Musikbereich 'gefördert' zu werden.
(Obwohl es ja sogar Vereine gibt, die das durchaus im großen Stil machen und wo ziemlich viel Förderungsgeld an Musiker geht! ... Schöne Grüße an Bernd Schweinar und seine Verbündeten an dieser Stelle http://www.allmusic.de/ )

Wenn der besagte 'Student' ... ein freier Mensch, der dir zu nichts verpflichtet ist ... für sich genommen besser durch's Leben kommt, wenn er NICHT über deine Musikproduktion schreibt (oder, wenn du es bisher nicht geschafft hast, ihn davon zu überzeugen DASS es für ihn mehr Vorteile als Arbeit bringt), dann ist das sein gutes Recht, das so zu machen.
Und keinesfalls moralisch verwerflich.

Du kannst die Leute nicht dazu zwingen, Musik interessant zu finden! ... Das würde jetzt zu einer gesellschaftlichen Diskussion führen, die du in Ansätzen bereits HIER findest:
[[ Thread: "Was ist mit den internet leuten los?" ]]

WENN du mit Musik Geld verdienen willst(?) (willst du das überhaupt, oder siehst du dich als Dauer-Semi-Profi?) empfehle ich dir, dazu mal tiefgreifendere Informationen über Erfolge und Karrieren im Musikbereich zu lesen oder mehrere Hörbücher aus dem Bereich zu hören!
Es gibt sowohl einige Stars, die ihr Leben zusammenfassen (Autobiografien), als auch einige Bücher und Filme zu diesem Thema. (Siehe oben; einige Tipps dazu). Das Konzept "Förderer" tauchte in keiner von mir untersuchten Musikkarriere als maßgeblicher Baustein auf.

Alles Gute und beste Grüße
Nils

EDIT: Noch ein Buchtipp unter anderem zum Thema 'Win-Win-Situationen' herstellen (und auch in der Gesamtheit ein sehr empfehlenswertes Buch):
"The 7 Habits of Highly Effective People: Powerful Lessons in Personal Change":
http://www.amazon.de/gp/product/0743269519?ie=UTF8&tag=bandologie-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=0743269519

Oder auf deutsch (diese Übersetzung kenne ich nicht; ich gehe davon aus, dass das Buch gut übersetzt wurde):
"Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg":
http://www.amazon.de/gp/product/3897495732?ie=UTF8&tag=bandologie-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=3897495732

... auch alle anderen Bücher und Hörbücher, die ich empfehle habe ich natürlich gelesen. ... Oder in Originalsprache gelesen.

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[[ Daraufhin startete eine umfangreiche Diskussion, bis schließlich ein gewisser "Nils_k" mal auf die Suche nach F A K T E N über den anfragenden, ziemlich viel nörgelnden und dabei sehr viel verlangenden, Musiker, ging. Es wird sehr interessant, was ich bei dieser Suche über den Musiker - genauer: seine Webseite - herausgefunden habe. ]]

Hallo [[jemand]],

ich kann deinen Ärger noch immer ... und nach deinen letzten Posts auch mehr im Detail verstehen.

Auch deine Entwicklung, die du offenbar durchgemacht hast, war sicherlich sehr kraftraubend und die Erkenntnisse erstmal enttäuschend.

Der von mir häufig zitierte Unternehmensberater und Hypnose-Coach, Dr. Hans-Peter Zimmermann vertritt dazu die These: "Wer erfolgreich sein will, braucht die vier großen M". Man muss Menschen mögen

(diesen Spruch habe ich geliehen von www.hpz.com)

Ohne jetzt zu sehr in's Detail gehen zu wollen, aber eine sehr charmante Ex-Freundin von mir hatte die (offenbar natürliche) Fähigkeit, Deals und Produktionen über mehrere Zehntausend Euro bei einem netten Kaffeeplausch und einer Tasse Milchkaffee einzutüten oder im Detail Probleme mit Geschäftspartnern zu klären.
Und die war ganz bestimmt KEINE von diesen Web 2.0 Agentur-Typen, wie du sie beschreibst, sondern für sie war dabei im Wesentlichen wichtig, dass der Schaum des Milchkaffees auch wirklich gut gemacht war und das nach dem Gespräch unangenehme Probleme oder Spannungssituationen schön geklärt waren.

Ich selbst habe DIESE Natürlichkeit bei solchen Kontakten leider auch nicht, aber solche Fähigkeiten (Kontakte 'vernünftig' aufbauen und halten) kann man erlernen. Und zwar OHNE, dass man dabei gleich zu einem lügnerischen oder geldgeilen Monster werden muss.

Übrigens glaube ich aus einer deiner Äußerungen herausgelesen zu haben, dass du mit dem Projekt einen professionellen Verteiler angemietet hast(?) ... von Wegen 'gute Verteilung mit Newcomern' und dergleichen? Oder habe ich das falsch verstanden.

Also ein solcher, unpersönlicher Kontakt zieht nunmal nicht so kräftig bei Firmen.

Zudem ... und das empfehle ich dir jetzt schon seit Wochen, gibt es eine ganze Reihe von Quellen, mit denen man solche Sachen auf vernünftige Weise besser und geschickter einsteuern kann.

* "Denke nach und werde reich" (vergiss mal den Titel; beurteile das Buch erst nach dem Lesen)
* "The 7 Habits Of Highly Effective People" (ebenfalls)
* "Geständnisse eines Werbemannes" (das ist ein Typ, der mit Werbekampagnen und guten Ideen auf Produkte aufmerksam zu machen Millionen verdient hat. Und das sogar ohne dabei selbst Produkte herzustellen zu müssen. KÖNNTE also sein, dass der etwas weiß, was du bisher nicht weiß. Und KÖNNTE auch sein, dass ein solcher Mann dazu fähig ist, ein Buch zu schreiben, das jeder nachvollziehen und verstehen kann.)
* Die www.hpz.com Webseite mit all ihren Features und kostenlosen Inhalten
* "Großerfolg im Kleinbetrieb" (bitte auch hier: nicht vom Titel irritieren lassen.) und nicht zuletzt auch ein gewisses Büchlein, das ich extra für Musiker verfasst habe, die exakt mit deinen Problemen zu kämpfen haben.

WEITER solltest du dich unbedingt vertraut machen, WELCHE Art von Kreativität du heutzutage in den Musikmarkt geben solltest, um ein Musikprojekt erfolgreich zu machen. Dabei wirst du schnell feststellen, dass eine "Top Presse-Info" eher zum Standard-Repertoire von erfolgreichen Bands gehört und man üblicherweise noch einiges darüber hinaus liefern sollte. Beschäftige dich mal mit dem "Gesamt-Weltbild" das solche Leute haben. Dann wirst du schnell erkennen, dass diese besagte "Presse Info" oder eine "professionelle Aufmachung" keinesfalls die Bedeutung hat, die du ihr beimisst.

Das bedeutet natürlich nicht, dass diese genannten Dinge unwichtig wären. Aber das ist nunmal nicht alles, was man machen kann ... und sollte.

Wenn du an Esoterik und übermenschliches glaubst(?) [[Kommentar vom 29.12.2010: er hatte vorher so etwas erwähnt …]], dann nimm es als ZEICHEN, dass gerade gestern ein Bekannter von mir, Marc Weissenberger von www.rockthe.biz , mir die Info gab, er hätte die Band "Caracho" interviewt und sie mal mit ein paar meiner (wie er es nannte) 'Theorien' aus dem Musikgeschäft konfrontiert.

... Woraufhin ich das besagte Video-Interview direkt mal auf meiner Webseite verlinkt habe. Und siehe da: Die Jungs sprechen GENAU über die Themen, die dich momentan richtig nach vorne bringen können! Die verraten in dem Interview eine HAMMERMÄßIGE Promotion-Idee, die sie bereits selbst ausprobiert haben. (Das Video findet man bei Bandologie.de)

Und: Zack, momentan haben die ca. 98.500 Views auf Youtube und eine ganze Menge Radio-Einsätze.

Meine Webseite siehst du ja in meiner Signatur. Das Video ist momentan auf der Startseite und in einigen Tagen werde ich es wohl zu "Nützliche Links für Musiker" oder zu den Gratis-Dokumenten verschieben.

... Wenn du dir mal ansehen willst, wie Leute, die Geldmassen haben, so drauf sind und wie sie die Dinge so betrachten, ist auch ganz interessant:
Bill und Melinda Gates und Warren Buffett im einstündigen Gespräch mit Charlie Rose:
http://video.google.com/videoplay?docid=515260011274566220# [[ ziemlich cool, finde ich :) ]]
Hier geht es darum, wie Warren ca. 30 Milliarden(!) Dollar an die Bill & Melinda Gates Foundation verschenkt.
Selbst, wenn du nicht jedes Wort von denen verstehst, schau mal, wie die so 'drauf' sind und wie die in etwa so denken, wie sie die Welt betrachten. Insbesondere, ob du diese Typen als 'seelenlos' empfindest.

... Lieber [[männlicher Vorname]] ... mehr Tipps habe ich leider auch nicht für dich.
Außer vielleicht noch meine Linkliste "Nützliche Links für Musiker", die ich dir auch schon mehrfach empfohlen habe und wo ich nur Angebote verlinke, die 1) wirklich Sinn für die Praxis von Musikern machen und 2) Angebote, die ich entweder persönlich oder aus sehr detaillierten Forschungen kenne und deren Wirksamkeit für Musiker überprüft habe:
http://www.bandologie.de/links.html

Es gibt nunmal keine garantierte Methode "mit einem Presseaussand mache ich eine Indie- VÖ erfolgreich" und du wirst dich irgendwann mit der Grönemeyer-These abfinden müssen: "Das Leben ist nicht fair".

Zudem leben wir nunmal in einem 'Kapitalismus' und die Musik-Szene findet innerhalb dieses Wirtschafts-Systems statt.

[[Jemand]]
Insgesamt:
Gegen die momentane Gesamt-Situation der Musik-Szene oder der Menschen, die in ihr arbeiten kann ich nichts machen. Und auch sonst niemand hier im Forum.

Nils_K: Du hast zwei Möglichkeiten:
Entweder LERNEN, wie die Sachen besser funktionieren. Dich 'schlau machen', mit den Leuten in Kontakt treten, selbst forschen(!) was am besten funktioniert.
(Beispielsweise war es möglicherweise nicht geschickt, so viele CDs zu versenden, ohne sich Reaktionen der Leute zu holen! ... Es gibt an solchen Aussendungen IMMER etwas zu optimieren. Ich habe genug davon selbst gemacht und auch entsprechend viele Promoter mit so etwas beauftragt. Wobei ich meistens die Funktion des 'Texters' und 'Gestalters' übernommen habe. Ich weiß also, wovon ich spreche ...)

Oder dich zurückziehen, meckern und sagen 'ist ja alles doof'.

Alles, was ich dir geben kann, sind die Tipps die oben stehen und von denen ich dir einen Großteil schon zukommen ließ und einige davon auch schon hier gepostet hatte.

Also, da lässt sich meiner Meinung nach noch was zu optimieren. Ohne, dass man darüber verzweifeln müsste, oder zum seelenlosen Kapitalistenschwein werden muss.
Viele 'besonders erfolgreiche Kapitalisten' sind übrigens äußerst freundliche und auf angenehme Weise kommunikative Leute ...

Nun hast du aber echt einen 'Sack voll Tipps', mit dem du diese ganze Sache noch mal Revue passieren lassen kannst ... und dann machst du in 2-3 Monaten einfach noch einen Aussand.

Ja, warum überhaupt teure CDs ... vielleicht kommst du ja auch schon mit der 'Dropbox' weiter. Damit würdest du einiges Geld sparen und könntest trotzdem mal 'auf Locker' die Reaktionen zu deiner Produktion und Selbstdarstellung (PDF) abchecken ...

Als Weg könnte man nehmen:
1. Schlau machen 2. Selbst für die Praxis forschen / herausfinden was funktioniert.
3. Bessere Ideen entwickeln
4. Noch mal in der Praxis forschen (Schritt 3 und 4 entsprechend häufig wiederholen oder zurück zu Schritt 1.) ... und sobald du merkst, dass dein 'System' (Produkt + Promotion) im Prinzip auf gute Reaktionen stösst.
5. DANN erst Vollgas geben ... und dann läuft die Kiste auch.
- -

Das bedeutet nicht, dass du alle Bücher zu diesen Themen lesen musst oder alle Infos holen musst, bevor du etwas maßgeblich verbessern kannst. Aber zumindest eines der genannten ... egal welches ... würde ich dir empfehlen zu lesen, bevor du deine nächste Promo-Aktion startest. Sonst würde die wahrscheinlich auch in's Leere laufen.

Das bedeutet auch alles nicht, dass du dabei deine Ideale aufgeben musst oder sonst etwas. Es bedeutet aber sehr wohl, dass du dich entweder auf deine Umwelt (insbesondere deine direkte Umwelt, also persönliche Kontakte etc.) einlassen musst. ... Oder lieber kein Produkt an den Markt bringen solltest.

Alles Gute und beste Grüße
Nils

EDIT: Ich sehe gerade, Macks hat heute folgenden Beitrag von mir freigeschaltet:
http://gitarren-blog.de/lektionen/wie-man-sich-einen-plattenvertrag-holt-und-was-man-davon-erwarten-kann/

Wenn du per Auto-Korrektur jeweils "Plattenfirma" durch "Magazin" ersetzt, gelten die meisten Mechanismen auch in dieser Beziehung.
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(Nachtrag von 21:57 Uhr; einige Stunden später)
EDIT 2:

Hallo [[Jemand]] (noch mal)

ich habe gerade mal "[[ seinen User-Namen aus dem Forum ]]" (ohne Unterstrich) in eine Internetsuchmaschine eingegeben.
Wie du ja weißt(?), ist das Internet ein Glaskasten ... quasi durchsichtig. Ein Link führt zum nächsten und man findet schnell, viel heraus, wenn man beispielsweise ein neugieriger Journalist bei einem Magazin ist ...
... oder ein neugieriger Forum-Teilnehmer, wie ich.

[[ Jetzt wird's gewissermaßen 'hot' … ]]

Der erste Treffer ist das Myspace-Profil eines Metallers aus Köln, der Tontechniker gelernt hat (steht im Profil). Hier im Musiker-Board hast du eine Kölner Postleitzahl angegeben. Ich nehme daher an, dass es sich um dich handelt.
Dort wird auch auf eine düstere Band verwiesen, deren Abkürzung "[[drei Buchstaben]]" zutrifft. ([[Männlicher Vorname]], Tontechniker, aus Köln, düstere Band mit der Abkürzung '[[drei Buchstaben]]'; würde mich wundern, wenn es da noch einen zweiten gibt).

Ich gehe im Folgenden davon aus, dass ich das richtige Profil und die passende Webseite gefunden habe. SOLLTE das nicht so sein, dann entschuldige bitte.
Wäre dann mein Such-Fehler. Die Daten erscheinen mir allerdings 'ziemlich' eindeutig.

Dabei fielen mir spontan folgende Dinge auf:
* Auf deinem persönlichen MySpace-Profil findet ein völlig anderer Inhalt statt (Musik, meine ich) als auf dem Profil der Band. Ich fand dort auf Anhieb keinen Hinweis auf die hier 'besprochene' Veröffentlichung.

* Die erste Info auf dem Myspace-Profil der Band, die ich mehrfach sehe ist: "Bassist gesucht". ... Nicht etwa "Neues Album" (was ich aufgrund der Diskussion hier erwartet hätte).

* Auf der Webseite der Band konnte ich, obwohl ich danach gesucht habe(!), nicht herausfinden, wann das 'neue Album' denn nun erschienen ist.
Mehr noch: ich konnte GAR KEIN neues Album dort finden.

* Im "News"-Bereich ist das letzte neue Album, das ich finden konnte, von 2007 und es handelt sich genauer um eine EP mit 5 Stücken.

* Die dort genannte "MP3 Area" ist nicht verlinkt. Was auf einer Webseite durchaus üblich wäre.

* Ich scrolle wieder hoch. In der Navigation heißt kein Punkt "MP3 Area". Daher wähle ich "Media", weil es wahrscheinlich gemeint ist.

* Ich finde die "MP3 Area". Sie ist weiß und enthält keine Musik.

* Da ich 'Safari' nutze, checke ich, ob es daran liegt. Probiere es mit 'Firefox'. Das Ding bleibt weiß. Keine Musik von der Band zu hören.

* Ich komme auf die Idee, dass die Webseite möglicherweise ein 'Relikt aus alten Zeiten' ist und gar nicht mehr betrieben wird.

Daher schaue ich in das Forum der Band. Ein Forum-Eintrag von einem Bandmitglied mit dem Namen '[[Männlicher Vorname]]' ist von Januar 2009. Meine Theorie damit außer Kraft gesetzt.
Daraus schließe ich nun endgültig: die aktuelle(?) Veröffentlichung wird nicht auf der Webseite präsentiert, obwohl die Webseite momentan 'aktiv' betrieben wird. (?)
Richtig?
Ich versuche nun, zumindest mal das neue Album ... das ich dann auf der Myspace- Seite finde, zu bestellen. Obwohl ich darüber bisher keine Infos gefunden habe. Geschweige denn, auf Hörproben hingewiesen wurde.

Auf dem Banner ist ein T-Shirt(!) gleich-groß neben einer CD abgebildet. Darüber steht "Pre-Order the new album".
... Zwar wird mir als Kunde nicht erklärt, was mich erwartet, wenn ich auf den Banner klicke, unter normalen Umständen hätte ich das also niemals getan, aber ich tue es zu Test-Zwecken.

Jetzt komme ich zur Webseite der Band zurück. Dort finde ich keinen Shop, sondern komme in den Bereich 'Contact' und werde auf die Emailadresse von 'Webmaster@' verwiesen. Der einzige Hinweis, den ich kriege, verweist nicht auf das Album, das ich gerade bestellen wollte, sondern auf 'Want to contact us'? ...

Ich klicke die Email-Adresse an. Per Email soll ich jetzt ein Album beim Webmaster kaufen?

Was ist auf dem Album drauf? Wie lang ist es? Was kostet mich das? Wie wird mir das geliefert? Wer ist der Webmaster? Muss ich jetzt eine Anfrage stellen? Was soll ich schreiben? "Hallo, ich hätte gerne das neue Album, egal, was drauf ist und egal was es kostet"?
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... also ich bin normalerweise echt sehr freundlich. Aber unter DIESEN Umständen kannst du doch nicht ernsthaft hier einen Thread eröffnen und dich beklagen, dass niemand über diese Veröffentlichung schreibt.

Wir haben das Jahr 2009 ... Aktualität der Webseite = Pflichtprogramm für jede Band.

Das gehört nichtmal in den Bereich 'besondere Kreativität', sondern in den Bereich 'seine Hausaufgaben erledigen'.

Es tut mir wirklich sehr leid, aber unter diesen Umständen kann ich nur immer und immer wieder auf die oben genannten Bücher verweisen.

... Obwohl man DIESE Sachen eigentlich auch schon ohne große Fachkenntnisse hinkriegen sollte, wenn man möchte, das IRGENDJEMAND sich die Musik der Band anhört. ... Das ist zumindest meine Meinung.

Sorry für das 'harte' Statement, aber was mich da gerade auf den Myspace-Profilen und auf der Band-Webseite empfangen hat, war ebenfalls ziemlich 'hart'.

=> Bitte gib mir bescheid, FALLS ich die falsche Webseite erwischt haben SOLLTE!

Falls das so ist, tut es mir leid. Die Suchmaschinen-Treffer und auch die Abkürzung "MiS", eine düstere Metalband, in Verbindung mit "[[Männlicher Vorname]]" als Frontsänger, erscheinen mir allerdings ziemlich eindeutig, dass es sich um die richtige Band handelt.

.... Erneut alles Gute und sorry an alle Leser für den mega-langen Beitrag!! :P

Nils

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[[ Daraufhin gab es dann etwas weiteres 'Genörgel' mit der Richtung: [[ der Anfragende, ursprüngliche Thread-Steller]]: "Ich fänds dennoch ganz schön, wenn du mir hier nicht alles öffentlich um die Ohren hauen würdest." … woraufhin ich im Wesentlichen zurück-schrieb: Hallo [[Vorname]], da ich mir schon dachte, dass dir das nicht "soo" Recht ist, habe ich dieses Mal extra KEINEN Link gesetzt und KEINEN Namen genannt!

Aber "Google" ist ein öffentliches Mittel. Ein Forum ebenfalls. Du hast dich öffentlich geäussert, ich habe recherchiert UND mein Recherche-Ergebnis noch eingeschränkt (mehrmals habe ich gesagt: "FALLS es sich nicht um die richtige Seite handelt ..." etc.)

Zitat von [[Jemandem]] Hat schon fast was anprangerndes und muss nicht sein finde ich.

Nils_k: Bitte versteh auch mich: in dem Moment, wo ich herausfand, dass ich hier seit Tagen und Wochen mühevoll zu diesem Thema poste, die 'heißesten Tipps' poste und DAS im Internet vorfand ... dafür war ich noch SEHR zurückhaltend und sachlich, finde ich.]]

[[ Kommentar vom 29.12.2010: Ach, war ich damals noch freundlich. Heute würde ich ein solches Gespräch wahrscheinlich erheblich schneller beenden und mich um etwas Produktiveres kümmern. ]]


Was ist mit den internet leuten los?

Erstellt: 04.04.2009 03:28:57

Zitat von Dommak89
Ich werd doch jetzt nicht den ganzen Tag vor der Glotze hocken und MTV gucken, nur um einmal das Video von Peter Fox - Haus am See zusehen.

Hallo Dommak89,

ich kann dich ja verstehen: wahrscheinlich bist du es aufgrund deines Alters (jetzt 20 Jahre alt?) anders gewohnt ...

Alle, die 10 Jahre älter sind als du, kennen das allerdings noch genau SO, wie du es beschreibst!

10 Stunden MTV gucken, um eine Handvoll cooler Videos zu sehen ... so war das, "damals in den 90ern"! (Als ich 20 war habe ich immer Witze gemacht, dass ich diesen Satz mal sagen werde ... jetzt ist der wirklich sinnvoll).

Leute, die 20 oder 30 Jahre älter sind als du (also 10 bis 20 älter als ich; meine Eltern etc.) haben noch RADIO-Mitschnitte gemacht und Kassetten kopiert, um an etwas Musik zu kommen.

... Das alles dauerte lange, Kassetten kosteten Geld ... man musste sie persönlich übergeben, konnte sie nicht einfach downloaden ...

Daher gab es auch im Freundeskreis immer nur ein PAAR Kassetten.
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Seit ungefähr dem Jahr 2000 hat sich das Internet so rasant entwickelt, dass seit ungefähr 5-6 Jahren alle Möglichen Inhalte IM GROßEN STIL frei verfügbar sind.

JETZT merken das spätestens auch die Urheber und die Leute, die mit dem Erstellen und Verbreiten von Inhalten mal ihr Geld verdient haben.

Plötzlich ist Musik an vielen Orten im Internet nichts mehr Wert. Und auch in der Gesellschaft, hat sich sehr tiefgreifend DAS eingebürgert, was dich so aufregt.

Der Glaube, dass Inhalte frei verfügbar sein MÜSSTEN. Dass das alles so seine Richtigkeit HÄTTE.

Aber das Gegenteil ist der Fall: Wenn demnächst nicht wieder ein BEACHTLICHER Geld- Fluss für Musik, Filme und andere Medien aufkommt, dann wird das, was heute noch ein restliches, glühendes 'Aschehäufchen' von Musik-Industrie ist, morgen nicht mehr existieren.

Die Folge wäre: Aus finanzieller Sicht würde es sich nicht mehr lohnen, Musik zu machen.

Die Folge darauf wäre: Nur noch Hobbybands würden Musik machen. (Und nebenbei in einem normalen Job arbeiten).

Die Folge darauf wäre: Die Qualität der Musik würde insgesamt sinken.

Die Folge darauf wäre: Auch DU hättest weniger Spaß an neuer Musik. Denn das wäre, ... mit den Worten des Volksmundes gesprochen ... alles ziemlicher Schrott, was der Großteil der Bands da machen würde.

Die Folge darauf wäre: Musik würde mehr und mehr an Relevanz verlieren. Niemand würde sich mehr für dieses Geplärre irgendwelcher Amateur-Musiker begeistern können.
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HEUTE ist es NOCH so, dass viele Bands einen gewaltigen ANTRIEB haben, weil sie die Chance sehen, einmal 'Rockstars' zu werden. Und einige davon werden es auch schaffen!

Einige Bands, die sich heute mit voller Kraft in's Zeug legen, werden in einigen Jahren sehr viel Geld verdienen und einen hohen Status in der Gesellschaft genießen.

Falls diese Anreize nicht mehr da WÄREN, würde sich auch niemand mehr SO WIRKLICH Mühe geben, ein "TOP"-Album zu produzieren.
Alles wäre mehr oder minder Mittelmaß. ... Oder selbst wenn nicht: Die Musiker, die Super-Musik liefern würden, die TAUSENDE, vielleicht MILLIONEN von Leuten begeistert, die Musiker, die den Leuten durch ihre Musik den Tag etwas schöner machen ... diese Leute wären dann bettelarm.

Sollte das so sein?

Ich denke, nicht!

... Und weil sich diese Entwicklung gerade ganz massiv andeutet und der Musikmarkt schon jetzt zu großen Teilen zusammengebrochen ist, werfen jetzt Institutionen wie die GEMA (als Geld-Eintreiber im Auftrag der Urheber) und Warner Music (als Unternehmen, das seit Jahrzehnten TOP-Musik liefert ... und NOCH tausenden von Musikern die Möglichkeit verschafft, mit der Erstellung hochwertiger Musik viel Geld zu verdienen) ihr Gewicht in die Waagschale.

YOUTUBE lebt davon, dass möglichst viele Leute auf die Webseite kommen. Zudem wollen Youtube dabei natürlich möglichst wenig Geld ausgeben.

Die NUTZER (wenn sie NICHT groß nachdenken; so wie du in deinem Eröffnungs-Beitrag sehr schön demonstriert hast), sehen das IM ERSTEN MOMENT genau so wie Youtube:
"Juchu, freie Inhalte".

Aber der zweite Schritt ist: Musiker und Musik-Hersteller werden nicht bezahlt. (Jetzt)

Der dritte Schritt wird voraussichtlich sein: Top-Musiker werden keine Musik mehr herstellen, sondern etwas anderes.
(Es könnte sein, dass diese Entwicklung in den nächsten 10 Jahren passiert. DANN haben auch die Konsumenten direkt Nachteile, weil sie nur noch 'Schrott' und 'Mittelmaß' erhalten.)

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Kurzum: Die Technik war in der Entwicklung schneller, als die Anpassung des Geld-Systems.

Nüchtern betrachtet ist es wahrscheinlich genau das.

Könnte sein, dass wir alle in 10 Jahren sagen: "Weißt du noch, damals, als es noch nicht das Bezahl-System "xy" für Musik gab? ... *hehe* ... das waren noch Zeiten, als die Leute doch wirklich ernsthaft dachten, Musik müsste frei verfügbar sein ..."
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Heute, im Jahr 2009 (und wahrscheinlich in folgenden) stehen wir an einem Scheideweg.

Es gibt zwei prinzipielle Möglichkeiten:

Entweder, Musik ist demnächst weiterhin überall frei verfügbar.
Dann werden sich alle klugen Leute, die gerne viel Geld verdienen und einen gesellschaftlich hohen Status erreichen wollen (also der Typ von Karriere-Leuten, die sich in der Vergangenheit beispielsweise eine Karriere als 'ROCKSTARS' erarbeitet haben), auf andere Bereiche ... NICHT auf Musik ... konzentrieren.

Weil der Anreiz, sich völlig seiner Musik aufzuopfern, weg wäre.

Diese Top-Leute werden dann in ANDEREN Bereichen Karrieren machen.
... Ich meine so typische Karriere Leute wie Freddie Mercury, Brian May (der wurde gerade Doktor der Astrophysik), Gerard Way, Billie Joe Armstrong, Lars Ullrich, Paul Stanley, Phil Collins, Chester Bennington, Mike Shinoda, Timbaland, Madonna ... und so weiter. Typische 'Rock Stars'.

Sobald solche Top-Leute (die nächsten Generationen solcher Leute, meine ich) in ANDEREN Bereichen bessere Möglichkeiten sehen, sich künstlerisch auszudrücken und dabei eine Karriere zu machen, dann wäre dieser Typ Mensch (Karriere-Musiker / Rockstar) in Zukunft nicht mehr im Musikbereich zu finden.
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Oder, Musik ist demnächst wieder (beziehungsweise bleibt) ein sehr hoher Anreiz für Leute, mit dem man viel Geld und eine Karriere machen kann.
Dann werden sich die TOP-LEUTE auch weiterhin im Musik-Bereich verausgaben.

Ich spreche hier übrigens NICHT vom Mittelmaß. Ein Mittelmaß ... Amateur-Musiker wird es natürlich immer geben. ... Ein paar wenig ambitionierte Typen, die einfach nur ein bisschen auf ihrer Gitarre schrubben wollen ... DENEN ist natürlich egal, ob man mit Musik in Zukunft viel Geld verdienen kann.
Das sind allerdings auch vom Typ her nicht DIE Leute, die sich in der Vergangenheit als Publikumslieblinge durchsetzen konnten.

Es könnte auch sein, dass dieses Mittelmaß den Menschen in der Zukunft genügt. Glaube ich zwar nicht, aber es könnte mindestens eine Generation Musik-Top-Leute 'ausfallen', wenn diese "Musik-kostenlos-Mentalität" weiterhin bestehen bleibt.

Das wäre das Ende der Musikindustrie, wie sie heute noch existiert.
Oder zumindest ein weiterer, herber Einbruch.

Dann hätten wir in etwa den Stand, den es VOR 1956 einmal gab.

Wenn du die Geschichte der Musikindustrie mal lesen willst:
http://www.bandologie.de/index.php/gratis-infos-fuer-musiker#gratis-ebook-major-labels

So. Genug der Worte. ... Hoffe, nun hast du einen tieferen Einblick in die aktuellen Geschehnisse.

Alles Gute und beste Grüße
Nils

P.S.: FALLS dir eine bessere Lösung einfällt, wie Musiker weiterhin viel Geld verdienen können UND niemand etwas bezahlt ... sag gerne bescheid! Das würde diesen Thread weltberühmt machen. Und du wärest das Finanz-Genie des Jahrzehnts.

[[ Diese Diskussion ging noch ewig weiter. Wer sich dafür interessiert, soll mal ein paar Begriffe oder Halbsätze daraus in einer Internet-Suchmaschine suchen, dann findet man den Beitrag noch online. Das Forum möchte ich weder empfehlen, noch verlinken. ;) ]]


Wie man sich als Musiker seine Kunden anständig erzieht

13.03.2009 22:52:48
Hallo Uranus,

dein Beispiel ist natürlich tragisch. Aber da geht es ja weniger um Rechte ...
... denn die sind ja eindeutig geklärt ...

Viel mehr geht es um die Frage: "Wie führe ich eine vernünftige und wasserdichte Geschäftsbeziehung mit meinen Kunden".

Will sagen: Wenn DU in DEINER Nutzungsrechte-Übergabe ... die du hoffentlich mit dem Auftraggeber hast(?) ... einem "Laien" (ich nehme an, der besagte Mittelständler aus dem Beispiel hatte keine Ahnung vom Musik-Business) nicht erklärst, wie die Lage ist, dann kann so etwas natürlich passieren.

Aber noch mal: Das ist keine Frage der Rechte, sondern eine Frage der Absprache.

Mehr Tipps dazu darf ich dir hier im Forum zu diesem Fall nicht geben.

Aber ALLGEMEIN würde ich sagen:

1) Immer, wenn ein Urheber sich seiner Rechte 100% sicher ist, diese beweisen kann wartet an jeder Ecke ein geeigneter Musik-Anwalt, den man mit so etwas beauftragen kann. ... Wenn man denn will.

2) Natürlich gibt es die Problematik einen Kunden durch so etwas zu verärgern oder zu verlieren (oder, wahrscheinlich häufigster Fall: es geht nicht um VIEL Geld). Aber erneut: es handelt sich um eine Frage der genauen Absprache.

Übrigens MUSSTE der Unternehmer bei der Herstellung ein GEMA-Formular ausfüllen. Oder im Ausland ein Formular einer anderen Verwertungsgesellschaft, die mit der GEMA im Austausch ist.

Denn ich nehme mal an, 50.000 CDs hat der nicht im Copyshop, sondern in einem Presswerk machen lassen. Dort wird er ... aus genau solchen Gründen ... gezwungen einen Urheber der Musik anzugeben. Sollte er dabei fehlerhafte Angaben machen, kann man das natürlich einklagen. Sobald die GEMA feststellt, dass der Urheber GEMA-Mitglied ist, fällt bei der Herstellung eine Vergütung an, die der Hersteller zahlen muss und der Urheber (abzüglich der GEMA- Bearbeitungsgebühr) erhält. Auch bei kostenlos abzugebenenden CDs.
Stichwort: Mindestvergütungssatz der GEMA.

Und die GEMA vergütet ... so weit ich weiß ... bis zu 12 Monate im Nachhinein.
Einfach mal bei Bedarf dort durchrufen.

Das wäre zwar keine 'Bezahlung' des Auftrages ... aber immerhin GEMA-Kohle für 50.000 CDs.
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So einen Fehler macht vielleicht jeder Designer, Sounddesigner oder freiberufliche Produzent ...
... der sich NICHT vorher über solche Fälle belesen hat ... EIN MAL und dann nie wieder.

Tragisch: ja.

Änderbar: ja.

Rechtliche Frage: ich denke, nein.

"Gemein und fies"?: ich denke, nein. Wahrscheinlich handelt es sich um ein simples Missverständnis. Denn ein "normaler" Mittelständler (außerhalb des Musikgeschäfts) wird nach der Mentalität leben: "Ich hab's gekauft, ich darf damit machen, was ich will."

Das genau DAS im MUSIK-BEREICH (also, sobald es um lizenzfähige Produkte geht) NICHT der Fall ist, weiß er wahrscheinlich gar nicht.

Wieder nur drei Möglichkeiten:

1) Ihn aufklären. 'Stunk machen', gegebenenfalls einen Anwalt und dergleichen einschalten.

oder 2) Die bittere Pille schlucken, daraus lernen und bessere Absprachen und genaue Vereinbarungen über Nutzungsrechte machen und unterschreiben lassen.

oder 3) FALLS der Kunde sich wirklich WISSENTLICH unfair verhalten hat ... was ich nicht glaube ... andere Kunden suchen. Man sagt, jeder kriegt immer die Kunden, die er verdient bzw. 'anzieht'. ... "Law Of Attraction" sei mal als Stichwort in den Raum gestellt.

Wie auch immer.

Diese Möglichkeiten würde ich jetzt ALLGEMEIN bei Fällen dieser Art so sehen.

Denn wie du sicherlich weißt, darf hier im Forum keine Beratung zu konkreten Fällen stattfinden.

Alles Gute und beste Grüße
Nils

EDIT:

Auch bei solchen Fällen kann ich übrigens empfehlen, gedanklich nah an der Praxis zu bleiben und nicht zu sehr in die Theorie abzudriften.

Theoretisch ist die Sachlage klar: Rechte liegen beim Musiker. Geld für Nutzung ... in welcher Höhe auch immer ... müsste fließen.

ABER: Bringt es dem Musiker in der Realität einen Schaden? => Nein?
Bringt es dem Unternehmer einen direkten Gewinn? => Nein?
Dann wird es schwierig: Bringt es dem Unternehmer einen indirekten Gewinn oder Vorteil?
=> Wenn ja, wie hoch ist der? => Und vor allem: wie direkt ist der mit der Musik beziehungsweise den 50.000 CDs verbunden?

Kurzum: Welchen NUTZEN hat die Musik für den Unternehmer?
Oder ist das ein nettes 'Gimmick' und der Unternehmer gibt eigentlich mehr Geld aus, als der dadurch einnimmt(?)
... und so weiter.

MEISTENS kommt dabei nach meiner Erfahrung folgendes heraus:

* Für den Unternehmer ist eine solche Aktion 'nice to have', aber nicht notwendig. Das machen Unternehmen meistens so 'nebenbei'.

* Manchmal gibt der Unternehmer sogar viel Geld AUS, ohne, dass durch DIESE Maßnahme etwas wieder rein kommt. Eher ein 'nettes Präsent' für die Kunden. UND er bezahlt ... aus seiner Sicht ... ja schon die CDs. UND eventuell auch noch GEMA- Gebühren. (Vorausgesetzt der Komponist ist GEMA-Mitglied.) Daher ist im NACHHINEIN ... zumindest einem Laien ... schwer zu erklären, warum die Musik 'noch mal' vergütet werden müsste. ... Für MUSIKER ist das natürlich sofort klar. Für fast alle anderen, ist das nicht so klar.

* Solche Aktionen haben zwar i.d.R. irgendwelche 'Vorteile' für den Unternehmer. Er macht damit Werbung. ... Ob das zu Umsätzen führt, steht auf einem anderen Blatt. Ja, ich weiß: Der Musiker MÜSSTE trotzdem bezahlt werden und ihm KÖNNEN auch die Umsätze des Unternehmers egal sein.

* In der Regel sagt sich der Musiker am Ende: "Naja, lief nicht gut. Ich werde draus lernen." ... und beim nächsten Mal läuft es dann in der Regel besser, weil der AuftragNEHMER, also Freiberufler, die Nutzungs-Einräumung genauer und schriftlich klärt.




Warum es nur selten dazu kommt, dass der Komponist eines unerwarteten Mega-Hits seine Rechte vor Gericht durchsetzen will

13.03.2009 21:45:33

Zitat von UranusEXP
Ja, setzt niemand dieses Recht durch? Weil man sich vor den wirtschaftlich übermächtigen Vertreten fürchtet und natürlich auch von denen abhängig ist? [... Zitat geht weiter ...] mit anderen solche Rechte auf breiter Basis durchsetzen kann?

Hallo Uranus,

nein. Der Grund ist, meiner Meinung und Erfahrung nach, dass es extrem selten ist, dass dieser genannte "unerwartete Hit"-Fall eintritt.

Soll heißen: FAST niemand schraubt einen HIT zusammen, ohne die ABSICHT einen Hit zu landen.

Es gibt nach meiner Erfahrung nur zwei Möglichkeiten:

1. Wenn die besagte Absicht (einen Hit zu landen) vorhanden ist, wird der Betreffende alles klären (und hat üblicherweise auch Ahnung, wie er so etwas macht. Oder verschafft sich diese schnell).
Zudem ... eine von mir persönlich erlebte Erfahrung ... sind 'Hit-Macher' MEIßTENS die Leute im Musikgeschäft mit denen man auf dieser 'Rechte'-Ebene durchaus vernünftig und fair reden kann.

2. Wenn diese Absicht nicht da ist, wird es auch in 99,9% aller Fälle (oder mehr noch) kein Hit. ... In diesem Fall tritt dann genau das ein, was du beschreibst:

Zitat von UranusEXP
(...) wo's im Endeffekt nur um kindische Streitereien geht. Bei denen, wo's um Geld und wirtschaftliche Existenzen geht, regt sich da ironischerweise eher wenig!

Siehe dazu auch mein Beispiel mit "Rock You Like A Hurricane".

Hier geht's direkt zu meinem Beitrag, wo ich das erkläre: Die Unterscheidung
"Amateur-Denken: persönliche Befindlichkeiten und Machtspielchen"
vs. "Profi-Denken: wirtschaftliche Interessen".

Und das ist auch ... meiner Meinung nach ... des Rätsels Lösung:

[[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Urheberrechtsgesetz, angemessene Vergütung, Praxisrelevanz

13.03.2009 20:30:36
Hallo zusammen,

habe noch mal kurz quergelesen. Aus meiner Sicht drei Dinge:

1. Ich kenne auch ... zumindest das Gesetz ... der "angemessenen Vergütung". Das existiert.

2. So, wie ich dieses Gesetz verstanden habe, handelt es sich allerdings wirklich um eine 'Schutz-Regelung' für Extrem-Fälle.

Soll heißen: Ich kann da sowohl UranusEXP, als auch Bernd zustimmen: Ja, es gibt wohl dieses Gesetz. | Aber: Auch ich habe noch nie einen Fall in der Praxis erlebt, wo jemand diese Rechte durchsetzte.

3. In der Praxis würde ich immer ... insbesondere, wenn die Stimmung freundschaftlich und gut ist ... alles genau und möglichst schriftlich klären.
... Wenn die Stimmung angespannt ist, dann sowieso!

In unserem hypothetischen Fall scheint mir genau letzteres der Fall zu sein.

Daher würde ich genau das vorschlagen, was Bernd sagte:

=> Zettel nehmen, oder Quittungsblock, oder kurzen Vertrag / Schrieb aufsetzen. ... Alle Parteien unterschreiben und erklären sich mit den Bedingungen einverstanden.

Fertig. Ende.
(In 99% aller Fälle).

Und sobald ihr damit überraschender Weise extrem viel Geld macht und ... warum auch immer ... keine faire, prozentuale Regelung gefunden habt ... dann kann man sich immer noch um die oben genannte "angemessene Vergütung" unterhalten.

Insgesamt kann ich empfehlen, immer 'klar Schiff' in der Band zu halten. Offen reden, die zu klärenden Sachen zwischen den Leuten klären. Das geht ... unter vernünftigen Leuten ... auch ohne großes 'Wie sind meine Rechte GANZ genau ...'-Zeug und hilft ungemein, um eine Band gesund zu halten.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Urheberrechte wenn Bandmitglieder die Band verlassen haben

10.03.2009 15:45:31
Zitat von gothandroll
In der der Zwischenzeit haben einige Musiker/Sänger, die nicht Komponist oder Texter ware -also "nur" Musiker/Sänger- gewechselt.

Nils_k: Hallo Gothandroll,

wie es die Forum-Regeln verlangen, wechsele ich hiermit mal zur rein hypothetischen Betrachtungweise.

Also, mal angenommen jemand hätte eine Band. Die Besetzung wechselt und NICHT- Komponisten (Leute, die NICHT an der Entstehung der genannten Werke beteiligt waren, also auch keine Rechte an den Werken halten) verlassen die Band.

Selbstverständlich können die Komponisten (Musik-Komponist, Text-Dichter) auch mit einer anderen Besetzung ihre Musik einspielen.

Die besagten Nicht-Komponisten dürfen den Rechte-Inhabern der Werke diesbezüglich gar nichts verbieten.

Zu klären wäre eigentlich "nur", ob es sich WIRKLICH um Nicht-Komponisten handelt und ob die das genau so sehen. Diese Lage solltet ihr am besten per Band-Vertrag, also in irgendeiner Form schriftlich, klären. Also: euch darüber einig sein, wer / was komponiert hat.

Wenn diese Lage geklärt ist und es stimmt, dass die Urheber die Stücke neu aufnehmen wollen, ist das kein Problem!
- - - - -

FALLS die Lage so ist, dass die 'alten' Musiker bereits etwas eingespielt haben(?), sind dabei so genannte Leistungsschutzrechte entstanden, die über die GVL vergütet werden können.

Auf die URHEBER-Rechte hat das allerdings keinen Einfluss.
- - - - -

Hoffe, damit ist alles geklärt. (?)

Wenn nicht, poste noch mal, zu diesem rein HYPOTHETISCHEN Fall.

Alles Gute und beste Grüße
Nils

EDIT: Eine Einschränkung noch!
Wenn die anderen Musiker schon eingespielt haben ... so wie du es indirekt schreibst (richtig?). => Ich weiß nicht, ob es möglicherweise eine Art 'Blockier-Recht' für Leistungsschutzrechte gibt!

Es könnte sein, dass die Musiker sagen dürfen: "Moment mal. Veröffentliche alles, was du willst. Gerne mit neuen Musikern, aber nicht mit den Tonspuren, an denen ich als einspielender Musiker beteiligt war." ... Könnte sein. Wenn ihr dazu keine genaue Absprache oder Vertrag hattet.

Merowinger, weißt du da mehr zu?

Ansonsten schau dir mal folgenden Thread an:
[[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Dieses "Geld"-Argument kann man ebenso gut auf Leistungsschutzrechte anwenden.
Der Fall könnte sogar ein ähnlicher sein. Schau einfach mal in den Thread rein.




Urheberrecht, wahrnehmbare Form

04.03.2009 22:01:48
Hallo Merowinger,

nun wollen wir mal juristisch präzise bleiben *grins* ...
(diese Anmerkung ist ein kleiner, amüsanter Insider aus vorherigen Threads)

... Das Werk zu erschaffen genügt nicht. Es muss in eine 'wahrnehmbare Form' gebracht werden!
Alles Gute und beste Grüße
Nils




Songs schützen / Urheberrechte schützen

13.04.2009 17:22:43

Zitat eines anderen Forum-Teilnehmers (im Folgenden in der Regel nicht mehr gekennzeichnet; ergibt sich dann in der Regel aus dem Zusammenhang): "Wenn ihr unbedingt eure Songs schützen wollt, dann packt die innen Briefumschlag und schickt die per Einschreiben an euch selbst.

Das war ein kostenfreier Tip von einem Rechtsanwalt!"

Nils_k: Hallo P@trick,

das mag ein "kostenfreier" Tipp gewesen sein, allerdings auch ein sehr ungenauer.

Jeder, der die Rechtslage in- und auswendig kennt (so wie du wahrscheinlich), weiß natürlich, was damit gemeint ist. Aber für ein öffentliches Forum, in dem sich auch Leute tummeln, die möglicherweise gerade das erste Mal auf dieses Thema stoßen, ist das nicht erklärend genug. Wenn du es ganz genau betrachten willst, ist die Aussage sogar falsch.
- -

Wie du als Rechtsanwalt(?) wissen solltest, werden Songrechte keinesfalls durch einen Briefumschlag geschützt, sondern durch das Urheberrechtsgesetz.
http://www.bundesrecht.juris.de/urhg/index.html

Ein ungeöffneter Briefumschlag, der einen deutlich lesbaren Poststempel (Datum) trägt UND bei dem beimm Öffnen eine Beschädigung verursacht werden muss, kann vor Gericht allerdings als Beweismittel anerkannt werden, um zu zeigen, wem ein Werk zuerst bekannt war.
(Natürlich muss der Brief dazu ungeöffnet bleiben, bis es zu einer Gerichtsverhandlung kommt und dann muss der Brief von einem Rechtsanwalt oder wem auch immer vor Gericht erstmals geöffnet werden; sonst wäre das ja sinnlos.)

Das ist eine Möglichkeit um ein ... relativ gutes ... Beweismittel zu haben.

Es gibt allerdings heutzutage auch andere, digitale Möglichkeiten, um etwas ähnliches durchzuführen. Beispielsweise die Firma http://www.priormart.com/de/ bietet an, dass man dort Werke hoch-laden kann und damit beweisen kann, zu welchem Zeitpunkt einem das Werk bekannt war. Dieser Service ist kostenpflichtig. Ein Bekannter von mir, Profi-Gitarrist und Komponist, nutzt den und ist offenbar zufrieden damit.

Ich selbst habe diesen Service NICHT getestet und möchte diesen Service auch NICHT unbedingt empfehlen. Möchte nur darauf hinweisen, DASS es so etwas gibt.
Allein die Formulierungen, die dort auf der Startseite verwendet werden gefallen mir persönlich nicht. Denn auch dort wird 'Schützen' mit 'Beweismittel erstellen' gleich gesetzt, was unwissenden Komponisten meiner Einschätzung nach den Eindruck vermitteln könnte, sie müssten dort etwas hoch laden, um es zu schützen.
Man müsste hier der Klarheit wegen, für mein Verständnis, den Urheber RICHTIG aufklären und ganz klar sagen: "Du hast die Rechte. UND jetzt ist es in der Regel wichtig für dich, dass du das auch beweisen kannst. ... Wir bieten folgende Möglichkeit ... (und dann deren Service erklären)".
- -

KÖNNTE sein, dass das trotzdem ein guter Service ist. So weit nur mein erster, kurzer Eindruck davon. Ob das Teil gut ist, oder es etwas besseres gibt, das möge bitte jeder selbst für sich feststellen, oder einen anderen Service wählen (ich schätze mal, von so etwas gibt es noch ein paar andere Anbieter).

Allerdings sollte man ... insbsondere hier im Forum, ganz klar verständlich vermitteln, dass 1) 'Schutz' per Gesetz zustande kommt und DANN 2) ein 'Beweismittel' in der Regel sehr sinnvoll ist.

EINE Möglichkeit für ein Beweismittel ist ein solcher Brief.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Titelschutz von Musikstücken

05.03.2009 21:34:58

wie-schuetze-ich-meine-songs-6.html
Hallo Boomshop,
danke für das Tutorial.

Ich persönlich denke, dass das ganze Thema "Titelschutz" von vielen Musikern stark überschätzt wird.

Meine persönliche Einschätzung und Meinung dazu ... auch aus Sicht eines Ex-Plattenfirmen-Mitarbeiters (mir) könnt ihr im folgenden Beitrag lesen: Link, direkt zum Thread:

[[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Eine Sache möchte ich hier noch anmerken:

Die ... meiner Meinung nach ... beste und definitiv coolste Möglichkeit einen Song zu "schützen" ist, ihn im großen Stil zu veröffentlichen!

Sobald ein Titel bundesweit bekannt ist, hast du vor Gericht sehr gute Chancen, dass du eine ganze Reihe von 'Zeugen' einladen kannst, die alle bestätigen, dass du der Urheber des Songs bist.

Diese Möglichkeit (den positivsten Weg!) sollte man meiner Meinung nach unbedingt auch in Betracht ziehen!

... Und ansonsten würde ich empfehlen, sich um dieses ganze Thema mal weniger Sorgen zu machen. (Siehe Beitrag von mir, oben.)

Alles Gute und beste Grüße
Nils

EDIT:
P.S.: Übrigens finde ich, solltest du den genauen Zusammenhang "Titel bei der GEMA anmelden" und "Titel schützen" ganz präzise auseinanderhalten.
Ich weiß natürlich, dass ... auch vor Gericht, so weit ich informiert bin ... EHER vermutet wird, dass der bei der GEMA eingetragene Komponist der Urheber ist.
Dabei handelt es sich allerdings um eine Art 'erste Annahme'. Sozusagen, so lange keine anderen, besseren Beweise vorliegen.
Daher noch mal ganz deutlich. Wie schon jemand weiter oben, völlig richtig schrieb: Die GEMA schützt keine Rechte. Die GEMA ist ein reiner Geld-Umschichter.
Siehe auch, in diesem Thread:
[[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Ich bete jede Nacht, dass sich das endlich mal in der Musiker-Szene herumspricht!

(Und der Kassenwart der GEMA betet wahrscheinlich das Gegenteil, damit sich jeder verunsicherte Jung-Komponist, selbst ohne entsprechende Ansprüche aus Musik-Verwertungen, erstmal sinnloser Weise bei der GEMA anmeldet und die Aufnahme-Gebühr, sowie Jahresbeiträge zahlt.
Zusammen mit diesem besagten Kassenwart beten wahrscheinlich auch alle Musikanwälte und Notare. Damit sie weiterhin für ziemlich viel Geld, massenweise Beweismittel erstellen, für Songs, die realistisch betrachtet wahrscheinlich ohnehin niemand klauen würde!
Siehe auch meine Ausführungen im ersten, oben verlinkten Beitrag, was ich damit im Detail meine.)
- -

Wie auch immer: Solche missverständlichen Ausführungen wie zu Beginn des Threads finde ich für ein Forum, wo sich auch Anfänger tummeln, etwas schwierig. Das schürt den genannten 'GEMA-Mythos'.




Mitmusikern verbieten ein Werk zu nutzen?

07.03.2009 20:40:46

Hallo Ambee,

OK, herzlichen Dank. Interessanter Hinweis!
Ich war bei meiner Antwort davon ausgegangen, dass es sich um einen Texter handelt. Hatte zu schnell gelesen.

Aber noch mal: Da sich ... rein hypothetisch natürlich nur ... hinter diesem hypothetischen Fall ein real zu klärendes Problem verbergen könnte ... das wir hier im Forum natürlich nur rein hypothetisch besprechen ...

... dann würde ich weiterhin behaupten:
1) In der Praxis findet man ... unter vernünftigen Leuten ... immer eine gute Lösung. und
2) Sobald Geldfluss im Spiel ist, erübrigt sich die Frage "Möchte ich wirklich jemandem verbieten mein Werk zu nutzen und mir dadurch Geld zuzuspielen" ebenfalls in den meisten Fällen. (Siehe oben, Beispiel von den Scorpions).

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Urheberrecht und die Musiker-Angst vor Titelklau, Praxisbeispiel: Die Ärzte, Song: "Samen im Darm"

07.03.2009 03:34:53
Hallo [okp]Razor,

cool, vielen Dank für's Auftreiben dieses Threads!

Habe das jetzt noch mal überflogen, was 2005 dort besprochen wurde.
Es hat sich ja in der Tat offenbar alles sehr positiv geklärt!

Daher würde ich gerne erneut jedem Komponisten, der sich Sorgen macht, dass sein Song von jemandem, der auf dem Markt erfolgreich Musik veröffentlichen kann, 'geklaut' werden könnte, empfehlen, den oben genannten Thread mal zu lesen! Denn so sieht ... meiner Einschätzung nach ... die Praxis aus, WENN es mal zu dem ... wie schon mehrfach gesagt ... sehr unwahrscheinlichen Fall kommt, dass jemand eure Musik erfolgreich veröffentlicht, OHNE euch zu fragen.

Noch mal zusammenfassend: Die Plattenfirma von "Die Ärzte" hat sich super-professionell verhalten und hat sich sofort, nachdem der Urheber sich erstmals im Internet bemerkbar machte ... beim Urheber gemeldet! ... Um die Sache unter anständigen Leuten zu klären.

Und genau so, würde sich ... nach meiner persönlichen Erfahrung ... jede Firma verhalten, die erfolgreich Musik veröffentlichen kann!

Denn die wissen doch genau was passiert ... und zudem sind es faire Geschäftsleute:

Nur mal ANGENOMMEN, die Firma hätte das nicht sofort geklärt. Dann hätte es doch bei homerecording.de ... und vielleicht in Folge dessen auch in anderen Medien, einen ziemlichen Rummel gegeben. Die Ärzte hätten dabei ihren guten Ruf verlieren können.

HABEN sie aber nicht! Der Urheber war ja geradezu begeistert und überrascht von dieser hervorragenden Reaktion der Firma.

Wie der Fall nun genau ausgegangen ist, wird in dem Thread zwar nicht erklärt, aber wie man ... finde ich ... deutlich an den Äußerungen des Urhebers herauslesen kann, war die Firma sehr daran interessiert, sofort Kontakt herzustellen und diese ganze Sache vernünftig zu klären.
Aus den Äußerungen des Komponisten kann man zudem sehen, dass er offenbar nicht so vertraut mit dem Internet ist. Daher hat er wahrscheinlich schon längst das Forum wieder verlassen und daher nichts mehr gepostet.
Wäre ja durchaus denkbar. (Siehe seine Ausführungen, wie er im Verhältnis zu Internet-Technik steht ...) Ebenso wahrscheinlich ist, das die Sache völlig vernünftig und fair geklärt wurde. So, wie das ... in der Regel ... alle Profis machen würden!

... Falls das nicht so wäre, hätte der Thread-steller sich ja höchstwahrscheinlich wieder ratsuchend an das Forum gewandt.
Daher vermute ich, als logischen Rückschluss, dass die Sache abschließend ... und entsprechend fair ... geklärt wurde.
Das macht ja alles durchaus Sinn.

Aus diesem Grund, erneut mein Appell:
Liebe Komponisten ... bitte entspannt euch mal, in dieser Richtung!

WENN eure Musik interessant für den Musikmarkt ist, dann wird jede vernünftige Firma mit euch als Personen zusammenarbeiten wollen.
Und jede 'unvernünftige', kommt eh nicht weit mit ihrer Vorgehensweise (siehe meine Ausführungen zu diesem Thema, weiter oben).

Und WENN eure Musik nicht für den Musikmarkt interessant ist ... dann klaut sowieso niemand eure Kompositionen.

Also bitte: Entspannung!

... Das macht auch das Musizieren und Komponieren viel leichter.
Und erspart so manche, *theoretische* Frage zum Thema "wie sind meine Rechte".

Siehe dazu insbesondere auch meinen Beitrag im folgenden Thread:

[[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Sowie auch:
[[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Also ... alles Gute für euch ... und beste Grüße

Nils




Werk, Urheberrecht, wahrnehmbare Form

05.03.2009 23:09:41

Nachfrage zum Thema, "Was bedeutet es, dass ein Werk, um ein Urheberrecht darauf zu haben, in wahrnehmbarer Form vorliegen muss?"

Hallo Convoice,

das bedeutet einfach, dass du dein Werk (dein Musikstück und/oder Text) aufschreiben, oder eine Aufnahme davon machen musst, um überhaupt beweisen zu können, dass du der Urheber bist. [[Anmerkung, 21.04.2010: Dazu muss das Werk allerdings von dir erstmal erschaffen sein; du hast natürlich KEIN Urheberrecht auf Werke oder andere Dinge, die du von jemand anderem nimmst, nur, weil du sie in wahrnehmbare Form bringst.]]

Aufschreiben von Musik: in der Regel in Noten oder Tabulaturen.
Text natürlich in Buchstaben. Hauptsache, es geht eindeutig daraus hervor, um welches Werk es sich handelt.

Das ist alles ganz logisch:
Der Hintergrund ist, dass du natürlich nicht sagen kannst: "Ich hatte die Idee schon viel früher ... sie war immer in meinem Kopf. Der Hit ist von mir, Herr Richter! Ich habe ihn nur vorher noch nie aufgenommen oder niedergeschrieben!"
... Damit würdest du natürlich nicht weit kommen. Ist ja völlig nachvollziehbar, dass dir das niemand glauben würde.

Übrigens ist der genaue Fachbegriff, meine ich mich zu erinnern, "es in eine materielle Form bringen". "Wahrnehmbar" wäre natürlich auch ein Live-Auftritt ohne Aufnahme.
Wie auch immer: Du brauchst sozusagen etwas 'greifbares' (Tonaufnahme, Noten oder sonstiges), aus dem hervorgeht, dass dir das besagte Werk als Erstem bekannt war. Wenn du das beweisen kannst, wird dir üblicherweise die Urheberschaft zugesprochen. (Denn wer sonst, außer dem Urheber, sollte zuerst das Werk kennen.)

Die Qualität der Aufnahme spielt dabei übrigens keine Rolle. Hauptsache, das Werk ist darauf eindeutig zu erkennen. Du kannst also auch einen zukünftigen No.1 Hit von dir, mit einem einfachen Diktiergerät, einer Handykamera, Video mit Ton, einem MP3-Recorder oder sonstwie aufnehmen. Und sobald du die Aufnahme im Kasten hast, greift sofort das Urheberrecht und du bist ganz offiziell, per Gesetz, Urheber.

Wie oben erklärt, stellt sich dann nur noch die Frage, wie du das am besten beweisen kannst.

Und wie ebenfalls umfangreich erklärt stellt sich ... für mich persönlich ... noch viel mehr die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Musiker so etwas überhaupt jemals vor Gericht beweisen muss! ... Siehe Erläuterungen, weiter oben in diesem Thread.

Alles in allem würde ich tendenziell empfehlen, dieses ganze Thema nicht überzubewerten. Meiner Erfahrung nach wird diese 'Rechte'-Sache in der Praxis bei weitem nicht so heiß gegessen, wie es in der Theorie (in Foren und in Musikerkreisen) gekocht wird. Siehe dazu meine Ausführungen, weiter oben.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Titelmeldung an die GEMA bei CD-Herstellung

04.03.2009 18:59:05

Zitat von Beyme
Solange auf der CD ausschließlich Eigenkompositionen von Leuten sind, die keine GEMA-Mitglieder sind, geht es die GEMA aber doch eigentlich nichts an, was ich mit meinen Songs mache?! Oder hab ich da was falsch verstanden?

Nils_k: Naja, die GEMA lässt dich ja sofort in Ruhe, sobald du in der besagten Meldung die Information "Nicht-GEMA-Mitglied" erklärt und unterschrieben hast.

Der Hintergrund dazu dient übrigens durchaus Musikern:
Da die GEMA eine Komponisten-Organisation einer enormen Größe ist ...
und ganz nebenbei bemerkt VON Komponisten FÜR Komponisten gegründet wurde ...
konnte die GEMA die Forderung durchsetzen, über JEDE CD-Herstellung zumindest informiert zu werden.
Und dann selbst festzustellen, ob GEMA-Zahlungen anfallen.
... Auch, wenn das für dich persönlich einen höheren Verwaltungs-Aufwand bedeutet (auch als Nicht-GEMA-Mitglied musst du eine kurze Erklärung ausfüllen) ...
es dient letztendlich dem (finanziellen) Schutz der (Profi-)Komponisten.
Mit dieser Regelung wird vermieden, dass "irgendjemand" (konkret liegt aus finanziellen Gründen die Vermutung nahe, dass ein Label auf diese Idee kommen könnte, erfolgreiche Titel noch mal 'kostengünstig' neu zu veröffentlichen ... )
CDs herstellen kann, für die entsprechende Komponisten nicht die entsprechenden GEMA-Tantiemen erhalten.
Also alles zum Schutze der Musiker.

Zitat von My Noir Spirit
Ist in Erfahrung zu bringen, welcher Song das ist?

Ja, findest du wahrscheinlich noch irgendwo im Homerecording.de Forum.
Das ist allerdings einige Jahre her. Könnte sein, dass das Archiv aus dieser Zeit mittlerweile gelöscht ist.
Wenn dich das näher interessiert, frag einfach mal dort nach, wie lange die Archiv- Daten archiviert sind. Und dann findet man den sicherlich noch irgendwo. Kann dich aber schon mal drauf vorbereiten: sooo spektakulär wurde das Thema dort, soweit ich mich erinnere, nicht behandelt.
Zudem ... vielleicht mal als kleine "Forum-Vorsichtsmaßnahme": Ich habe diese Information nur aus dem genannten Forum. Es KÖNNTE natürlich sein, dass da jemand Quatsch erzählt hat. Aber die von mir, oben, beschriebene Vorgehensweise von musikverwertenden Firmen ... und das wären "Die Ärzte" in dem Fall ... ist ja durchaus nachvollziehbar. Wir, in besagter Plattenfirma, haben zumindest immer genau so gehandelt, wie oben beschrieben. Und das durchaus auch aus GESCHÄFTLICHEM Interesse.
Nicht, weil wir so nette Menschen wären oder so etwas

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Urheberrechte sichern | und: Beispiel: Die Ärzte, Song: "Samen im Darm"

03.03.2009 17:19:52

Hallo Ginod, hallo x-Riff,

x-Riff, danke für den guten Beitrag. Wenn du erlaubst(?), würde ich gerne an ein paar Stellen kurz 'einhaken':
Zitat von x-Riff
Was Ihr beim Notar macht, ist Euer Urheberrecht zu sichern.

1) Diese Formulierung könnte ein Laie leicht missverstehen. Wahrscheinlich meinst du das Richtige: Also, das Urheberrecht ist bereits entstanden und nun geht es um die Frage "wie kann man das im Zweifelsfall vor Gericht beweisen."

Dabei würde ich allen Musikern und Bands gerne ein paar Inspirationen zu dem Thema geben ... ein paar Gedanken-Anstöße:

Bitte stellt euch mal ernsthaft, auf dem heutigen Musikmarkt, die Frage:
"Wer könnte, realistischer weise, ein Interesse daran haben meine Musik gewinnbringend zu verkaufen, OHNE mich vorher zu fragen?"
Um wie viele Personen oder Firmen handelt es sich wahrscheinlich, die genau das können UND wollen?
Und WENN das jemand macht, wie weit kommt er damit?

Ich habe mal in einer Plattenfirma gearbeitet und was glaubt ihr, was wir darum GEGEBEN hätten, auch nur einen Musik-Autoren zu finden, dessen Musik sich so leicht vermarkten lässt, dass man 'quasi nichts dazu tun' muss!
Wir hätten alles dafür getan, diese Person zu binden. ... Und nicht, EINMAL seine Songs zu klauen, vielleicht EINEN Hit zu erzielen und den verärgerten Komponisten (oder die Band) geradezu zu einer anderen Firma zu 'treiben'.
Angenommen, wir HÄTTEN das so gemacht, dann hätten WIR einen Hit (und werden verklagt) und die nächste Firma macht mit dem gleichen Komponisten, ... in guter Zusammenarbeit ... möglicherweise noch 20 Jahre einen Top-Hit nach dem nächsten.
Das wäre für uns als Firma eine Katastrophe geworden!

Auf der anderen Seite wären wir nie auf die Idee gekommen, ohne Absprache (also konkret: ohne vereinbarten Plattenvertrag) Musik oder Kompositionen von einer Band zu vermarkten, die vorher keine riesigen Erfolge hatte.
Warum sollte eine Firma das machen, ohne die Band zu fragen?
Entweder ein Komponist und eine Band sind "wahrscheinlich gewinnbringend". Dann sichert man sich die dauerhafte Zusammenarbeit mit den LEUTEN.
Oder sie sind es nicht. Dann hat man eh kein Interesse, deren Songs zu klauen. Schließlich hätte man noch einige tausend Demo-Tapes herumliegen von Bands, die sich FREUEN würden, wenn man die Musik rausbringt.

Also, eine vernünftige Firma macht so etwas nicht.
Und eine unvernünftige kommt damit nicht weit, oder gibt sogar noch Geld aus, das dann nicht wieder rein kommt.

... Insbesondere Bands, die gegebenenfalls Schwierigkeiten haben, SELBST ihre Musik zu verkaufen, oder Schwierigkeiten haben einen Plattendeal zu bekommen, weil die Musik als "wirtschaftlich nicht so interessant" eingeschätzt wird, sollten sich ... meiner persönlichen Meinung nach ... sehr gut überlegen, ob sie für ein "gesichertes Beweismittel" wirklich die Kosten für einen Musikanwalt, Notar oder sonstiges ausgeben wollen.
Und mehr als ein "gesichertes Beweismittel" liefert der Anwalt, Notar oder sonstige nicht!

Beziehungsweise, ob dieses Vorgehen wirklich Sinn macht.
Ich kann aus meiner persönlichen Erfahrung sprechen: ALLE Bands, die ich kenne, die einen Plattenvertrag haben, ODER deren Musik sich anderweitig gut verkauft, brauchten eine solche Sicherung nie in ihrem Leben.
Und die Bands, deren Musik sich gar nicht oder sehr schleppend verkauft ... sowieso nicht.

Zudem gibt es noch EINIGE, weitere Möglichkeiten, vor Gericht zu beweisen, dass man selbst der Urheber eines Musikstückes ist. Ich hoffe, das wird in dem zitierten Tutorial erklärt. (?)

Wie auch immer: mir ist persönlich KEINE Band bekannt, die einmal ihre Rechte vor Gericht verteidigen musste. Ich kenne EINEN Fall, wo "Die Ärzte" einen Song eines Forum-Teilnehmers (von homerecording.de) aufgenommen haben und ... WEIL SIE NICHT WUSSTEN, wer der Urheber ist, den Song "einfach so" aufgenommen haben.

[[Ergänzung, 21.04.2010, hier der Beitrag zu dem Ärzte-Song "Samen im Darm":
http://recording.de/Community/Forum/Homerecording/Musikrecht_und_-finanzen/44075/Post_343438.html
http://recording.de/Community/Forum/Homerecording/Musikrecht_und_-finanzen/32977/Thema_1.html

"das entscheidende Zitat" ist folgendes (falls dieses Forum noch mal umbenannt wird oder der Thread verschwindet):

"Re: da hat einer meinen song geklaut... Geschrieben 27.04.2005 15:01 #31

hi leute

also das ding läuft an! hot action rec. [[Anmerkung von Nils_k: das Label der Band 'Die Ärzte']] haben sich von selbst bei mir gemeldet (ist bemerkenswert), die haben auch diesen thread gelesen. wir versuchen es jetzt mal direkt über die gema, mal sehen was man da in erfahrung bringen kann.

@bara
bin leider am computer ne null, habe keine ahnug wie man was wie wohin packt, damit die leute sich das runterladen können. ich schick dir den song per mail. 1. orginal von 1980, 2. live 2002 samen im darm - the cretins

bis denne menne" ...

[[Anmerkung von Nils: Ich habe die Band mal herausgesucht; es müsste sich um folgende Combo handeln: MySpace-Profil der Band http://www.myspace.com/cretinshannover]]

Das bedeutet, sie haben, weil sie trotz Suche den Urheber nicht finden konnten, so gehandelt.
Nicht jedoch, aus Böswilligkeit.
ABER, als das Album draußen war und der Urheber sich beim Management meldete und sagte: "Jungs, das ist MEIN Song!", hat die Band ... natürlich ... IHN als Urheber eingetragen. Seitdem verdient er damit etwas 'Kleingeld'. ... War also kein dicker Hit, sondern irgendwo auf einem Album mit drauf.

2) Unbedingt mal die von "x-Riff" geposteten Threads lesen!
Irgendwo gibt es da auch einen Verweis auf das Urheberrecht, den ich gepostet habe.
Bitte im Hinterkopf behalten: Ihr habt das Urheberrecht, sobald ihr einen Song aufgenommen, oder als Noten niedergeschrieben habt. Der Rest ist eine reine Frage der Beweismittel!

Zitat von x-Riff
Was auf das Cover und in den Begleittext kommt, das hat eine Marketing-Seite und eine rechtliche Seite (Impressum).

Man würde in diesem Fall "Verlagsangaben" oder im Volksmund "Komponisten-Angaben" sagen. Beziehungsweise für den "Kontakt zur Band", einfach "Kontaktadresse". Ein "Impressum" heißt es bei Webseiten.

Zitat von x-Riff
Zudem - wenn die CD offiziell (beispielsweise über den Musikhandel vertrieben werden soll) muss eine sogenannt IBN-Nummer (oder ISBN-Nummer?) her - und die muss beantragt werden.

Bitte auseinander halten:

ISBN Internationale Standard Buch Nummer

1) ISBN = Internationale Standard Buch Nummer. Für Bücher.
- -

ISRC International Standard Recording Code

2) ISRC = International Standard Recording Code. Für einzelne Musik-Stücke zur eindeutigen Identifizierung, beispielsweise über das 'Phononet'-System.
- -

EAN European Article Number

3) EAN (das, was du wahrscheinlich meinst) = European Article Number.
(Manchmal auch EAC, also ... Code genannt.)
Für Produkte, zur Abrechnung mit einem Vertrieb.
Bitte http://www.gs1-germany.de/content/standards/strichcodes/index_ger.html checken, oder per Internetsuchmaschine nach "GS1" suchen.
- -

LC Labelcode GVL

4) LC = Labelcode. Ehemals 4-stellige, mittlerweile 5-stellige Nummer zur Identifizierung eines Labels. Wird insbesondere auf so genannten 'Sendelisten' von Radiostationen verwendet.
Der LC dient zur Abrechnung mit der GEMA. (Und die GEMA rechnet wiederum mit der GVL ab). Siehe dazu bitte auch http://www.bandologie.de/index.php/nuetzliche-links-fuer-musiker#zusammenhaenge-in-der-musikindustrie-video
(Erklärungs-Video zum Thema Zusammenhänge zwischen 'GEMA', Plattenfirma, Verlag und GVL.)

[[Update Juli 2010: Hier ein Ebook von mir zu dem Thema: „Die Struktur des Musikbusiness“ So sind die Zusammenhänge zwischen Plattenfirmen, Medien, Musikverlagen, GEMA und GVL http://www.bandologie.de/doc_kolonko/20100201_MySpace_Doc_Kolonko_PDF_Guide_Februar_2010.pdf]]

Welche Angaben müssen auf einer CD stehen?

Zitat von x-Riff
Am besten orientiert Ihr Euch an anderen CDs, die im Umlauf sind und die Euch gefallen.

Das würde ich als wichtigste Referenz benutzen!
Schaut euch andere CDs an. Da steht ALLES drauf, was ihr auch drauf schreiben solltet / könntet. (Wie "x-Riff" schon sagte: das ist teilweise eine rechtliche, teilweise eine Marketing-Entscheidung).
Zitat von x-Riff
Ansonsten gibt es für Euch noch einiges zu klären - es macht auf jeden Fall Sinn, dass Ihr mal in gleichlautende threads schaut - zum Teil ist das da alles viel detaillierter aufgelistet.

Würde ich in dem Fall dringend empfehlen.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




01.03.2009 23:02:09

Hallo Gincool,

na, wenn vorläufig alle Fragen geklärt sind(?), dann melde dich gerne einfach wieder, falls noch 'ne Frage auftaucht.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Wie man eine Band oder größere Projekte organisiert

07.03.2009 23:22:11

Hallo Lux88,

hast du diese konkrete Frage schon an 'Mock' gesendet, der in dem oben verlinkten Thread extra um Feedback von Musikern gebeten hatte?

Falls nicht, mach das doch mal. Der ist von Bandorg, der weiß am besten, was die Plattform kann und was nicht. Dann kannst du die Lösung auch direkt hier in den Thread einfügen, damit alle anderen Mitleser bescheid wissen.
- - - - - - - -

... Eine bessere Band-Organisation, außer, wenn alle einen Macintosh und synchronisierte Kalender hätten, ist mir nicht bekannt.

Nils_k: Ich persönlich löse solche Koordinations-Fragen ganz simpel per Rundmail.
Das klappte bisher immer bestens. Sowohl für Bands, als auch für größere Firmen-Projekte mit bis zu 10 beteiligten Personen, die dann teilweise wieder mit einem jeweils anderen Team oder ihrer Agentur im Austausch standen.
Auf diese Weise haben wir bundesweite CD-Veröffentlichungen, Videodrehs, diverse Kooperationsvereinbarungen, Groß-Events in Clubs, Autogrammstunden und Filmdrehs organisiert. Das geht schon.
Für Firmen-Projekte hatte ich mir mal ca. 120 Email-Ordner angelegt, weil es immer ca. 5 bis 15 aktuelle 'Themen' gab und dann eine Reihe von Projekten, auf die man noch mal 1-2 Jahre danach sofort zugreifen können musste. Das ging alles per Rundmail, per Telefon und mit ein paar handgeschriebenen Notizzetteln.

Falls ihr so viele Auftritte habt, dass ihr mit der Koordination nicht mehr hinterher kommt(?), solltet ihr euch eine Booking-Agentur und / oder ein gutes Management besorgen.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Als Musiker größere Datenmengen austauschen

02.03.2009 03:09:35

Hallo My-chemical-dani,

wenn ich das richtig verstehe(?), willst du Dateien (also Datenmenge) irgendwo hochladen ... und dann von anderen wieder runterladen lassen können.
Richtig?

Ich nutze seit einigen Tagen eine so genannte 'Dropbox'.

Dieses Projekt ist momentan in der 'Beta'-Phase, also das Produkt ist wohl noch nicht offiziell auf dem Markt. Ich finde das Teil allerdings HAMMER-mäßig!
Zusammenfassung:
* Du hast einen 'Dropbox'-Ordner auf deinem Rechner

* Der 'gleiche' Ordner existiert dann auch online

* Alles, was du in diesen Ordner ziehst, läd sich automatisch in deine 'Dropbox' ... also geht online

(das ist eigentlich schon alles. EINFACH und ... ich finde: genial.)

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* => Zu jeder Datei im 'Public'-Ordner gibt es einen direkten Link, den du an andere versenden kannst. Dann können die NUR DIESE Datei downloaden.
(Diese Links sind mit diversen Zahlen versehen ... also die findet niemand anderes, wenn du ihm die nicht direkt sendest). Ich VERMUTE, dass die Dateien auch gegen Crawler-Zugriffe, also Suchmaschinen, geschützt sind, denn das ganze Projekt wirkt sehr durchdacht und gut aufgestellt.
Habe nach meinen Dateinamen per Google gesucht ... nichts gefunden. Also, das scheint 'gesichert' zu sein.

* Du kannst Ordner anlegen, auf die NUR andere 'Dropbox'- Nutzer zugreifen können. Dann können die also auf den ORDNER zugreifen. Solange du ihnen die Rechte dazu gibst. (Du hast die Möglichkeit per 'unshare' die Rechte für einzelne Nutzer wieder zu entziehen).

* Das bedeutet, du kannst auch von jedem anderen Rechner, per Web-Interface, auf deine Daten zugreifen. Z.B. wenn du in einem Internet-Café bist, oder bei einem Kumpel.

* Bis zu 2 GB sind kostenlos.
Mehr Speicherplatz kostet irgendwas. $10 oder so.
- - - - - - -

Ich habe die kostenlose '2 GB Version' und bin absolut begeistert.

Ich habe zwar AUCH einen FTP-Zugang, eine Webseite, Server-Speicherplatz, ich kenne Rapidshare, Yousendit etc. ... aber diese Möglichkeit: "In den Ordner ziehen; fertig." ... finde ich einfach zu geil

Kann ich echt guten Gewissens empfehlen.
Ich hoffe, dieser Dienst bleibt auf Dauer bis 2 GB kostenlos

www.getdropbox.com

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Bandorg.de

07.03.2009 21:39:32

Hallo Lux88,

ja, wenn ich die Beschreibung der Webseite richtig verstehe, bietet das neue Angebot www.bandorg.de genau das, wonach du suchst.

Das Thema kam gerade auf, in folgendem Thread:
[[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Alles Gute und beste Grüße
Nils

P.S.: Sobald du 'Bandorg' ausprobiert hast, würde mich interessieren, wie das so ist! Wäre klasse, wenn du deinen Erfahrungsbericht hier posten könntest! Dann kann ich das eventuell in meine hübsche Liste, "Nützliche Links für Musiker" bei Bandologie, einbauen.
http://www.bandologie.de/index.php/nuetzliche-links-fuer-musiker




Geld als Schuld – Thema außerhalb des Bereichs Musikindustrie

21.04.2009 11:35:45

[[Anmerkung von Nils, 24.04.2010: Ausnahmsweise gibt es hier einen kleinen Einwurf AUSSERHALB des Bereichs "Musikindustrie" ... ja, wer es bisher nicht wusste: Ich beschäftige mich auch gelegentlich noch mit anderen Dingen ... ;) ]]

Geld als Schuld - Video zu unserem Geldsystem
Für alle Interessierten, hier ein Video zu unserem Geldsystem:

... aus der Video-Beschreibung:
"Wie entsteht überhaupt Geld? Wissen sie es? Paul Grignons eindrucksvoller Film erklärt in anschaulicher Weise, warum alle Welt soviele Schulden hat -- und was man dagegen tun könnte! Gerade mal so lange wie eine Schulstunde, erklärt dieser Film mehr über unsere Welt, als uns in Jahren des Schulbank Drückens jemals gezeigt wurde. Wenn auch sie tagtäglich dem lieben Geld nachjagen, wird die verblüffende Erkenntnis der wahren Natur ihrer Beute sie mit Sicherheit interessieren! Und wenn nicht, gibts natürlich das Geld zurück...^^" (Moonfire Studio / Lifeboat News)

[[Anmerkung von Nils, 24.04.2010: Ich habe dieses Video, "Geld als Schuld", hier entfernt, denn nachdem ich die Ausführungen von Professor Bernd Senf zu diesem Thema gesehen habe, finde ich es im Nachhinein nicht angemessen, ein entscheidendes und brisantes Thema wie 'unser Geldsystem' anhand von Comicfiguren darzustellen ... ich persönlich will mir keine Comic-Filme zu diesem Thema ansehen, wenn ein Volkswirtschafts-Professor aus Berlin zum gleichen Thema viel tiefgreifendere Informationen persönlich erzählt. ... Also, bitte immer das Gehirn eingeschaltet lassen, AUCH Herr Professor Senf hat gewisse Angewohnheiten und Sichtweisen, die ich nicht ohne Weiteres unterschreiben würde ... aber, es ist mal wieder 'das Beste, was ich bisher zu diesem Thema im Internet finden konnte': http://video.google.com/videoplay?docid=-2468406615674428946#

[[Anmerkung von Nils, 24.04.2010: Die daraufhin losgetretene Diskussion erspare ich euch hier auf der Bandologie-Webseite ... die wesentlich besseren Informationen kommen direkt aus dem besagten Video.]] Grüße
Nils




Antwort auf Frage, warum die GEMA so viele Angaben zum Autoren haben möchte

07.05.2009 22:41:47

Hallo 6Red6Dragon6,

ich vermute, das dient zur besseren Identifikation der Mitglieder.

Damit man "Heinz-Werner Otto" aus Glattbach unterscheiden kann von "Heinz-Werner Otto" aus Bergedorf.
Oder aber, falls der Autor unsauber schreibt, hat man einfach mehr Anhaltspunkte, den richtigen zu finden.
Das ist allerdings nur eine Vermutung ...

Übrigens ist mittlerweile einer meiner "Lieblings-Links" den ich hier poste, folgender:
http://www.gema.de/page/kontakt/ Und bevor du anrufst, solltest du unbedingt DIESES Lied hier hören:

"Eure Mütter: Der Typ, der bei der GEMA die Titel eintippt ..."
http://www.youtube.com/watch?v=KVf6QqIT-tw

Alles Gute und beste Grüße
Nils
P.S.: Der Titel ist Fett gedruckt, weil Langstück.

[[Anmerkung von Nils, 24.04.2010: Es gab einige Anmerkungen zu diesem Video, die ich nicht ganz nachvollziehen kann. Zur Klärung an alle, die dieses 'amüsante Musikstück' in den falschen Hals kriegen: Es handelt sich hier eher um einen Scherz der Band und NICHT um ein politisches Statement. Man möge dieses Musikstück mit etwas Humor betrachten oder ansonsten einfach gar nicht näher ansehen.]]




Wie man ein professionelles Newslettersystem aufsetzt

02.04.2009 18:01:23
Danke für die Antworten.

Problem ist erledigt.

"Jemand" ... hat sich ein professionelles Newsletter-System besorgt, alleine schon, um keine Liste pflegen zu müssen und um allen Empfängern die Anmeldung, Abmeldung und Ummeldung so einfach und komfortabel wie möglich zu machen.

Falls jemand von diesem Board ... zufällig gerade auf der Bandologie Webseite unterwegs ist, kann er das System ja direkt mal testen!
Ich freue mich über neue Anmeldungen und haue ... so denke ich doch ... ziemlich solide Tipps für Musiker per Newsletter raus. (Den ersten, der gestern raus ging, kann man auf der Webseite testweise als PDF downloaden).

Kaum eingerichtet, schneien schon die ersten Anmeldungen rein ... und ich hatte mich schon gewundert, ob meine Statistiken spinnen oder so ... Da sind ja offenbar WIRKLICH 'nen Schwung Leute auf der Seite ...

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Rechtliche Richtlinien zur Newsletter-Eintragung / Austragung?

01.04.2009 21:47:25

Rechtliche Richtlinien zur Newsletter-Eintragung / Austragung?

Mal angenommen ...

... "jemand" wollte einen Newsletter versenden und würde gerne seiner Kundschaft eine rechtlich astreine Lösung bieten ...

Was gibt es zu beachten, AUßER, dass natürlich nur Adressen verwendet werden dürfen, die dem Newsletter-Empfang eindeutig zugestimmt haben UND, dass es natürlich eine Austrage-Möglichkeit in jedem Newsletter gibt.

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
* Muss beim Newsletter eine technisch automatische Austragung aus rechtlicher Sicht sein? (Oder würde es genügen, wenn dieser *jemand* per Hand eine Liste pflegt und alle, die raus wollen, austrägt?)

* Muss es beim Newsletter-Eintrag einen Doppel-Opt.-In oder so etwas geben? Wenn ja, wie ist die rechtliche Regelung dazu?

* Oder KÖNNTE dieser jemand ganz einfach jeden Monat eine Email per Mail-Programm raus senden und alle Empfänger auf "BCC" setzen?
(Ich meine natürlich nicht, ob das technisch geht, oder ob jemand anderes das hier vielleicht in der Praxis so macht ... sondern ob das, wenn man es rechtlich genau nimmt, korrekt so ist. ?)
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Wäre klasse, wenn dazu jemand seine möglichst fundierte Meinung äußern könnte!

Beispielsweise der Merowinger, oder auch der ThomasA1000

Alles Gute und beste Grüße
Nils




"Deutschland sucht nichts. Aber wir suchen in uns selbst den Superstar"

24.03.2009 15:17:41

Zitat von chrizmo
Also ich überlege ernsthaft mir vor dem Gitarrenkauf ne Videokamera zu besorgen und dann alles wirklich von Anfang an aufzunehmen, klingt schon verlockend

Macht das auf jeden Fall! Wenn ihr mit etwas groß rauskommt, dann mit der passenden Reality-SOAP zu der Aktion!

Du solltest die Kamera unbedingt VOR der Gitarre kaufen!

Wenn du verrückt genug drauf bist(?), dann ruf am besten mal ganz dreist bei MTV und bei Myspace an. Die senden so verrücktes Zeugs mittlerweile ja mehr als 'gute Musik'. Nicht vergessen: Für den Fall, dass es nicht klappt, nimmst du diese Telefonate natürlich per Kamera auf! (Deine Seite darfst du ja mitschneiden. Für die Aussagen des Gesprächs- Partners bräuchtest du natürlich eine Genehmigung.)

Ihr könnt ja eine neue Show machen: "DSNAWSIUSDS".
"Deutschland sucht nichts. Aber wir suchen in uns selbst den Superstar!" ...

Zitat von chrizmo
Aber hey, für nen passenden Bandnamen haben wir uns schon entschieden:
"Walking Disaster"

Einen Vorteil habt ihr gegenüber manch anderen Bands:

bei euch passt zumindest alles zusammen!!
Ein absolut stimmiges Gesamtkonzept! ;)

[[Anmerkung von Nils, 24.04.2010: Das war natürlich ein humorvoller Einwurf, keine ernsthafte Aussage]].

Haut rein und viel Glück bei der Aktion.
Das werdet ihr in dem Fall brauchen.

Nils

P.S.: Seid ihr überhaupt alt genug um diesen Text singen zu dürfen? ;)




Tipps zum Studioaufenthalt

06.04.2009 13:20:40

Hallo lieber Denz,

um "Demos zu Veranstaltern zu senden" ist das auf jeden Fall OK.
Der Studiopreis ist günstig.
Kurze Checkliste (teilweise schon weiter oben genannt):

* PDF lesen.
* Mit Studio-Typ persönlich sprechen
* Genau besprechen was ihr macht, wie lange und was bezahlt wird. Die Idee mit den Pauschalen ist gut. Versuche das mit dem Studio-Typen zu besprechen. (=> Alles zusammen: Eine Art 'Plan' machen!).
* Musiker müssen sich alle gut vorbereiten.
* Nehmt euch genug Zeit für die Mixe.
* Sprich mit dem Studio-Typen über die Möglichkeit, nach einer Woche noch mal etwas an den Mixen verändern zu können.

=> Dann sollte das klar gehen!

Alles Gute und viel Erfolg mit den Aufnahmen!

Nils

P.S.: Falls ihr mit der Band mal 'mehr' erreichen wollt (und das nicht nur so mal dahin gesponnen, sondern mit mehr Ambitionen), poste einfach noch mal in einem anderen Thread. ... Ich bin hier meistens [[nicht mehr]] unterwegs, [[sondern über die Bandologie-Seite zu erreichen]].




Ist dieser Studiopreis fair?

05.04.2009 23:54:17

Zitat von denz
hey,
nen kumpel hat mir nen angebot für studio recording gemacht und zwar pro stunde 15 euro. hab ka wie viel sowas normalerweise kostet.

Hallo lieber denz,

ich hole mal kurz etwas aus, um dir einen schnellen Überblick zu geben.
Und komme dann auf ganz konkrete Tipps.

Zunächst mal: Deine Frage ist ähnlich, als würdest du fragen, was es pro Stunde kostet ein Model zu buchen. ... Irgendein hübsches Mädel kriegst du wahrscheinlich umsonst, wenn du etwas suchst und du dich gut mit ihr verstehst.

Wenn du Heidi Klum buchen willst, kommst du unter 20.000 Euro wahrscheinlich nichtmal zu einem Termin.

... So ähnlich ist es auch mit Studios: Von 'kostenlos / Freundschaftsdeal' bis zu 100 Euro pro Stunde oder sogar mehr ist alles möglich.

Die Frage ist immer: Was soll das Ergebnis sein?

Wenn du einen Flyer für eine private Party machst, genügt dir als Model das hübsche Mädel von nebenan. ... Wenn du die nächste H&M-Kampagne gestalten sollst, ist es ratsam, Heidi Klum zu bezahlen.
Und dazwischen gibt es noch ca. tausend weitere Möglichkeiten ...

... So ähnlich ist es auch mit Musik und Studios. => Eine Frage dessen, was ihr wollt. (?) ... Vielleicht solltest du das hier kurz ergänzen, damit du passendere Tipps erhältst.

Zitat von denz
die quali wäre ungefähr so:

http://www.myspace.com/embutidomusic

sind 15 fair für die quali?

Das kann man pauschal nicht beantworten. Es gibt Musiker, die würden für diese Qualität keinen Cent ausgeben, weil sie erfahrungsgemäß nicht genügen wird, um eine professionelle Veröffentlichung zu machen oder 'mehr' mit der Band zu reissen.

Andere hingegen wären froh, wenn sie mal solche Qualität erreichen würden.

... Man kann es nicht sagen, ohne eure Ziele zu kennen.

(Ich könnte jetzt darüber mutmaßen ... aber schreib du mal lieber, wie du eure Ziele siehst.)

Zitat von denz
und wie lang brau man eigentlich für so aufnahmen, sagen wa al für einen song wenn er scho steht und alle ihn eigentlich singen und spielen können ? ? ?

Das kann man schon eher beantworten:

Üblicherweise braucht ein semiprofessioneller Musiker, der gut vorbereitet ist ca. 3-4 Takes, um eine Nummer zielsicher einzuspielen.

Einige brauchen weniger, einige etwas mehr.

Wenn Leute hervorragend vorbereitet sind brauchen sie meistens nur 1-2 Takes. Das wäre auch das, was ich euch empfehle: Gute Vorbereitung.

Wenn ihr nur EINEN Song einspielt(?), solltet ihr mit den Aufnahmen innerhalb von ca. 6-8 Stunden fertig sein. Inklusive Drums aufbauen und so weiter.

Wenn ihr mehrere Songs (5-6) aufnehmt schafft ihr ungefähr die Aufnahmen für ein Instrument pro Tag (ein Tag Drums, ein Tag Gitarren etc.).
Ist natürlich auch abhängig davon, welche Ansprüche ihr habt und wie gut die Leute vorbereitet sind.

Aber Vorsicht: Das Mixen eines Songs kann durchaus wesentlich länger dauern. Am besten sprichst du mal mit dem besagten Tontechniker darüber, wie ihr euch das alles so vorstellt und was er vorschlägt!

Es GIBT Leute ... auch Profis ... die verbringen WOCHEN mit den Aufnahmen zu ein paar wenigen Songs. ... Und dann Monate mit dem Mixen.

Andere wiederum spielen beim ersten oder zweiten Take ein, mixen dann 3-4 Stunden und fertig.

... Ein paar 'ganz harte' spielen gleich mit der ganzen Band ein und singen dann nur noch drüber. Das haben wir mal gemacht. Dann kannst du am Tag eine ganze Reihe von Songs aufnehmen ... das ist allerdings eher die Ausnahme.

Tipp: Sprich mit dem Tontechniker und mit deiner Band, was ihr euch so vorstellt und was ihr mit den Aufnahmen erreichen wollt.
Wahrscheinlich wisst ihr das sowieso schon, du hast es nur nicht geschrieben.

Und dann wirst du schnell abschätzen können, wie lange ihr brauchen werdet.

Kannst auch hier posten; mit ein paar Infos mehr (siehe oben), kann man dir das ziemlich genau schätzen.

Alles Gute und beste Grüße
Nils
P.S.: Ich kann dir empfehlen, mal das PDF-Dokument von mir zu lesen "Wie man ein professionelles Demo produziert ... mit wenig Geld und geringen Kenntnissen in Tontechnik" ... damit du zumindest die wichtigsten Begriffe und Zusammenhänge kennst, um dich mit dem Studio-Typen besser unterhalten zu können: http://www.bandologie.de/index.php/gratis-infos-fuer-musiker#gratis-ebook-demoproduktion




Rücksprache mit dem Finanzamt halten

28.02.2009 21:44:18

Zitat von hansi_guitar
Dann muss man nämlcih die Ganze Steuer, die man rausgekriegt hat nachzahlen und ist der Gearschte ^^

Zu diesem Thema würde ich empfehlen, noch mal den Berater beim Finanzamt, oder einen Steuerberater zu befragen.

Denn ... ich würde jetzt nicht drauf schwören ... aber mir ist so, als müsse man diese Steuern eben nicht nachzahlen. Auch für den Fall, dass das Geschäft nach Jahren nicht läuft.

Stell dir mal vor, jemand macht einen Laden auf, steckt da viel Geld rein, kämpft fünf Jahre ... und geht dann Pleite. ... Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dann ein Gesetz besagt: "OK, alles, was du durch deine Ausgaben, die du ja schon hattest, wieder bekommen hast ..." (die Umsatzsteuer; bzw. gegenüber einem Endverbraucher 'Mehrwertsteuer' genannt) "... musst du jetzt zurück zahlen."

Dann hatte der Unternehmer jahrelang Ausgaben und ist pleite.
Und dann würde das Finanzamt kommen und Rückzahlungen über Jahre fordern? Das kann ich mir wirklich nicht vorstellen! Diese Regelung wäre absurd.

Der Staat hat ja ein Interesse daran, dass Leute Unternehmen gründen. (Weil sie dann ... in der Regel ... durch ihre Tätigkeit die Wirtschaft ankurbeln.) Eine solche Regelung wäre ja der Todesstoß für eine Vielzahl dieser mutigen Unternehmer. ... Es würde sich ja keiner mehr trauen, einen Laden aufzumachen.

=> Bitte zu diesem Thema unbedingt Rücksprache halten!
Denn ich glaube nicht, dass es so ist.
WAS natürlich sein kann, ist, dass das Fi-Amt nach ein paar Jahren sagt: "Naja, junger Mann ... das ist wohl eher 'Liebhaberei', was sie da betreiben ... ein HOBBY."

Wie du ja auch schon sagtest.

... Aber selbst wenn sie das machen. Wäre doch auch OK.

Auch dazu würde ich einfach mal direkt das Finanzamt fragen.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Tipps um neue Ideen entwickeln zu können

02.03.2009 00:16:53

Zitat von gincool
mir fehlt einfach so ein bisschen der ansatz um sich was wirklich neues zu überlegen :-\

Hallo Gincool,

da habe ich zwei Tipps für dich:

Tipp: Ich lese gerade das Buch "Das Edison-Prinzip: Der genial einfache Weg zu erfolgreichen Ideen". Der Autor heißt Jens-Uwe Meyer und kommt aus der Werbe-Branche. Er entwickelt also seit Jahren professionell neue Ideen.
Daher kennt er eine ganze Reihe von Methoden, wie man kreativ werden kann.
Das Buch behandelt insbesondere die Vorgehensweise des genialen Erfinders Thomas Alva Edison. ... Wohl am bekanntesten geworden durch die Erfindung der Glühbirne!
Zudem war Edison maßgeblich (erfinderisch) beteiligt an der Entstehung der Film-Industrie und noch einige andere, sehr 'krasse' Errungenschaften. Dieser Mann (Edison) hat nach einigen Methoden und Prinzipien gehandelt. Und deswegen war er so erfinderisch.

Das besagte Buch ist einfach geschrieben und sehr leicht verständlich. Dieser Jens-Uwe Meyer gibt dem Leser eine ganz genaue 'Schritt-für-Schritt'-Anleitung, wie man erfolgreiche Ideen entwickelt. (... UND umsetzt beziehungsweise durchsetzt.) Ich kann das Buch guten Gewissens empfehlen:
http://www.amazon.de/gp/product/3593385171?ie=UTF8&tag=bandologie-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=3593385171

Tipp: Der Bereich, in dem du eine Idee suchst, ist ja eine 'Neu-Erfindung'. Mit diesem Thema ... "welchen Zusammenhang gibt es zwischen Neu-Erfindungen im Musikbereich und Erfolg im Musikbereich", habe ich mich mal intensiv beschäftigt.
Ich habe darüber ein PDF geschrieben, dass sich speziell an Musiker wendet und sich genau mit diesem Thema beschäftigt: "Wie man als Band durch Neuerungen seine Hörer begeistert" (Innovationen).
Wenn du möchtest, kannst du das PDF direkt hier herunterladen:
http://www.bandologie.de/innovationen.html

[[Aktualisierung vom 21.04.2010: Das Ebook kostet jetzt Geld und ist im Bandologie-Shop erhältlich. Ist auch besser so, dass ich hier nicht mehr alles kostenfrei herausgebe. Insbesondere gewisse 'Gratis-Geier' unter euch Musikern, Bookern und Musikmanagern haben es meiner Meinung nach nicht verdient alles zu wissen. ;) Tipp: Die paar Euro, für die ich momentan noch meine Ebooks verkaufe sind fast schon zu freundlich ... könnte gut sein, dass ich diese Preispolitik demnächst mal fundamental überdenke. Momentan denke ich: "Musiker verdienen meist wenig Geld ... sei mal nett zu denen; immerhin kaufen ja doch einge die Ebooks sehr gern und bedanken sich dann immer so nett" ... ich spiele aber mit dem Gedanken: "Musiker geben in der Regel mehrere hundert oder sogar tausende von Euro für Instrumente, Proberäume und Equipment aus ... also, warum nicht auch für Wissen, im Informationszeitalter!? ..."]]

... Ich glaube, beide diese Dinge könnten deinen (oder euren) Ideen-Findungs- Prozess sehr beschleunigen und sehr hilfreich sein.

Falls sich noch eine Frage ergibt, poste gern noch mal.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Tipps um Ziele richtig zu definieren

27.02.2009 22:53:13

Zitat von gincool
danke erstmal für die wirklich seeehr ausführlich info! top!

Jo, bitteschön. Gern.

Zitat von gincool
zu unseren zielen: die primärziele sind eigentlich nur viele gute besuchte gigs spielen und eine hoffentlich wachsende fanbase aufzubaun.

Tipp: Dieses Ziel würde ich genauer definieren.

Beispiel: Das ist so, als wenn du dir als Koch vornimmst 'immer etwas leckeres zu kochen'.
JEDER Koch hat dieses Ziel.
Und wenn du dir den Satz mal genauer ansiehst, kann diese Aussage eine Vielzahl von Bedeutungen haben. ... Je nachdem, was jemand als "lecker" empfindet. Und je nachdem ob "immer" in diesem Fall 'jede Woche', oder 'jeden Tag', oder 'immer wenn ich mal irgendwann was koche' bedeutet. Die Aussage ... das Ziel ... ist also zu ungenau.
Dieser Koch, der sich das vornimmt, wird sein Ziel nicht erreichen.
Mehr noch: Er kann sein Ziel, wenn er es so formuliert, gar nicht erreichen!

Verstehst du, was ich meine? ...
- - -

... Um eure Ziele zu erreichen, solltet ihr sie konkreter benennen.
(Beispielsweise: Was bedeutet für euch persönlich 'gut besuchte Gigs' genau? Wie schnell soll die Fanbase wachsen? Wie groß soll sie werden? ... ) und so weiter. Ich würde das an eurer Stelle genauer abstecken.
Ansonsten lauft ihr Gefahr, trotz 'Wunschvorstellung', trotzdem 'ziellos' zu arbeiten. ... Wenn du verstehst, was ich damit sagen will .... (?)

Tipp: Ich würde immer gedanklich überprüfen:
Habe ich gerade eine 'Wunschvorstellung' (also sozusagen 'Wischiwaschi') formuliert, oder habe ich gerade ein 'Ziel' formuliert? (also etwas, dass man mit konkreten Maßnahmen ansteuern ... und vor allem ein Ziel das so formuliert ist, dass man genau weiß, wann man es erreicht hat!)

Die 'Wunschvorstellung' "viele gut besuchte Gigs" KANNST du nicht erreichen. Denn zunächst mal musst du klären, was "viele" bedeutet.
Und was "gut besuchte" bedeutet.
Erst DANN kannst du dir überlegen, wie du das erreichst.

(Nur, damit wir uns richtig verstehen: ich weiß natürlich, dass du schon eine ungefähre Vorstellung davon hast, was diese Formulierung für dich bedeutet. Vielleicht sogar eine genaue Vorstellung.
Wenn das der Fall ist, lautet mein Tipp: Schreib die Vorstellung auch so, mindestens für dich alleine, auf. Das musst du hier natürlich nicht in's Forum posten. Und besprich mit den anderen Leuten in der Band, ob ihr die gleichen Vorstellungen ... die gleichen Ziele (auch in Zahlen bzw. Größenordnungen) habt.)

=> Wenn du diese 'Klarheit' in eure Ziele reinbringst, erhöhen sich eure Chancen, diese auch zu erreichen, drastisch!

Zitat von gincool
(tshirts sind auch in planung, dort haben wir den vorteil von kleinserienfertigung so dass wir erstmal 20-30 Shirts kaufen werden um zu sehn ob wir da überhaupt was von loskriegen)

Tipp: www.spreadshirt.de

* Dann mit Hilfe dieser Webseite einen Merchandising-Shop mit euren Motiven auf eurer Webseite einbinden.
Oder, falls ihr noch keine Webseite habt(?), direkt bei MySpace einbinden. Ich glaube, die AGB von MySpace erlauben das. Bitte vorher checken.
* Bei Konzerten nur ein Motiv verkaufen (Eine Kleinauflage von irgendeiner Druckerei besorgen).
* Im WEB dann so viele Motive anbieten, wie ihr wollt (per Spreadshirt).

=> * Oder sogar erstmal NUR per Spreadshirt checken, beispielsweise, welches Motiv am häufigsten gekauft wird!
Das würde ich am ehesten empfehlen, bevor ihr Geld für eine Kleinauflage Shirts ausgebt!

Schau dir Spreadshirt mal an. Das könnte eurer Band was nützen.

Mindestens sozusagen zu 'Forschungszwecken', welche Motive von euch häufiger gekauft werden.

Zitat von gincool
natürlich gehören zu den zielen auch v.a. jetzt im sommer auf etwas größeren festivals bzw. open airs zu spielen (wie gesagt für unser größer bedeutet 200-300+ Leute ) wovon wir letztes jahr leider nur 2 hatten (dafür einmal als headliner :P)

Gutes Ziel. Sehr konkret.

Zitat von gincool
dann natürlich wenn irgendwie möglich an ne booking agentur kommen, label finden, weiteres album produzieren usw.

Das ist bisher mit Abstand das am schwierigsten zu erreichende Ziel von denen, die du nennst.

Bist du dir bewusst, was ihr als Band im Jahr 2009 'liefern' solltet, um ein Label zu finden, dass eure Musik professionell raus bringt. (?)
... Wenn das wirklich euer Ziel ist ... und du nicht irgendein 'Hobby-Hinterhoflabel' meinst(?), dann solltet ihr dringend mal vor der CD-Produktion und CD-Fertigung in persönlichen Kontakt mit einigen Labels treten!

Nicht, um direkt einen Deal zu bekommen. Sondern eher, um mal 'die Lage abzuchecken'. Auch, um herauszufinden wo in etwa sozusagen 'die Latte' momentan liegt! Diese Informationen, dieses Wissen, könnte für euer Vorgehen von elementarer Bedeutung sein. ... Macht das lieber bevor ihr möglicherweise monatelang in die falsche Richtung lauft, oder etwas 'in's Blaue hinein' produziert!

Es könnte sein, dass ihr nach diesen Gesprächen sofort eure Planungen rapide ändert! ... Vielleicht wird euch bei diesen 'Forschungen' etwas bewusst, worauf ihr unbedingt achten müsst, um bei den Labels, die ihr euch wünscht, momentan Chancen zu haben.

Tipp: Wenn das euer Ziel ist(?), dann SPRECHT mal vorher mit einigen Labels. (Und ich meine wirklich SPRECHEN. Nicht nur emailen. ... Wenn irgend möglich, versucht mal ein *Treffen* mit einem Label-Mitarbeiter zu machen.
BEVOR ihr die nächste Produktion macht. ... Nur, aus 'Forschungs'-Zwecken!
(Gleiches gilt natürlich auch für Booking-Agenturen.)

- - -
Tipp: Ziel erforschen => Ziel genau kennen => Ziel erreichen
- - -

Zitat von gincool
das hauptziel könnte man denk ich so formulieren: so viele leute wie möglich erreich, ob live oder per cd eigtl egal hauptsache man "kennt" uns.

Siehe oben: Das nimmt sich, sozusagen, 'jeder Koch' vor.

Für mein persönliches Empfinden handelt es sich dabei nicht um ein 'Ziel', sondern um eine 'Wunschvorstellung'.

Das ist so, als wenn ich sage: "Ich wünsche mir ... ein glückliches Leben."

Dann wäre deine erste Frage wahrscheinlich: "Okay ... und was soll genau passieren, damit du glücklich bist, Nils? ..."

Und sobald ich dir das gesagt habe, würdest du wahrscheinlich fragen:
"Okay, jetzt weiß ich, was passieren soll. Also, Nils, ... wie soll das passieren? Was muss passieren, damit das passiert ... "
... und so weiter.

Zitat von gincool
derzeit wird wie gesagt homepage umgebaut, neuer bassist eingelernt, album fertig gemischt/gemastert/gepresst usw. und die tage geht die bewerbungsmappe an ein paar in frage kommende open airs raus (natürlich telefonisch angekündigt :P) damit wir einfach viel live spielen können dieses jahr (letztes jahr warens glaub ~20 gigs is denk ich fürs 2. jahr ganz okay) damit wir einfach viel live spielen und die leute uns sehn.

Tipp: Ich würde diese Aktivitäten an ZWEITE Stelle, vielleicht sogar an dritte Stelle stellen! Also noch nicht angehen, DENN ...

Zitat von gincool
was wir uns zusätzlich noch überlegen ist eben was wir dem publikum evtl "besonderes" bieten können. bis jetzt machen wir halt einfach rock musik und habene ganz hübsche blondine als frontfrau aber das reicht halt net fehlt halt noch so irgendwas in der richtung: wenn man an flaming dice denkt was fällt einem SOFORT ein usw.

... DAS würde ich an ERSTE Stelle nehmen!

Stell dir mal vor: Was ist, wenn euch etwas einfällt, um eure Band "besonders" zu machen, WAS SICH ABER AUF EURE HOMEPAGE ... und eure Info ... vielleicht auch auf eure nächsten Fotos ... auf die ganze Produktion ... und so weiter auswirken müsste, damit das Publikum "die Besonderheit" bemerkt?

... Dann müsstet ihr die frisch erneuerte Homepage noch mal umbauen.
Oder ihr merkt: oh je ... die Produktion war 'für die Tonne'.

Daher, Tipp: Auch, wenn das etwas 'zu' einfach klingt.
Ich würde an eurer Stelle immer so vorgehen:
1) Überlegen, was ihr erreichen wollt.
1a) Diese Ziele an Details festmachen.

2) Überlegen, wie ihr diese Ziele erreichen könnt.
(Also beispielsweise durch das, was du "das Besondere" nennst; eine Idee, die es noch zu finden gilt.)

3) DANN alles weitere machen.

Denn ansonsten macht ihr euch unnötige Arbeit und verliert viel Zeit und Energie ... so, wie die meisten Bands ... die ... wie jeder hier wahrscheinlich weiß ... ziemlich 'planlos' durch die Welt eiern und sich dann wundern, wieso sie nix erreichen.

Zitat von gincool
ich hoffe das reicht fürs tips geben aus

Naja, siehe oben.
Ich glaube, die Tipps waren ganz hilfreich.

Wenn du noch mehr wissen willst, hau mich gerne per PN an, oder poste hier noch mal. Wir können das ja weiter führen, wenn du noch magst.

Alles Gute & beste Grüße
Nils
- - - - - - - - -




500 CDs gepresst … und nun?

27.02.2009 00:10:11

Hallo Gincool,

wir haben mit unserer Band vor einigen Jahren auch mal eine solche Auflage herstellen lassen. 500 CDs.

In den folgenden Jahren habe ich unter anderem fünf Jahre in der Musikindustrie verbracht. Erst zwei Praktika, dann eine Ausbildung und dann wurde ich Produktmanager bei einer der großen Plattenfirmen.

Tipp:
Wenn ich noch mal in deiner Situation und ... so nehme ich an ... auch noch mal in deinem Alter wäre, würde ich mir einen sehr genauen *Plan* machen, welche Ziele ihr überhaupt erreichen möchtet.

Aus deinen Fragen glaube ich erkennen zu können, dass du / ihr einen solchen Plan nicht habt.

Was ich damit vereinfacht sagen möchte:
Ihr habt offenbar kein klares Ziel vor Augen. Richtig?

Wenn ich noch mal meine 'erste CD-Auflage' mit einer Band machen würde, dann würde ich ... aus heutiger Sicht ... ein Ziel definieren, mit mehreren Unterzielen, die ... am aller-wichtigsten ... bis in's Detail gehen.

... Bei vielen Musiker stößt man mit solchen Vorschlägen leider auf Granit. ... Und dann kommt später bei den Musikern meistens die Frage auf: "Warum wurde aus unserer Band nichts", "Warum hat sich unsere CD-Auflage nicht verkauft" ... und dergleichen.

Wie auch immer. Also, mich würde interessieren *was ihr erreichen möchtet*. ... Sozusagen 'wie intensiv' ihr die Sache angehen wollt, oder auch nicht. ... Und dann könnte ich sicherlich einige, gezielte Tipps geben. Vorausgesetzt, du möchtest. (?)

Zu deinen Fragen:

Zitat von gincool
Geplant sind 300-500 CDs mehr verkaufen wir in absehbarer zeit eh nicht (wenn wir überhaupt 200 schaffen sind wir schon glücklich ), also macht auch eine GEMA Anmeldung kein Sinn oder? D.h. ich brauch fürs Presswerk einen GEMA freistellungsantrag.

Richtig. Die GEMA ist ... auch, wenn viele etwas anderes glauben ... ein *reiner* "Geld-Verteiler". Das bedeutet Musik*verwerter* (Radiostationen, CD-Hersteller, Discos, Fernsehsender und so weiter) GEBEN Geld. Und Musik*ersteller* (also Komponisten, im Falle der GEMA) ERHALTEN Geld. Mehr macht die GEMA nicht.

Berechnung der GEMA-Einkünfte / -Ausgaben

Tipp:
Deine GEMA-Rechnung als Musiker ist einfach:
- GEMA-Aufnahmegebühr (Ausgaben; also minus)
- GEMA-Jahresbeitrag (Ausgaben; also minus)
- GEMA-Gebühr für CD-Herstellung (Ausgaben; also minus // in diesem Fall bist du ja selbst der CD-Hersteller und nicht dein Label.)

+ GEMA-Einnahmen durch Rundfunk-, TV-, Internet-Einsätze etc.
und Einnahmen an die Künstler für CD-Herstellung (Einnahmen; also plus)

- GEMA-Bearbeitungsgebühren (Abzüge von den Einnahmen; einige Prozent; also minus)

= dein GEMA-Ergebnis.
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

WAHRSCHEINLICH, so wie du es schilderst, würdest du unter'm Strich bei einem 'Minus' rauskommen. Denn wenn du die CDs nur herstellen lässt und das Geld für die Herstellung (als Künstler) später wieder bekommst, fehlen natürlich einige Prozente des Geldes. ... Die besagte Bearbeitungsgebühr.

Nur durch eine Reihe von Radio- und ggfls. TV-Einsätzen ... oder durch eine Reihe von live-gigs ... kannst du das Geld wieder reinholen und eventuell sogar bei einem 'Plus' rauskommen.

Tipp: Frag dazu am besten mal direkt bei der GEMA in München an. Zitat eines klugen Mannes (Gene Simmons von KISS; sagte sinngemäß):
"The most efficient connection between two people is a straight line."
Also: "Die effektivste Verbindung zwischen zwei Leuten ist eine direkte Linie."
... ein direkter Austausch.

Tipp:
Nachmelden kannst du die Produktion übrigens bis ca. 1 Jahr im Nachhinein. Daher würde ich ... wie du schon sagst ... Freistellung beantragen.

Zitat von gincool
wie läuft das ganze mit Labelcode? kümmert sich da das presswerk drum oder wir?

Das macht in der Regel ihr.

Unterschied zwischen einem CD-Presswerk und einer Vermittlungsagentur

Bitte unterscheiden zwischen einem *Presswerk* (der Fabrik, die wirklich CDs herstellt) und einer *Agentur* (also ein 'Vermittler', der sich eventuell sogar mit dem Slogan 'Wir stellen eure CDs her' in's Rampenlicht setzt).
Eine *Agentur* könnte das ggfls. in ihren Leistungen mit drin haben.
Ein *Presswerk* stellt in der Regel nur CDs her.

Mehr Infos zum Labelcode

Labelcode beantragen ist ganz einfach: www.gvl.de anfragen.
Die nennen dir alle Details. Ist übrigens kostenlos.

Tipp: Übrigens musst du nur die CDs mit einem Sticker versehen, die du auch an's Radio bzw. TV sendest! Nicht die komplette CD-Auflage. Viele verstehen diese Sache mit dem Labelcode nicht so ganz.
(Hintergrund, weshalb ich 'Sticker' sage: Da wir hier von einer Erstauflage sprechen, kannst du den LC erst nach der Pressung ... per Sticker, als Aufkleber, ... aufkleben. Denn Bedingung ist bei der GVL die Einsendung eines professionell hergestellten Tonträgers. ... Beziehungsweise, neuerdings, ist es bei Absprache auch möglich ohne gepresste CDs einen LC zu erhalten. Details dazu bitte bei der GVL erfragen. Die können das alles exakt erklären.)
Ab der zweiten Auflage, wenn du deinen Labelcode hast, kannst du ihn natürlich direkt in das Artwork, also die CD-Gestaltung, mit einbauen.

Info zum Labelcode: Der Labelcode dient *ausschließlich* zur Erfassung von RUNDFUNK- und TV-Einsätzen. Es handelt sich nur um eine Nummer, die RADIOstationen (und so weit ich weiß auch Fernsehsender) zur Abrechnung mit der GEMA verwenden. (Übrigens: Die GEMA zahlt dann Geld an die GVL, damit auch die ausübenden Künstler, sowie die beteiligten Musikproduzenten bezahlt werden.) Könnte sein, dass der LC auch für andere Verwerter (Discos etc.) relevant ist. Aber *nicht* für einen Tonträger-Vertrieb!
Beim Vertrieb wird der LC zwar auch in den Produkt-Daten erfasst, hat aber eher Informations-Zwecke. Keine Abrechnungs-Zwecke.

Einer meiner Vorredner verwechselte den Labelcode (kurz LC) offensichtlich mit einem Barcode! ... Großer Unterschied!
Ein Barcode (im Volksmund: Stichcode oder 'Scannerkassen-Code') dient dem VERTRIEB zur Verrechnung. Und zwar mit einer Firma. Ein 'Label' ist ja etwas anderes als eine Firma. Auch, wenn möglichweise beide mit dem gleichen Namen benannt sind. Aber das klären wir vielleicht der Einfachheit halber bei Bedarf in einem anderen Thread.

Einen BARCODE zu bekommen ist wesentlich aufwändiger und man braucht ein etwas ausgefuchsteres Wissen, als für einen Labelcode.

Also kurz: das sind zwei völlig verschiedene Sachen.

Labelcode: Für Radios etc. zur Verrechnung der Zahlungen mit der GEMA.
Barcode: Für den Vertrieb zur Verrechnung mit dem Endverbraucher und der Firma, die die Ware geliefert hat. (Scannerkassen; Warenwirtschaftssysteme).

Tipp:
Falls du einen Barcode, also eine so genannte European Article Number, einrichten lassen willst(?), hier:
http://www.gs1-germany.de/content/index_ger.html
... Eine solche EAN kostet allerdings ca. 100 Euro pro Jahr, weil du eine Firmen- Nummer ... integriert in die Nummer des Handelsstrichcodes ... brauchst.
Die muss registriert sein. ... Wie angedeutet: Das ist ein etwas spezielleres Gebiet.

Zitat von gincool
Oder allgemein: Was müssen wir VOR dem Pressen erledigen/beachten und was erledigt dass Presswerk für uns?

Tipp:
Bitte oben 'Agentur' oder 'Presswerk' unterscheiden.
Ein reines Presswerk, wie beispielsweise http://www.gzdm.cz/ (das ist das günstigste, das mir persönlich in Europa bekannt ist), presst ausschließlich Ware. Alles andere, Gestaltung etc., bietet allerdings fast jede (Vermittlungs-)Agentur an. Es gibt in Deutschland unzählige solcher Agenturen, aber nur eine Hand voll Presswerke. 4 oder 5 Presswerke; und schätzungsweise mehrere hundert 'Vermittler' die dann 'CD-Pressung' als Dienstleistung anbieten. (Also weitervermitteln und Musikern mit entsprechendem 'Know how' über die CD-Herstellung zur Seite stehen.)

Zitat von gincool
2. Punkt: Wie kriegen wir das ganze los?
Auf Konzerten zum verkauf anbieten is klar und über unsere website (nen minishop könnte man selbst basteln und das ganze dann "privat" versenden) verkaufen auch, aber geht das ganze auch irgendwie "professioneller"

Was gibts noch für möglichkeiten? wir haben bisher nur daran gedacht so viele Webradios wie möglich zu bemustern und uns bei so einer art netlabel anzumelden die uns zu itunes und co bringen (dooload.de gut/schlecht?). aber da gibts sicherlich noch mehr möglichkeiten oder ?

Danke schonmal im Vorraus

Frage "2." ist ... so finde ich ... die wesentlich interessantere!

... Es gibt eine ganze Menge Möglichkeiten, wie ihr das angehen könnt. Was erfahrungsgemäß leider *nicht* funktionieren wird, ist, dass ihr ein paar CDs in Eigenherstellung ... ohne präzise Zielsetzung ... fertigen lasst und sich für diese CDs dann professionelle Vertriebe interessieren.

Das ist eher die Ausnahme. Ich kenne sehr viele Fälle, wo die Musiker 'auf ihren CDs sitzengeblieben' sind. Und nur wenige Fälle, wo die Musiker einen sehr guten Vertrieb und Umsätze gemacht haben.

Letzteres war in allen Fällen, die mir bekannt sind (... und das sind einige ...) immer verbunden damit, dass sich die Musiker fest vorgenommen hatten, einen solchen Vertrieb 'zu kriegen'.

Bevor wir zu diesem Thema ('Wie kriegen wir das Ganze los') in's Detail gehen, müsstest du ... für mein Empfinden ... mal sagen, sozusagen 'wohin die Reise denn gehen soll'.

... Und dann kann ich dir bzw. euch ... wenn du noch möchtest ... einige, detaillierte Tipps geben.

Beste Grüße & alles Gute für euch!

Nils




Merchandising: Anmeldung beim Finanzamt? Verkauf über MySpace möglich? Was hat die GEMA damit zu tun?

28.02.2009 20:33:44

Zitat von MathewHopkins

Moin!

Eigentlich ist das etwas, was man in 3 Minuten regeln könnte, da ich allerdings zu gut weiß, mit was für einer Bürokratie unser Vater Staat und seine Verfassungsreiter, die Rechtsanwälte, gerne arbeiten, hätte ich die Frage doch trotz durchlesens ähnlicher Themen nochmal ganz genau geklärt.

Hallo Mathew,

aufgrund deiner Einleitung glaube ich ein bis zwei 'grundsätzliche Annahmen' herauslesen zu können, die das Vorankommen deiner Band unnötig erschweren würden. Das könnte jetzt auf die Schnelle allerdings auch zu stark interpretiert von mir sein. Ich bin da manchmal 'fix bei der Sache'. ... Und das war ja auch nicht dein Anliegen.

Daher, zu deinen Fragen:

Zitat von MathewHopkins
Nehmen wir an, eine Band will ein bisschen Merchandise und evtl. ein paar CDs/MCs verkaufen - nichts wildes, nur ein paar Pins, T-Shirts und son Kram und evtl. Aufnahmen. Keines der Bandmitglieder ist GEMA-Mitglied.

Die GEMA kümmert sich ausschließlich um die angemessene Vergütung GEMA-gemeldeter Komponisten. Und zwar auf Grundlage von Musikverwertung. Beispielsweise durch Musik-Einsätze in Medien (TV, Radio, Internet, Discos und so weiter) oder durch die Herstellung von Tonträgern. Die GEMA holt Geld von Musik-Verwertern (zum Großteil die genannten Medien) und gibt es weiter, an die GEMA-gemeldeten Komponisten und Texter.
Mit Merchandising hat die GEMA nichts zu tun.
Und auch mit nichts anderem, außer, der oben genannten Tätigkeit.

Zitat von MathewHopkins
Vonstatten gehen soll das ganze erstmal auf Konzerten und direkt, später viell. auch durch eine Art Online-Shop.

WAHRSCHEINLICH löst der Anbieter www.spreadshirt.de alle deine Fragen auf einen Streich.

- - - -
Und mein Tipp an 'Gincool', in meinem Beitrag von gestern, 27.02.09, 23.53 Uhr (das ist meine zweite Antwort in dem Thread).
Bitte nach dem Begriff "Spreadshirt" suchen und meinen Tipp zur Vorgehensweise bei Merchandising-Verkäufen lesen.
Mit 'Strg-F' kommst du in die Suchfunktion. Oder beim Mac, 'Apple-F'. Hier geht's zum Thread:
[[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]
- - - -

Zitat von MathewHopkins
Die Gewinne wären - wenn überhaupt vorhanden! - nur marginal und würden kaum 300 Euro im Jahr übersteigen, eher ist sogar mit Verlust zu rechnen.

Frage: Wer (Staat, Stadt, Gema, Behörde XY, Weihnachtsmann) muss in welcher Form Bescheid bekommen, damit einen später nicht der böse Brief im Briefkasten oder gar der böse Mann vor der Tür besucht? Was ist zu beachten? Wie sieht es aus, wenn man auf einem Gig seine CD vertickt?

Zuständig für so etwas ist dein lokales Finanzamt.

Wenn du dort als 'Selbstständiger' beziehungsweise als 'Gewerbetreibender' angemeldet bist, darfst du ganz offiziell verkaufen.
Ob du 'selbstständig' bist, oder 'ein Gewerbe anmelden' musst, hängt davon ab, was du geschäftlich genau machen willst. Bitte Details dort erfragen. Die Ausführungen würden jetzt zu weit führen und würden dich auch nicht präzise und gezielt beraten.

Wie auch immer. Wenn ich in deiner Situation wäre und bisher noch keinen Kontakt zu meinem Finanzamt hätte, würde ich die anrufen!
Und das wäre auch meine Empfehlung an dich: Anrufen. Die können dir alles sagen, was du zum Thema 'Dinge verkaufen' als Selbstständiger ... oder als Gewerbetreibender ... wissen musst.
Mehr Einzelheiten erfährst du von denen direkt.

Tipp: Wahrscheinlich kannst du von deiner Band in den kommenden Jahren mehr Ausgaben absetzen, als du Gewinne einnimmst.
Das würde dir also sogar bares Geld bringen. (Rückerstattung der Umsatzsteuer für geschäftliche Ausgaben. Völlig legal.) Daher mein persönlicher Tipp, noch immer: Ruf die doch einfach mal an.

Zitat von MathewHopkins
Andere Frage: Sagen wir, einer aus der Band schreibt ins Internet (z. B. auf die bandeigene Myspace oder auch in die Band-Community auf einer anderen öffentlichen Plattform) etwas in der Art von "Hey Leute, apropos, wir haben jetzt Merch zu verkaufen - Pins ein Euro, Shirts 10 Euro, Badelatschen für 7. Mail an mich". In wieweit ist das legal und wieso nicht? Jede Community ... auch MySpace ... haben Bedingungen, die man bei der Teilnahme abklickt. ... Wenn die einen interessieren, kann man die lesen

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Dort habe ich folgendes gefunden:
(Quelle: http://www.myspace.com/index.cfm?fuseaction=misc.terms )
"5. Nutzung durch Mitglieder. Die MySpace Services sind ausschließlich für den persönlichen Gebrauch der Mitglieder bestimmt und dürfen auch für Werbezwecke benutzt werden. Unmittelbar kommerzielle Handlungen bedürfen jedoch der ausdrücklichen Unterstützung und Genehmigung von MySpace. MySpace behält sich das Recht vor, kommerzielle Inhalte im alleinigen Ermessen zu entfernen.
(...)
Inserate, weiterführende Links und sonstige unbefugte Werbung können ohne Mitteilung oder Erklärung aus Mitgliederprofilen entfernt werden und können zur Beendigung der Mitgliedschaft führen. MySpace behält sich das Recht vor, im Falle widerrechtlicher oder unbefugter Nutzung der MySpace Services angemessene rechtliche Schritte einzuleiten."
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Insgesamt ... aber das ist jetzt mein ganz persönlicher Eindruck(!) ... habe ich, beim Überfliegen der vollständigen MySpace-Bedingungen allerdings das starke Gefühl, dass MySpace andere Sorgen haben, außer den Hinweis auf Band-Merchandising zu entfernen!

Unter anderem der Satz ...
"Kann ich meine Musik bei MySpace verkaufen?
Noch nicht. Wir arbeiten jedoch an einer Lösung, damit du deine Musik bei MySpace verkaufen kannst." (Quelle: http://www.myspace.com/index.cfm?fuseaction=misc.faq&Category=5&Question=66 )

... deutet für mein persönliches Verständnis an, das die Leute bei MySpace zumindest schon mal 'Kommerz' nicht generell abgeneigt sind. Sondern, dass sie eher versuchen, den Musikern und Bands unter anderem Verkäufe zu ermöglichen.

Nichts desto trotz: Das ist mein persönlicher Eindruck.
Es gilt natürlich genau das, was in den MySpace-Bedingungen formuliert ist!

... Und entscheiden musst du jetzt auch selbst. Das wird dir wohl niemand abnehmen.
Zitat von MathewHopkins
Bitte nicht von meiner etwas "dämlichen" Schreibweise täuschen lassen, ich meine es durchaus ernst und fände es wichtig, die Fragen geklärt zu wissen.

Danke im Vorraus!
Ich hoffe, du hast den Ansatz einer Klärung erhalten.

Vieles weitere hängt mit Entscheidungen und mit etwas Aufwand deinerseits zusammen. Beides möchte ich dir nicht nehmen.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Wann es Zeit wird sein Finanzamt anzurufen

03.03.2009 18:05:58

Hallo Perdition's Ligh,

da der Forum-Teilnehmer "Merowinger" mir manchmal bei solchen Fragen leicht mal virtueller Weise 'auf die Finger' haut, habe ich dazu nur einen Tipp für dich.

Dieser Tipp wird allerdings dein Problem innerhalb von Minuten lösen: Ruf dein Finanzamt an.
Denn die wissen alle Details die du wissen musst und können ganz konkret auf deinen speziellen Fall eingehen.
Zudem, wie ich von "Merowinger" lernte, hast du offenbar das RECHT darauf, vom Finanzamt beraten zu werden.
... Mal ganz abgesehen davon, dass das Finanzamt ... tendenziell ... Unternehmer gerne mag. Weil die ... tendenziell ... Geld einbringen.

(Ende des Tipps).

Hier noch ein Thread, in dem wir so etwas schon mal 'am Wickel' hatten:
[[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Bandfotos => Hinweis auf 'Pressemappe gestalten'-Beitrag

15.03.2009 17:45:47

Hallo Lodi und ein 'Hallo' auch an die anderen, bisherigen Poster,
meine Erfahrungen mit Band-Fotos für Promotion habe ich im folgenden Thread ausführlich erklärt.

Wen es interessiert, kann ja mal rein schauen. Ich denke, es sind eine ganze Reihe nützlicher Tipps dabei. ... Für alle, die sich Gedanken darüber machen, welche Art eines Bandfotos am besten funktioniert.

=> Thread "Pressemappe gestalten"; direkt zum Beitrag von mir:

[[Der häufig empfohlene Pressemappe-Beitrag ...]]

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Bitte um nächsten, relevanten Thread

15.03.2009 14:01:28
Hallo zusammen,

ohne jetzt zu sehr in's Detail gehen zu wollen, glaube ich, dass das Problem des Thread-Stellers mittlerweile zu genüge geklärt ist.

Und ich denke auch, die Hinweise die gegeben wurden, waren insgesamt durchaus OK und ... obwohl allgemein besprochen ... sehr nützlich für die Praxis. DAS ist es in meinen Augen, was zählt.

Wie ich schon mal an anderer Stelle sagte, interessieren mich persönlich theoretische Fragestellungen, die "die Anderen" betreffen "könnten" nicht so sehr. Ebenso wie Probleme, die längst geklärt sind. Denn per Definition sind es dann gar keine mehr.

Daher bin ich ein Freund von Beispielen, die sich auf die Praxis beziehen. Die kann man ja hier immer noch in ALLGEMEINER Form besprechen, aber es sollte ... für mein Verständnis ... schon ein praktischer Nutzen für den Fragenden dabei herumkommen.

Wie auch immer.
Ich persönlich freue mich auf den nächsten, relevanten Thread!

Oder falls der Thread-Steller noch eine Nachfrage hat, natürlich gerne auch auf die.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




09.04.2009 17:38:18

Es ist halt immer eine Frage dessen, was man erreichen möchte.

Wenn man sich in Richtung "100.000 views bei Youtube" bewegen möchte (aktuell 98.691), dann empfehle ich, das Zeug und die Herangehensweise von "Caracho" mal ganz präzise unter die Lupe zu nehmen und sich von diesen fitten und kreativen Jungs inspirieren zu lassen.

Wenn man zwei / drei Reviews in Musik-Magazinen bei 100 Aussendungen haben möchte (davon gab es hier schon EINIGE Fälle, nicht nur einen, der gerade aktuell diskutiert wird), und ein paar örtliche Festivals spielen will, dann kommt man sicherlich mit solchen Formulierungen hin, wie h4x0r sie für seine Band nutzt.

Ich empfehle zu diesem Thema unermüdlich das ... wie ich finde ... geniale Buch von Werbetexter-Legende David Ogilvy:
http://de.wikipedia.org/wiki/David_Ogilvy
http://www.amazon.de/gp/product/3430172756?ie=UTF8&tag=bandologie-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=3430172756

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Pressetexte für eine Band oder ein Musikprojekt

09.04.2009 15:39:38

Zitat von h4x0r
(...) allerdings sollten gerade in nem Pressetext die wesentlichen Informationen (Stil, wieviele Mitglieder, Einflüsse) deutlicher heraustreten

Hallo h4x0r,

im "Entertainment"-Bereich geht es nicht immer darum, in erster Linie Fakten zu liefern.

Zudem geht es immer in erster Linie um folgenden Gedankengang (vorausgesetzt zumindest, wenn man etwas mit der Band erreichen möchte):

1) Was interessiert mein Gegenüber gerade (jetzt) am meisten.
Wie kriege ich jetzt sein (eventuell erstes) Interesse.
Anzahl der Bandmitglieder? ... Ich behaupte, diese und ähnliche Infos sind dem Leser erstmal egal, solange er nicht Chauffeur ist oder einen Flug für die Band buchen soll.

2) Was bringt dieses Interesse des Lesers unserer Band im Rückschluss?

3) Kann er die 'fehlenden' Informationen bei Bedarf noch wo anders finden?
Wenn ja, ist dieser Weg einfach und logisch für ihn (zum Beispiel Webseiten-Verweis); wenn ja, meiner Meinung nach alles 'tutti'. (Also alles bestens.)

4) ( "Advanced Modus": Sind diese 'fehlenden' Infos eventuell sogar geschickt eingesteuert, damit der Leser erstmal richtig neugierig wird und sich dann aktiv mit der Band beschäftigt? Also aktiv 'Energie' auf die Band verwendet und so schon mal auf dem besten Wege ist, sich mit der Band intensiv auseinanderzusetzen ...)

Alles Gute und beste Grüße
Nils

P.S.: Das ist natürlich auch nur meine Meinung und Einschätzung dazu. Keinesfalls gottgegeben. Wie ich denke, allerdings durchaus nachvollziehbar.




Beispiel: Caracho Presseinfo

09.04.2009 13:30:22

Hallo zusammen,

so eben habe ich eine interessante Ergänzung zu diesem Thema gefunden!

Den Presse-Text der Hamburger Band "Caracho"!

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber DIESE Präsentation einer Band finde ich von Beginn an unterhaltsam! Das liest man richtig gerne:

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"Mit 180 auf´m Tacho, denn wir sind…. CARACHO

Die drei Hamburger Blondinen mit Schnauzer nennen sich CARACHO und benehmen sich auch so. Sie wären gern Paparazzi Motiv, um Arm in Arm mit Victoria Beckham, Lisa Minelli, Gloria Estefan und Roy Black das Gala-Cover zu schmücken. Das sollte auch kein Problem sein, bedenkt man, dass CARACHO die gleichen musikalischen Wurzeln hat. Hackfleisch produzierendes Elektropunk-Massaker irgendwo zwischen Prodigy und Trio haben ihre Idole ja über Jahrzehnte vorgelebt.

Der gewöhnliche Cluballtag zwischen Schlammcatchen, Kaffeekränzchen und einer eigenen Modelinie ist die Spielwiese auf der sich auch gern ein 2m großes Bodybuilder-Bambi oder eine Feuer spuckende Latexkatze tummeln. Hier regiert der Wahnsinn!
Geboren im Herzen St. Paulis sind die drei Golden Girls mit ihrem Album "Lass uns Bambi spielen" unterwegs, um die Gutbürgerlichkeit und die ganz normale Schizophrenie salonfähig zu machen.

CARACHO sind stilvoll, anmutig und elegant. Sie betrinken sich ausschließlich mit Cognac Pralinen und haben eine Vorliebe für Zoologie.

CARACHO, der Name ist Programm."
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Übrigens, die Fotos dazu sind ebenfalls DIREKT amüsant, schon bevor man die Band gehört hat. Man erhält also einen "direkten Nutzen" (Unterhaltung), allein schon aus der Pressemappe der Band! UND man kriegt (wie ich denke, zu Recht) den Eindruck vermittelt: Hier findest du als Leser (Journalist, Zeitungs-Käufer, Fan, sonstiges) ein stimmiges Gesamtbild einer Band ... die Vollgas gibt!

(Und wenn man die Band dann hört, halten sie genau das, was sie vorher per Info versprochen und angepriesen haben! ... Auch ein wichtiger Punkt.)

Wer einen Screenshot der Presse-Lounge sehen will. Hier:
http://dl.dropbox.com/u/645462/caracho_presse_info.png
(Für alle 'Langzeit-Leser': dieser Link führt zu meiner privaten Dropbox; könnte daher sein, dass die Bilddatei nicht ewig online bleibt.)

Hier, das sehr geil gemachte Video "In Hamburg sagt man Jaja" der Band schlägt genau in die gleiche Kerbe, wie die Info. Und da wird dann das gerockt, worauf die Info vorher neugierig gemacht hat!
http://www.youtube.com/watch?v=NTI6qzaGtuY

Bei Bedarf einfach http://www.caracho-musik.de/ besuchen und Inspirationen für Band-Fotos, Band-Aufmachung und Gestaltung zu holen.

Alles Gute und beste Grüße
Nils

P.S.: Ich habe diese Presse-Info übrigens nur entdeckt, weil man zur Zeit ein Video-Interview zum Thema "wie habt ihr eure Band erfolgreich gemacht" der Band auf meiner Webseite sehen kann. Dadurch kam ich drauf. Also wer mag ... www.bandologie.de/caracho.html ...




Bandinfo, Presseinfo, Bandbio, Bandinformation, Pressetext für Musiker und Künstler … nach nur 15 Jahren Nachdenken mal eben was Gutes gepostet

05.03.2009 17:14:07

Hallo Xytras,

vielen Dank für die Blumen.

Zum Thema 'durchdachter Beitrag':
Ich hatte ja immerhin 15 Jahre Zeit zum Nachdenken, bevor ich's gepostet habe!

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Noch einmal zurück zum Thema:
Heute habe ich noch eine interessante Inspiration erhalten:

* Eine Freundin von mir, die selbst keine Musikerin ist, sagte wie selbstverständlich: "Naja, bezüglich Band-Info ... oder wie du das nennst ... das sollten die Bands einfach mal so machen, wie RTL oder ein anderer Sender das aufziehen würde.
Erstmal eine persönliche, ergreifende Geschichte erzählen ... so, wie RTL das immer bei 'DSDS' machen."

=> Ja, ich höre schon die Musiker: "Wir sind doch keine DSDS-Kandidaten!"

DAS natürlich nicht, aber diese Herangehensweise kann man ja übernehmen:
Erstmal ein Thema 'bedienen', dass jeden Menschen unmittelbar ... auch ohne Musikinteresse ... anspricht. Und dann die Musik bringen, SOBALD der Hörer darauf gut 'vorbereitet' wurde.

... Man schaue sich die 'Karriere' von Michael Hirte an.
Fast alle Musiker lästern momentan über den: "der kann ja nix. SO spielen wie der können viele ..." und so weiter.
Ich behaupte, der kann etwas: Und zwar, eine gute Geschichte richtig in Szene setzen!

Genau das würde ich auch einer Band empfehlen:
Setzt eine emotionale Geschichte in Szene!
Das muss natürlich nicht unbedingt eine typische 'Fernseh-Herzschmerz'- Story sein. Aber irgendwas, das Menschen tief emotional bewegt. Könnte bei einer 'wilden' Band auch ein 'Schocker'-Video sein, oder sonst etwas.

Ein "Image-Film", wie Illinäus es genannt hat (siehe oben) kann ... nachdem was ich von Bands kenne ... ganz schön nach hinten losgehen.
Im Musikbereich nennt man einen solchen Film ja umgangssprachlich ein "EPK", also Electronic Press Kit http://en.wikipedia.org/wiki/Electronic_Press_Kit (auch, wenn der Begriff 'EPK' eigentlich noch weiter geht. In der Praxis meint man damit in der Regel 'das Video'.)

Denn solche "Image-Filme" sind meistens ziemlich 'hoch-produziert'. Profis stecken da viel Geld rein. Und wenn dann eine GROßE Band, einen 'GROßEN' Image-Film versendet (beispielsweise AC/DC oder Kid Rock) dann zieht das auch! Passt ja auch gut: Große Erfolge, großer Image-Film.

Wenn aber eine 'kleine' Band versucht 'groß' auszusehen, wirkt das 'Werbe-Video' dazu meistens eher wie ein humorvoller ... oder alternativ tragischer ... Clip.

Daher drei Tipps:

Tipp:
Wer sich für 'Werbung' (und eine Pressemappe beziehungsweise Band-Info IST eine Werbung) interessiert, insbesondere für das Werbetexten, SOLLTE ganz dringend das Buch von David Ogilvy gelesen haben: "Geständnisse eines Werbemannes".
(Eine Zusammenfassung des Buches ist zu finden in meiner Link-Liste für Musiker. Siehe oben.) UND vorher das Tutorial von HPZ durcharbeiten. Als kleine Aufwärm-Übung.

Tipp:
Ich kann ebenso dringend empfehlen, sich mal gedanklich in die Aufgabe eines Fernseh-Redakteurs oder eines Zeitungs-Reporters zu versetzen, mit der Frage: "Wenn ich Journalist wäre ... wie müsste ich den Leuten die Band dann nahebringen?" (Und dabei werdet ihr feststellen, dass man wahrscheinlich zuerst über 'menschliche' Themen gehen muss ... wie es Bushido macht, Michael Hirte, und VIELE andere ... und dann erst Musik erfolgreich anbringen kann.)

Tipp:
Zum Thema "Wie bringe ich endlich mal eine bahnbrechende, neue Idee in die Band- beziehungsweise Musiker-Szene" kann ich auch sehr empfehlen, sich mal den Film "8 Mile" anzusehen, oder zumindest sich über 'die Schlüssel- Szene' zu informieren. Oder sich diese Szene noch mal in Erinnerung zu rufen.
In dem Film schaffte es Eminem (zumindest als Schauspieler), durch eine Art 'Umdrehen der alten Methode', seine 'Battle-Gegner' völlig aus der Bahn zu werfen:
(Wer den Film noch sehen will, jetzt nicht weiter lesen; ich verrate hier der Einfachheit halber mal das Ende)
Nachdem alle vorherigen Rapper IMMER das Gleiche gemacht haben, nämlich mit Worten ihren Gegner zu 'dissen', also ihren Battle-Gegner beleidigt hatten und so weiter, begann Eminem 'das entscheidende, letzte Battle' mit einer Selbst-Demontage! Er hat sich ... im Film, per Rap ... selbst beleidigt. Und natürlich gleich noch seine weiße Hautfarbe, und die ganzen anderen Standards, hat er direkt mal 'abgefrühstückt'. Und im letzten Satz, bevor Eminem seinem Battle-Gegner das Mikro in die Hand drückt, rappt er:
"So, ich bin raus. Und jetzt erzähle den Leuten etwas über mich, das sie noch nicht wissen."

... Das Battle war beendet. Sein Gegner hatte 'keinen Stoff' mehr.

Hier ist das Video: [[Das Video wurde von YouTube gesperrt; wie auch immer: Das Ende des bekannten Kinofilms "8 Mile" kann man bei Bedarf auftreiben]]

... Und hier noch mal mit deutschen Untertiteln: [[Auch dieses Video bei MyVideo.de wurde gesperrt]]

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Innovationen, Innovationen …

Ich kann nach den vielen Jahren, in denen ich jetzt schon 'die Band-Szene' beobachte, dringend empfehlen, mal den 'bereits eingetretenen Pfad' deutlich zu verlassen!

Das ist meiner Erfahrung nach kein 'Risiko'. Sondern es ist als Band ein großes Risiko, das nicht zu tun! ... Dazu auch mein PDF zur 'Innovation'. (Siehe oben). Es handelt sich also keinesfalls um eine 'Zusatzleistung', sondern ... meiner Erfahrung nach um eine Notwendigkeit, als Band etwas Neues zu liefern. ... Zumindest für den Fall, dass man erfolgreich sein möchte.
(Für diese zwei elementar wichtigen Sätze genügten die Größen der Schriften hier nicht, um sie entsprechend dick zu schreiben. Daher habe ich ihn mal auf 'normal' gelassen. Bei 'den richtigen' Musikern wird der Groschen schon fallen. ... Und kurze Zeit später fällt er dann häufig auch wirklich! ... Und zwar direkt in die Taschen der Musiker, die die Tragweite dieser Aussagen verstehen und umsetzen können.)
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Wie auch immer.
Erneut, besten Dank für die Blumen an Xytras. Und ich würde mir wünschen, dass die eine oder andere Band sich hier zu neuen Taten inspirieren lässt!
Und würde mich natürlich noch mehr freuen, wenn mir eines Tages eine Band schreibt: "Wir haben die Sache jetzt mal angepackt ... und haben durch unsere selbst-entwickelte, neue Art der "Pressemappe" XX% mehr Zuwachs in Verkäufen und Medienwirksamkeit."

Ansonsten, wie schon einige Male gewünscht,

alles Gute und beste Grüße
Nils







Alles kostenlos im Internet: nicht selbstverständlich

13.04.2009 22:07:48

Zitat von Dommak89
Wie kommst du denn jetzt auf einmal auf Download.

Ich meine in diesem Fall alles, was man im Internet gratis erhält. Downloads, Videos, ... ja, sogar dieses Forum hier. Es ist NICHT selbstverständlich, dass man diese Leistungen und Plattformen alle kostenfrei nutzen kann.

Auch die Tatsache, dass du es so gewohnt bist, rechtfertigt das nicht.

Zitat von Dommak89
Ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich durch Youtube/Myspace mehr Ausgaben für Musik und Musikprodukte (Merchandise, Tickets etc.) gemacht habe, als irgendwann vorher in meinem Leben.

Dann behaupte ich einfach das Gegenteil.

Der Punkt ist einfach, dass es zwar NETT ist, wenn dir ein Unternehmer (ein Musiker, beispielsweise) eine Leistung kostenlos gibt. Aber du verschätzt dich meiner Auffassung nach ganz gewaltig, WARUM das geschieht!

Zudem kannst du nicht einfach davon ausgehen, dass jeder auch eine Live-Band und Merchandising hat. Einige Popmusiker, auch welche, die viel gehört werden, touren nunmal nicht ständig. Und das kann auch nicht Sinn der Sache sein.

Hast du dir mal das Interview mit Trent Reznor angesehen? (www.bandologie.de/trent.html)
Diese Mann wurde ... von seinem eigenen Publikum, wenn du so willst ... quasi dazu GEZWUNGEN, seine Musik freizugeben ... denn, wie er völlig richtig sagt:
"Sie ist eh frei verfügbar, sobald ich die erste Single verkaufe ... also was soll ich noch machen."

Das magst DU als 'Konsument' zwar super finden! Vielleicht kaufst du deswegen auch ein T-Shirt mehr ... mag ja sein. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass das der einzig richtige Weg für diese Misere ist!

Das ist ... ich wiederhole das ... DRAMATISCH und existenzbedrohend für viele Musiker, die nicht einen solchen Status und die Geldmenge (aus den 90er Jahren) haben wie Trent Reznor.

➔ Übrigens: Wenn jemand FAKTEN (also Marktforschungen über diese Behauptung; "Kunden geben im Durchschnitt mehr Geld für Musik aus als früher") hat, wäre ich SEHR, SEHR interessiert daran, das mal zu lesen und genau zu untersuchen, wie es denn wirklich aussieht.

[[Anmerkung von Nils vom 24.04.2010: Der aktuelle Artikel im Spiegel bestätigt, dass ich schon damals mit meiner Einschätzung absolut richtig lag; Spiegel "Karge Online-Einnahmen – Das Internet, ein Armenhaus für Musiker": http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,689372,00.html ]]

Behaupten ... kann jeder. Und aus seinem Privatleben auf einen ganzen Wirtschaftszweig schließen zu wollen ... das ist ohnehin eine schwierige Sache, die man genauer abwägen sollte!

Zitat von Dommak89
Vielleicht hat sich Guano Apes auf seinen so schnell gekommenen Erfolg ausgeruht, und hat das ganze Geld verballert, bevor ihnen bewusst wurde, dass sie damit ihre Musik hätten finanzieren können.

Man sollte nicht zu schnell vom eigenen Horizont auf den geistigen Horizont solcher Erfolgs-Leute schließen. Ohne die Band näher zu kennen, allein schon aus der Erfahrung heraus was für Typen es üblicherweise im Musik-Business schaffen ... und welche nicht ... kann ich dir mit sehr großer Wahrscheinlichkeit versichern, dass diese Bandmitglieder von den Guano Apes überdurchschnittlich intelligente und talentierte Leute sind.

Die werden eine solche Dummheit, wie du sie oben beschreibst, tendenziell nicht begehen.

Und SELBST WENN: Meiner Meinung nach braucht man PRO VERWERTUNGSWEG einen angemessenen Geld-Fluss. Und es kann NICHT die Lösung für alle Zeit sein, dass sich irgendwelche Technik-Freaks im Internet an der Ware anderer Leute bedienen und dann alle aus ihrer Sicht heraus behaupten, die entsprechenden Hersteller (Musiker) hätten gefälligst die Aufgabe, sich cross- zu finanzieren. Also das Geld durch weitere Aktivitäten wieder rein-zuholen.

➔ Das ist so, als wenn du bei Aldi eine Packung Kaffee-Filter klaust, mit dem Argument, dass du den Kaffee ja schließlich bezahlen würdest und den Kaffee auch sonst gar nicht kaufen würdest, wenn du nicht die passenden Filter dazu umsonst kriegst.
Ja, du währest sogar nur durch diese Kaffee-Filter überhaupt erst auf die Packung Kaffee aufmerksam geworden, erklärst du dann der Kassiererin ...

Da würdest du aber ganz schnell merken, wie ein Unternehmer ein solches Verhalten nennt.
Und zwar auch ... und insbesondere ... einer, der ansonsten sehr viel Geld verdient und dem so eine kleine Packung Kaffee-Filter von der Geldmenge her (so wirst du denken) egal sein kann. Du würdest dabei sehr schnell lernen müssen: Man nennt das 'Diebstahl'.

Die Folgen wären: 50 Euro Strafe, Anzeige bei der Polizei, Hausverbot und sonstiges, ähnliches. (Ich weiß nicht genau was passiert, denn ich bezahle meine Kaffeefilter ... und meine Musik ...) Und das selbst gegenüber einem Großkonzern wie Aldi, wegen einer Packung Kaffeefilter!
Diese Firma könnte sich ja LOCKER durch andere Produkte quer finanzieren. Eigentlich könnten die Gebrüder Albrecht sowieso eigentlich mal ALLES verschenken, was es bei Aldi so gibt. Genug Geld haben die ja allemal. Machen sie aber nicht. Und zwar 1) weil sie dazu nicht in der Form gedrängt werden, wie Musiker momentan (siehe Trent Reznor etc.) und 2) weil das der Beginn vom Ende eines funktionierenden Wirtschaftssystems wäre.

Betrachte auch mal die Verhältnisse:
Die genannten Strafen erhältst du bei Aldi für einen Diebstahl von 49 Cent, in's Verhältnis gesetzt zu 25,6 Milliarden Dollar Privatvermögen von Karl und Theo Albrecht.
http://www.forbes.com/finance/lists/10/2003/LIR.jhtml?passListId=10&passYear=2003&passListType=Person&datatype=Person&uniqueId=6WGQ

Verglichen mit 49 Cent (beispielsweise für eine Video-Nutzung oder einen Download) gegenüber ca. 1,14 Milliarden Euro ... wenn du den reichsten Musiker der Welt um die gleiche Geldmenge beklaust, nämlich Paul McCartney.
http://www.cosmopolis.ch/musik/75/paul_mccartney.htm

Selbst bei dem schlägt das also ca. 25 mal mehr ein, als die Filtertüten bei Aldi.

... Und bei jeder anderen Band ist das Verhältnis um ein Hundertfaches(!) oder sogar Tausendfaches(!) dramatischer als bei Aldi an der Kasse. ... Und Aldi zeigt dich trotzdem an! Auch wegen 49 Cent.
- - - - -

Und es muss für diese ganze Sache in Zukunft eine vernünftige Lösung geben!
(Meine Vorschläge dazu siehe oben).

Beste Grüße
Nils

EDIT: an Dommak89: Übrigens können wir die Diskussion an dieser Stelle hier abbrechen, denn du weigerst dich strickt und einfach, deine Position als 'reiner vergnügungsmäßig denkender Konsument' zu verlassen und ich weigere mich, die Situation nur aus dieser Sicht zu beurteilen.

Daher macht es keinen Sinn, dass wir uns weiter 'unterhalten'. Wenn du dir weiterhin Videos gratis ansehen möchtest, dann mach es, solange man dir noch welche davon gibt.

[[Anmerkung von Nils vom 24.04.2010: ... Momentan schwindet noch immer die Anzahl der Videos bei Youtube aufgrund des Streits um mehr Geld für Musiker mit der GEMA ... und aufgrund fehlender oder zu geringer Einnahmen bei Youtube ... noch immer fehlt hier ein angemessenes Vergütungssystem, wie es nahezu überall außerhalb des Internets vorhanden ist ... ich sage hier mal, was ich häufig auch bei 'Kaffeetrink-Gesprächen' zu Freunden und Bekannten sage: "Wir leben wahrscheinlich gerade in der 'Internet-Steinzeit'! Ich hoffe, dass diese Querelchen, die wir zur Zeit mit dem Medium Internet erleben mindestens mit der nächsten Generation von Internet-Nutzern flächendeckend – und nicht nur für ein paar Ausnahmen, wie Momentan der finanzielle Erfolg mit Facebook.com – geklärt sind." ... durch alle sinnvollen und nützlichen Angebote im Internet müssen meiner Meinung nach auf Dauer vernünftige Geldflüsse möglich sein; ansonsten ist die logische Konsequenz, dass diese Angebote – beispielsweise eine Vielzahl von Musikbands – auf lange Sicht verschwinden, veralten oder qualitativ miserabel werden ... oder dass Anbieter ausgebeutet werden ... alle diese Fälle sind nach meinem Verständnis keinesfalls anzustreben. ]]

Aber komm nicht auf die Idee, dich zu beschweren, wenn sie nicht mehr da sind, denn du hast dich bisher hier nicht gerade verantwortungsvoll bemüht, den herstellenden Musikern einen entsprechenden Geldfluss zukommen lassen zu wollen. Daher kannst ... darfst ... du auch nichts erwarten. Kein Geld = keine Erwartungshaltung gerechtfertigt. So ist das nunmal in der Wirtschaft.

Wenn du "außerhalb der Wirtschaft" Gratis-Musik erhalten möchtest, dann geh zu MySpace und klicke dich durch die semiprofessionellen- und Hobby-Bands, die ihre Musik millionenfach und gerne zur Verfügung stellen. ... Viel Spaß dabei.




Immer überall Gratis-Musikvideos ansehen können: nicht selbstverständlich. Beispiele deutscher Bands, die wahrscheinlich unter anderem aufgrund wirtschaftlicher Schwäche aufgelöst wurden

13.04.2009 18:31:12

Hallo Dommak89,

deine Idee zur Verbesserung der Myspace-Suchfunktion ist durchaus gut.
Du solltest denen mal schreiben, denn das ist wirklich ein Manko von Myspace.

Alles in allem betrachtest du die ganze Sache allerdings, wie sich immer wieder aus deinen Beiträgen herauslesen lässt, zu blauäugig.

Zuerst dachte ich ja, dass es an 'deiner Generation' liegt, weil du 10 Jahre jünger bist als ich. Allerdings ist [[ein anderer Mensch]] offenbar gleich alt wie du und der überblickt die Gesamtsituation für mein Verständnis wesentlich vernünftiger.

Du solltest dich mal damit beschäftigen, dass es zu jedem Download, den du machst, auch eine andere Seite gibt: jemanden, der eventuell Wochen und Monate dafür gearbeitet hat, diese Inhalte (Musik, Programme, Videos oder was auch immer) in dieser Form zu erstellen.

Deine Betrachtungen, die du hier äußerst sind aus Sicht eines 'reinen Konsumenten' ja durchaus richtig. Allerdings ist das auch nur die Hälfte der Wahrheit.

Es gab früher mal so einen blöden Spruch: "Warum reden alle über Atomkraftwerke? Der Strom kommt doch aus der Steckdose."
Ähnlich weit geht deine Betrachtungsweise bisher. Du siehst zwar deine Möglichkeiten und was dir jetzt entgeht ... aber die "Quelle" der Musik, die du dir da runter ziehst, ist nunmal nicht Youtube, sondern das sind eine Vielzahl, häufig kleiner oder mittelständischer Unternehmer (wie beispielsweise die Guano Apes), denen dort bares Geld entgeht.

Und falls du es noch nicht erkannt hast. Es gibt bereits die ersten, wie ich finde dramatischen, Rückgänge in unserem Land, was die künstlerische Landschaft im Bereich Popmusik angeht.

Lies mal ein paar Fakten, die wahrscheinlich UNTER ANDEREM auf die momentane Marktsituation zurück zu führen sind:
- -

Marcnesium, der WAR mal Profi-Musiker und hatte mit "5 Sterne Deluxe" beachtliche, riesige, bundesweite Erfolge:
"(...) Marcnesium arbeitet wieder als Grafiker und Fotograf in Hamburg, betreut optisch u.a. Tobis Label moonbootique rec., die Solo-Veröffentlichungen von Das Bo und macht Musik, wenn Zeit ist. Eigene Roh-Beat-Produktionen sind auf seiner Homepage zu hören. (...)"
http://de.wikipedia.org/wiki/Fünf_Sterne_deluxe

➔ Es kann natürlich sein, dass 'Marcnesium' aus irgendwelchen anderen Gründen wieder Grafiker ist ... aber mal unter uns: wer würde denn eine Karriere als Musik-Profi beenden, wenn die auch noch super bezahlt wäre? ...
An persönlichen Gründen kann es kaum gelegen haben, denn er arbeitet jetzt, siehe oben, mit den gleichen Leuten wieder zusammen. Nur nicht mehr als Profi-Musiker.
- -

Knorkator lösen sich auf
"(...) Fakt ist: Über Platz 27 der deutschen Charts ist die Berliner Krawallbande Knorkator in den letzten 14 Jahren nicht hinausgekommen. Jetzt hat sie beschlossen, sich zum Jahresende aufzulösen – weil die Einnahmen aus dem Musikgeschäft nicht zum Leben reichen und weil Keyboarder Alf Ator nach Thailand zieht. (...) "
http://www.tagesspiegel.de/berlin/stadtleben/knorkator-loesen-sich-auf/1276108.html

➔ Hier wird es ganz klar gesagt: die Profis von Knorkator, die seit 1994 konstant an ihrer Musik und Produktionen gearbeitet haben ... konnten davon BIS 2008 irgendwie leben. ... AB Dezember 2008 haben sie sich offiziell aufgelöst. WEIL nicht mehr genug Geld zu verdienen war. Und ich behaupte: hier gehen bereits die ersten 'High Potentials' baden. Denn was auch immer man von der Anmutung der Band halten mag; qualitativ und von den Inhalten her waren die absolut professionell und dahinter steckten extrem leistungsstarke und kreative Köpfe ... die jetzt in einem anderen Bereich arbeiten werden! ... Wie ich schon mehrfach als 'These' schrieb ... hier der erste Beweis.
Ein amüsantes Video von 2006, dessen Text allerdings auch schon deutlich erkennen lässt, dass es den Musikern an die Existenz ging: http://www.youtube.com/watch?v=U7-60tyLQhA
(Das Lied ist zwar insgesamt sehr amüsant. Ist ja auch eine Unterhaltungs- Band, die ihren Job gemacht hat. Aber die erste Strophe ... spricht Bände.)
- -

Bei den Guano Apes spielte das auch eine Rolle:
„Grundsätzlich gings um den schnöden Mammon – ums Geld. Das ist ja auch das häufigste Problem, weswegen sich Bands auflösen. (...)“
http://de.wikipedia.org/wiki/Guano_Apes#2004.E2.80.932006:_Lost_.28T.29apes_und_Aufl.C3.B6sung

➔ Ich habe den dort vermittelten Gesamtzusammenhang natürlich verstanden: die Frontfrau wollte offenbar unangemessen mehr Geld als die anderen. Aber zur Ergänzung: Wenn diese Band dauerhaft 'Geld in rauen Mengen' verdient hätte, dann hätten sie sich einerseits nicht so sehr darum streiten müssen, andererseits hätten sie sich sicherlich schon längst wieder zusammengerauft, wenn das Ding ein 'Millionengeschäft' WÄRE.
- -

Und das waren nur drei Beispiele ... von wahrscheinlich unzähligen, die entweder vor wenigen Monaten oder Jahren noch Profi WAREN, oder es mit mehr Geldfluss in der Branche geworden wären!

[[Anmerkung von Nils vom 24.04.2010: Nur ein paar weitere Musikprojekte, die mir zu diesem Thema spontan einfallen, die mal für längere Zeit relativ gut im Geschäft waren und von denen man in den letzten Jahren erstaunlich wenig 'Großes' gehört hat oder die sich aufgelöst haben ... sicherlich vielfach AUCH aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten: Deichkind, Pyogenesis, Axxis, Moses P., Fischmob, Uncle Ho, Such A Surge, H-Blockx, Tic Tac Toe, Dritte Generation ...]]

Zudem gibt es sicherlich eine Reihe von Musikern, die aus diesem Grund nie welche wurden. (Mit 'Profi' meine ich in dem Zusammenhang natürlich jemanden, der hauptberuflich sein Geld mit (Rock/Pop)-Musik verdient).

Da ich mal unterstelle, dass hier viele Leute sind (du vielleicht auch?) die heimlich oder ganz offen davon Träumen, mit Musik mal viel Geld zu verdienen, müsste man diese ganze Sache also MINDESTENS von diesen ZWEI Seiten betrachten. (Konsumenten / Musiker).

Und dann sollte man natürlich auch die Seite von Youtube, ja und auch die ... wie heftig auch immer umstrittene ... einzige, größere Komponisten-Gesellschaft in Deutschland, die GEMA, berücksichtigen.

... Sich hier hinzustellen und zu sagen "Buhu, 'meine' Videos sind weg" ist meiner Meinung nach eine zu naive Betrachtungsweise.
Und wie [[ein anderer Schreiberling]] zeigt, nicht nur eine Frage des Alters.

Alles Gute und beste Grüße
Nils

EDIT: Hier ... Nachwuchs muss her!
Auch das haben Knorkator versucht. Die letzte Single der Band: "Kinderlied", offenbar von deren Kindern gesungen. Für den Hörer ebenfalls sehr lustig gemacht.
http://www.youtube.com/watch?v=ERJu48dJxpM




Gratis-Musik im Internet: Vergleich zu einem Wochenmarkt; These, dass die Musikindustrie sich in Richtung 'Kleinkunst' entwickeln könnte; These, es könnten sich neuartige Verkaufssysteme entwickeln; These, Internet-Kaufgewohnheiten der Menschen könnten sich in den kommenden Jahrzehnten der Moral bei traditionellem Handel anpassen; These, es könnte sich ein geldfreier Marktbereich im Internet entwickeln / ausbauen

11.04.2009 16:13:19
Hallo MatthiasT, hallo Arvir, hallo ars ultima,

hui, da bricht ja eine richtig spannende Diskussion los.

Ich war gerade auf einem sehr netten Berliner Wochenmarkt spazieren und dabei habe ich so nebenbei noch etwas über dieses Thema nachgedacht.

Vom Ansatz her ... ohne, dass ich glaube, dass wir das hier abschließend klären können ... gibt es glaube ich folgende vier Möglichkeiten:

Möglichkeit 1) Alles bleibt so, wie es jetzt läuft. Ich vermute, dass dann in Zukunft Musiker einen ähnlichen Stellenwert haben werden wie beispielsweise Jongleure oder [[künstlerische]] Maler: es gibt zwar noch welche und wird sie auch immer geben. Aber 99,999% davon spielt sich im Bereich "Kleinkunst" ab. ... "Da geht nix", ... um es mit dem Volksmund zu sagen.
Keine haufenweise eigenen Magazine, keine Fernsehshows, keine eigenen Fernsehsender, keine Casting-Shows für den Nachwuchs, keine ausverkauften Stadien, keine No. 1 Hits, kein Chart-System, KEIN "Traumberuf: Rockstar" ... ich behaupte, wenn das auch der Musikbranche passiert, werden professionelle Musiker in Zukunft eher behandelt wie um Almosen bettelnde Gaukler, die am (virtuellen) Strassenrand sitzen.
(Oder sie müssen sich, wie viele Kleinkünstler ... das Geld irgendwo anders rein-holen, beispielsweise per Live-Gigs, ... und so zwei Mal Arbeit für ein Mal Lohn leisten; wie es ja heute bereits in großen Teilen des Musikmarktes läuft.)

Möglichkeit 2) Man müsste Verkaufssysteme, inklusive entsprechender Schranken und geschickt platzierter Verkaufsmethoden entwickeln und betreiben. Früher, bevor es einen Wochenmarkt gab, lagen die Kartoffeln mehr oder minder auf dem Acker herum.
Irgendwann kam dann mal einer auf die Idee sie auf einen Tisch zu legen; dort konnte man sie verkaufen.
... Und wieder einige Jahre später kam einer auf die Idee, die Kartoffeln direkt zu verarbeiten und sie in einem Luxus-Kaufhaus, in dem man sich wohl fühlt und für gute Dinge gerne Geld ausgibt, hübsch platziert und (auch rechtemäßig) völlig klar zu verkaufen.

Diese Möglichkeit halte ich für am wahrscheinlichsten, denn bisher fehlen sowohl (gute) Schranken, als auch ein solches, 'Wohlfühlkaufhaus' (mit Service, tollen Präsentationen, häufig wird mal um-dekoriert etc. ... wie im "KDW" in Berlin ... )

Ich behaupte, momentan liegen die Kartoffeln im Internet EHER noch auf einem Acker.
WENN überhaupt dann auf einem 'gut gemachten Tisch' (iTunes / seit einigen Tagen ja nun auch Amazon), aber noch nicht in einem solchen, virtuellen 'Wohlfühlkaufhaus', wo sich sowohl Anbieter, als auch Kunde, friedlich einigen und am Ende beide zufrieden sind.

Möglichkeit 3) Vielleicht genügen auch die bisherigen Verkaufsmöglichkeiten bereits. Wir haben vielleicht wirklich das Problem, dass sich die Gewohnheiten und die Moral der Leute erst noch anpassen muss. ... Beispielsweise auf dem besagten Wochenmarkt: da waren gerade ca. 1.000 Kunden und vielleicht 70 oder 80 Verkäufer. In etwa in dem Dreh. ... Wie auf Marktständen üblich, lagen die Waren so, dass man alles greifen KÖNNTE, was man wollte. Würden sich alle Käufer zeitgleich dazu verabreden den Markt zu stürmen, dann könnten sie den 70 oder 80 Verkäufern innerhalb von nur wenigen Minuten all ihre Ware klauen. ... Tut aber niemand, weil jeder weiß: "wenn ich das tue, dann wird mich die Polizei verhaften. Zudem möchte ich niemandem etwas Böses."

Momentan läuft es im Internet so ähnlich, als hätten sich alle Käufer auf dem Markt abgesprochen und hätten bereits die Stände gestürmt. ... Was könnte die Polizei da in der Realität machen? Ähnlich viel, wie auch virtuell:
... Gegen 1.000 "Kriminelle", die innerhalb kürzester Zeit einen solchen Wochenmarkt überfallen, sich alle nicht gegenseitig verraten, und die Händler können sich auch nur jeweils an ein paar der Diebe erinnern ... die meisten würden ungeschoren davon kommen.

Das passiert aber nicht, obwohl es möglich wäre. ... Gleiches gilt für jeden Supermarkt. Ich war mal auf einer Demonstration, wo eine große Gruppe Menschen ... gut, aber lassen wir das ... ihr könnt es euch denken. Da habe ich gemerkt, dass so etwas möglich IST, ... ohne, dass (real existierende) 'Schranken' wirksam werden. Die Polizei hat vielleicht 2-3 der Diebe gefasst; ... mehr als 100 oder so kamen einfach davon.

Die 'normale Moral' und die Vernunft, kombiniert mit der Möglichkeit (als Einzelfall) sofort von der Polizei (oder Sicherheitsschranke, oder Kassiererin, oder Marktstandbesitzer) belangt zu werden, hält den Großteil der Menschen im normalen Alltag davon ab, so etwas ... außerhalb des Internets zu tun.

Wenn diese Einsicht sich für den Bereich 'Internet' nicht ändert, wird es kommen wie bei 1)

... allerdings denke ich KANN man diese Einsicht auch bis zu einem gewissen Maße als 'Musik-Anbietender' mitgestalten, in dem man "2)" möglichst gut macht.

Oder aber
Möglichkeit 4) Es könnte eine Art 'freier Teilmarkt' sich noch weiter entwickeln, wo Menschen im Internet ... ohne Geldsystem ... Software, kostenlose Angebote (wie dieses Forum inklusive Wissen), Plattformen und Dienstleistungen (wie Musik) einfach gegeneinander austauschen beziehungsweise alle / alles verschenken und das System 'Geld' in diesem Teil des Marktes dann nicht mehr existiert.

Ich glaube allerdings, ... da das System 'Geld' voraussichtlich noch einige Jahre durchhalten wird (obwohl es übrigens eine gravierende Lücke im System hat: die Idee der 'Zinsen'), ... müsste man sich wohl erstmal mit 1, 2 oder 3 arrangieren. ... Oder parallel noch 4) dazu ... oder alle zusammen vermischt.

... Ich habe nur mal versucht, die einzelnen Aspekte möglichst sauber zu zerlegen und sozusagen die 'Stellschrauben' einzeln zu betrachten.

Die Lösung für das alles poste ich dann morgen, nach einem Osterspaziergang!! ;)

Beste Grüße
Nils




Offenlegung der Abrechnungsmethoden der GEMA

16.04.2009 14:26:54

Zitat von wuiii
Aber zumindest die grundsätzliche Abrechnungsmethode gehört offengelegt und auch auf der GEMA Webseite veröffentlicht.

Das sehe ich auch so. Und "offen legen" kann für mein Verständnis NICHT bedeuten, dass dort ein 66 Seiten PDF mit einer Reihe von Zahlen, Bestimmungen und Verschlüsselungen präsentiert wird.

So etwas könnte vielleicht ein ANHANG für ein solches System sein, aber das grundsätzliche System muss meiner Meinung nach in einer übersichtlichen Form präsentiert werden. Per Schaubild oder kurzem, verständlichem Text.
Dazu muss man auch mal in Betracht ziehen, dass Musiker noch ein 'paar' andere Dinge zu tun haben, außer sich in ein SO komplexes System hereinzufummeln.

Zitat von PVaults
Bin auch mal gespannt, ob das Mädel mit ihrer Klage durchkommt, ich fürchte, leider wird das nicht der Fall sein.

Äh, Sekunde ... es geht nur noch am Rande um 'das Mädel'. Es geht um eine Petition, an der sich bereits über 1.400 Leute beteiligen ... Das übt mal ETWAS anderen Druck aus, als eine Komponistin, die einen Einzelfall vorträgt.
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Übrigens sehe ich das mit den "kulturell bedeutsamen Werken" anders!

Bei der GEMA zahlen Komponisten bares Geld, um den Service dieser Gesellschaft zu nutzen. Sowohl per Jahresbeitrag, als auch per Prozenten in den Bearbeitungsgebühren.
Zudem holt die GEMA ... wenn diese Komponisten entsprechend viel einspielen ... ebenfalls bares Geld von den Veranstaltern und letztendlich auch vom Publikum.

Das bedeutet, bis hierhin ist das eine reine, finanzielle Sache. Und meiner Meinung nach müsste derjenige, der mit seiner Musik (aktuell) viel Geld einspielt, auch viel davon erhalten.

Für alles andere gibt es staatliche Kulturförderungen und dergleichen.

Meiner Meinung nach kann es nicht OK sein, dass jemand, der beispielsweise mit einer Metal-Band 20.000 Euro im Jahr GEMA-Umsatz macht plötzlich nur noch einen Bruchteil an Ausschüttungen erhält, weil ein Orchester als "kulturell bedeutsamer" eingestuft wird und das Geld dann dort rüber wandert oder ähnliches.
- -
Gleiches müsste übrigens meiner Meinung nach auch für die gesamte Organisation gelten:
Wer in diesem Jahr viel Geld einbringt, soll auch entsprechend viel erhalten!

Übrigens habe ich gerade etwas interessantes gefunden:
http://www.gema.de/de/presse/publikationen/fachaufstze/gema2003/

GEMA Mitgliedschaft, angeschlossenes Mitglied, außerordentliches Mitglied, ordentliche Mitgliedschaft, Mitglieder in Zahlen und Verhältnissen

Punkt "3. Mitgliedschaft" besagt:
"Angeschlossenes Mitglied (am 31. Dezember 2001 waren dies 50.065) (...)

Um außerordentliches Mitglied (am 31. Dezember 2001 waren dies 6.026) (...)

- -
Die ordentliche Mitgliedschaft - am 31. Dezember 2001 betrug diese 2.779, davon 1.883 Komponisten, 420 Textdichter und 449 Verleger - können Komponisten, Textdichter und Musikverleger nach fünfjähriger außerordentlicher Mitgliedschaft erwerben. Komponisten und Textdichter müssen in fünf aufeinanderfolgenden Jahren sowohl ein Mindestaufkommen von EUR 20.451,68 als auch jährlich in vier aufeinanderfolgenden Jahren mindestens EUR 1.227,10 erreicht haben. Musikverleger können ordentliche Mitglieder werden, wenn sie in fünf aufeinanderfolgenden Jahren ein Mindestaufkommen von EUR 51.129,19, jedoch in vier aufeinanderfolgenden Jahren mindestens EUR 3.067,75 jährlich von der GEMA bezogen haben.

Die genannten Beträge gelten für Komponisten, Textdichter und Musikverleger, die dem Bereich der sog. E-Musik (ernste oder klassische Musik) zugerechnet werden. Für Komponisten, Textdichter und Musikverleger auf dem Gebiet der U-Musik (Unterhaltungsmusik) sind die genannten Mindestbeträge für den Erwerb der ordentlichen Mitgliedschaft jeweils um 50% zu erhöhen. In dieser Ungleichbehandlung von E- und U-Musik kommt die Vorzugsbehandlung zum Ausdruck, die die E-Musik in der GEMA auch in anderen Bereichen, namentlich bei der Verteilung des Vergütungsaufkommens, genießt. Dies ist ein Solidarbeitrag, den die Vertreter der U-Musik gegenüber ihren Kollegen der E-Musik in der Erkenntnis erbringen, dass E-Musik kulturell allgemein als etwas Besonderes angesehen wird, dass mit E-Musik aber sehr viel weniger und bedeutend langsamer Geld verdient werden kann als mit U-Musik.

Die Orientierung für die Mitgliedschaft an Mindestaufkommen ist deshalb gerechtfertigt, weil andernfalls eine zahlenmäßige Übermacht von Mitgliedern mit Rechten geringerer Bedeutung die Gesellschaft majorisieren könnte. Einfluss auf die Gesellschaft soll jedoch den Berechtigten vorbehalten bleiben, die der Verwertungsgesellschaft eine große Anzahl von Rechten übertragen und somit auch ein großes wirtschaftliches Interesse an der Tätigkeit der GEMA besitzen (vgl. Ferdinand Melichar, Die Wahrnehmung von Urheberrechten und Verwertungsgesellschaften, 1983, S. 61; Mauhs, a.a.O., S. 114). Falls aus finanziellen Gründen eine ordentliche Mitgliedschaft nicht möglich ist, aus kulturellen Erwägungen diese wünschenswert erscheint, kann durch Aufsichtsratsbeschluss eine Mitgliedschaft auch durch Kooptation erworben werden (§ 7 Ziffer 3 der Satzung)." [[Zitat-Ende]]

Hier wird ja bereits ... für mein Verständnis ... die ganze Ungerechtigkeit der Organisation offen gelegt:

2.779 ordentliche Mitglieder entscheiden offenbar über das Schicksal von 50.065 angeschlossenen und 6.026 außerordentlichen Mitgliedern.
Nur anhand der Menschen-Mengen sogar durchaus eine vernünftige Sache ...
Im Bundestag sitzt ja auch nicht das gesamte Volk, wie damals im alten Griechenland ...

Aber "ordentliches" Mitglied sind die Leute, die mal mit ihrer Musik richtig viel Geld verdient haben. (Oder aus "kulturellen Erwägungen" dazu gemacht wurden). Mal abgesehen davon, dass das alleine schon keinen Sinn macht, könnte dieser Zeitraum auch noch 20 Jahre her sein. Also sagen wir mal beispielsweise, jemand hätte in den 80er- Jahren eine Reihe erfolgreicher Pop-Hits komponiert, dann entsprechend viel Geld verdient (siehe Bestimmungen oben) ... dann sitzt DER jetzt dort und entscheidet über die Finanz- Ausschüttungen von X-tausend Nachwuchs-Künstlern, die sich in einer völlig anderen Zeit auf einem völlig anderen Markt bewegen.

Zudem sitzt er eventuell noch immer auf einem recht amtlichen Geldbeutel und wird, wenn er klug ist, auch dafür sorgen, dass ihm die GEMA weiterhin viel Geld zuspielt.

Kurzum, hier entscheiden 4% der Mitglieder (und zwar genau DIE 4%, die mindestens mal 5 Jahre lang richtig viel Geld verdient haben), über 96% der 'anderen' Komponisten, also Leute, die teilweise mit dem Überleben durch ihre Musik kämpfen.

Auch die Betrachtung, dass sich mit "E-Musik" (ernster Musik; also Klassik) weniger und langsamer Geld verdienen ließe als mit "U-Musik" (Unterhaltungs-Musik, also Pop etc.), mag zwar in den 80er-Jahren noch richtig gewesen sein, vielleicht noch gerade so in den 90er-Jahren ... aber das ist nun wirklich seit einigen Jahren vorbei!

Siehe auch hier, wo ich mal ... wenn auch sehr grob ... die Auflösung dreier recht aktueller Profi "U-Musik"-Bands genannt habe (Guano Apes, Knorkator und 5 Sterne Deluxe):
[[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

... Also da soll noch jemand erzählen, mit "U-Musik" ließe sich leichter Geld verdienen.

Und wenn dort wirklich 4% ... ich nenne sie mal "Großverdiener und Ex-Großverdiener" ihre Interessen durchsetzen ... und das auf Kosten der anderen 96%, weil die als "wirtschaftlich nicht so relevant" eingestuft werden, dann ist doch klar, dass das NICHT OK ist.

Selbst, wenn der Einzelne möglicherweise "wirtschaftlich nicht so relevant" ist, so muss doch die Masse dieser Leute eine angemessene Stimme erhalten.

Man könnte doch einfach anhand der Geldmenge feststellen, welche der drei "Mitglieder- Gruppen" jeweils wie viel Umsatz macht. Und dementsprechend viele Mitsprache-Vertreter sollen die dann auch wählen können.
Ist doch ganz logisch ... wie in der Politik: Mehr Wählerstimmen: mehr Parlamentssitze.

So müsste es auch bei der GEMA laufen: Mehr Geld-Umsatz: mehr Mitsprache-Recht für die entsprechende "Mitglieder-Gruppe".

Verstehe nicht, aus welchen Gründen das vernünftige Menschen jemals anders regeln konnten ...

Also ENTWEDER fehlt mir da gerade die Einsicht, ODER da läuft echt etwas gewaltig schief.
... Und das auch noch 'öffentlich erklärt'. (Siehe zitierter Text oben).

Alles Gute und beste Grüße
Nils

EDIT:
Zitat von MatthiasT
Ich bin allerdings in diesem Fall der Meinung: Selbst Schuld. Wer unter den Umständen noch Mitglied in der Gema ist darf sich eigentlich nicht beschweren. (...) Also täte man gut daran die Gema ein Problem von anderen sein zu lassen und gar nicht erst Mitglied zu werden.

Naja, so einfach ist das leider auch nicht.

Stell dir mal vor ... beispielsweise ... du schreibst eine Reihe von Songs, die gut im Radio laufen, ... beispielsweise wie die Jungs von "Caracho". (Ein aktuelles Interview, in dem sie unter anderem von ihrer Problematik mit der GEMA erzählen gibt es gerade auf der Bandologie-Webseite)
... Dann hast du ein kaufmännisches Problem: EINERSEITS kannst du nicht mit jeder Radio- Station einzeln darüber verhandeln, wie viel Geld für die Nutzung anfallen müsste. Du brauchst also eine Organisation wie die GEMA, die die Interessen der Komponisten als Gesamtheit vertritt. ANDERERSEITS stellst du fest, dass durch Live-Auftritte momentan vergleichsweise viel Geld geht und dass Veranstalter dich lieber buchen, wenn du kein GEMA-Mitglied bist. Das ist ein Dilemma und lässt sich nicht mal eben mit "einfach nicht beitreten" lösen.

[[Anmerkung von Nils vom 24.04.2010: Mittlerweile weiß ich, dass man bei der GEMA bei Beitritt gewisse Verwertungsrechte aus dem Wahrnehmungsvertrag ausschließen kann ... mehr Details und Tipps zum bestmöglichen Umgang mit der GEMA gibt es in der aktualisierten, dritten Auflage des Bandologie-Buches. Anmerkung vom 31.07.2010: … Und natürlich in allen Folge-Auflagen des Buches.]]




Petition gegen die GEMA

15.04.2009 16:30:18

Zitat von Benno _8)
Anscheinend ist es ein Mißverständnis, daß die Ausschüttungen an die Urheber in einem direkten Verhältnis zu den gezahlten Gebühren stehen, von denen lediglich die Verwaltungskosten abgezogen würden.

Den Ausführungen nach scheint das so zu sein.
Wie auch immer die Lage ist, ich finde, die GEMA muss definitiv klar durchschaubare und verständliche Abrechnungsmethoden offenlegen.

Wenn da alles mit rechten Dingen läuft und die Abrechnungsschlüssel nach Befürworten der Mehrheit der Mitglieder Sinn machen, dürfte das ja kein Problem sein.

Also ich werde mal so ein Petitions-Formular absenden; und bin sehr gespannt, was bei dieser Sache möglicherweise so alles ans Tageslicht kommt ...

Beste Grüße
Nils




13.04.2009 11:58:07

Hallo Klaus,

vielen Dank. Hammermäßige Links!

Übrigens wird gerade eine Petition eingereicht, bei der mehr Tranzparenz von der GEMA gefordert wird.

http://www.kult-werk.de/GEMA/GEMA.html

Hier ist der entsprechende Rundbrief von Frau Monika Bestle, Geschäftsführerin der Sonthofer Kultur-Werkstatt GmbH (ein Veranstaltungsort) dazu:
http://www.kult-werk.de/GEMA/GEMA-Reizthema.htm

Und hier das PDF, das man bei Bedarf ausdrucken und abschicken kann:

[[Das Formular ist veraltet; Link entfernt]]

Bisher wurden ca. 1.400 Petitionen gesammelt.

[[... Als die Petition eingereicht wurde waren es über 100.000]]

Wenn jemand an dieser Aktion Interesse hat, kann er sich ja vorher mal in die Informationen rein-lesen und bei Bedarf ein solches PDF ausdrucken, unterschreiben und abschicken.

Die Adresse ist auf der Webseite nicht wirklich gut sichtlich vermerkt. Deswegen noch mal hier. Diese ausgedruckten Schreiben sollen geschickt werden an:

[[Adresse entfernt; Aktion ist vorüber]] 
- - - -

Hier gibt es auch noch einige Informationen. Diese Infos sind zwar partei-ergreifend geschrieben (von jemandem, der über die GEMA sehr verärgert ist), aber es gibt offenbar bisher keine greifbare Gegendarstellung der GEMA zu diesen ... sagen wir mal vorsichtig: Vorwürfen.

http://www.ruhrbarone.de/das-ende-der-gema-wie-wir-sie-hassen-eine-behorde-kapituliert-vor-dem-21-jahrhundert/
- - - -

Das ganze Netz ist voll von ähnlichen Meldungen.

Hier geht es plötzlich nicht mehr um 'einen Einzelfall', oder 'mal einen Musiker' der sich über die GEMA aufregt, sondern offenbar eine ganze Lobby von Kulturschaffenden.

Das ist ja eigentlich noch der Hammer: man müsste ja von einer "Komponisten-Gesellschaft" wie der GEMA eigentlich erwarten, dass die "Verwerter" zuerst auf die Barrikaden gehen. Also Großveranstalter, riesige Fernsehstationen und so weiter. DIE müssten sich doch auf den Schlips getreten fühlen. ... Aber es sind zu einem beachtlich großen Teil auch die Komponisten selbst, die gegen "ihre" Verwertungsgesellschaft Sturm laufen.

Wenn diese Darstellungen der Wahrheit entsprechen ... ... dann könnte es in Zukunft ganz schön eng für die GEMA werden, denke ich.

Obwohl natürlich klar ist, dass man einer Organisation dieser Größe und Komplexität nicht 'mal eben' so kommen kann.

Auch ich habe übrigens eine Email an Frau Bestle gesendet, info@kult-werk.de, in der ich ihr meine persönlichen Erfahrungen mit der GEMA geschildert habe. (Ergebnis war im Wesentlichen, dass ich auch finde, dass der ganze 'Laden' nicht transparent genug arbeitet.)

Ich will ja niemanden hier aufrufen, "Zoff" zu machen, aber Transparenz in der GEMA ... glaube, das würden einige hier begrüßen.
Mal abgesehen von der Frage, ob da nun Ungerechtigkeiten laufen oder nicht (das kann ich nicht beweisbar sagen) ... ein solcher Verein sollte ... meiner Meinung nach ... schon offenlegen, nach welchen Schlüsseln und Methoden die Berechnungen laufen.

Immerhin geht es laut Wikipedia um einen Umsatz von 849,6 Millionen Euro, der von der GEMA beispielsweise im Jahr 2007 aufgeschlüsselt wurde. (Und es geht natürlich um Summen in ähnlicher Größenordnung in jedem anderen Jahr.)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gema#Umsatz

Bei solchen Summen zumindest mal klar und deutlich (damit meine ich AUCH für alle Mitglieder der GEMA verständlich!) aufzuzeigen wie da / was ganz genau läuft sollte ... meiner Meinung nach ... gar kein Diskussionspunkt mehr sein, sondern gehört für meine Begriffe in den Bereich 'Selbstverständlichkeiten'.

So selbstverständlich ist das für die GEMA ... wenn diese Darstellungen stimmen ... aber offenbar nicht. Ich denke zumindest 'mal nachfragen' kann man da durchaus.

Werde ebenfalls ein solches Zettelchen ausfüllen. Was da 'gefordert' wird, sind übrigens im Detail:

- - - -
Zitat aus dem Formular:
"• Genaue und für jeden verständliche Geschäftsbedingungen
• Größtmögliche Transparenz
• Änderung der Beitragberechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter
• Offenlegung und Vereinfachung der Berechnungsgrundlagen zur Auszahlung der Künstlertantiemen,
• Änderung der Inkasso-Modalitäten"
- - - -

Alles Gute und beste Grüße
Nils




GEMA vs. Barbara Clear

12.04.2009 22:34:16

Barbara Clear (Musikerin) verklagt GEMA

Hallo zusammen,

soeben habe ich eine sehr spannende Geschichte gefunden.

Am 02. April 2009 gab es offenbar einen Gerichtstermin, bei dem die Musikerin "Barbara Clear" gegen die GEMA angetreten ist.
Am 28. Mai soll die Verhandlung weiter gehen.

"(...) Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte soll der Künstlerin, die ihre Konzerte in eigener Regie organisiert und ihre CDs selbst vermarktet, ihre Ausschüttungspraxis offen legen. Clear erhält als Musikerin Geld von der GEMA, der sie andererseits als Veranstalterin Gebühren abführen muss.
Das Verhältnis von gezahltem und erstattetem Geld ist nach ihren Angaben für sie nicht nachvollziehbar. Der Verrechnungsschlüssel begünstige wenige ohnehin erfolgreiche Künstler zu Lasten der "Kleinen". Die GEMA pocht hingegen auf die Rechtmäßigkeit ihrer Ausschüttungspraxis. "Sie beschreiten hier einen dornigen Weg", warnte der Vorsitzende Richter die 44-jährige Sängerin und Song- Schreiberin. Am 28. Mai soll weiterverhandelt werden.

Barbara Clear wurde bekannt, als sie 2001 die Münchner Olympiahalle anmietete und bis zum Konzert 2004 ohne Beistand eines Veranstalters mehr als 8.000 Karten verkaufte. Seither organisierte sie über 200 Veranstaltungen in großen und kleineren Hallen selbst. In den Jahren 2004 bis 2007 habe ihr die GEMA dafür rund 65.000 Euro berechnet. Für den selben Zeitraum habe sie nur etwa 5.000 Euro ausgeschüttet bekommen, obwohl sie bei ihren Konzerten überwiegend eigene Songs darbiete. Clear glaubt deshalb nicht, dass die GEMA tatsächlich nur 17 Prozent Verwaltungsgebühr abzieht und das eingehende Geld gerecht an alle registrierten Künstler verteilt. (...)"
Quelle: http://satundkabel.magnus.de/buntes/artikel/deutsche-rocksaengerin-streitet-mit-gema-vor-gericht-um-zahlungen.html

Mehr Details und was dabei bisher raus kam konnte ich leider bisher nicht finden.

[[Anmerkung von Nils vom 24.04.2010: Nach einigem Mailverkehr mit der GEMA und mit dem Anwalt(!) der besagten Musikerin (die schreibt offenbar nicht selbst, wenn 'kritische Nachfragen' kommen) habe ich mittlerweile so meine Zweifel, ob bei der Musikerin alles 'mit rechten Dingen' zuging! ... Die GEMA konnte mir nämlich auf sehr glaubwürdige Weise andere Zahlen vermitteln und sprach zudem von einigen formalen Versäumnissen, die die Musikerin gegenüber der GEMA angeblich schlichtweg nicht eingehalten hat. Hier gibt es also möglicherweise 'zwei Seiten der Geschichte'. ... Ich möchte dieses Thema nicht weiter ausführen und es ist mir letztendlich auch egal, wer hier / was genau mit wem / wie korrekt oder auch nicht veranstaltet hat. ... Nützliche(!) Hinweise für die Praxis gibt es im Bandologie-Buch ... was Frau Barbara Clear und die Zahlenschieber der GEMA miteinander treiben ... das sei einfach mal dahingestellt.]]

Hier noch einige Links dazu die ich auf die Schnelle finden konnte. Kennt jemand noch mehr Informationen zu diesem Fall oder hat aufschlussreichere Suchmaschinen-Treffer als ich?

http://www.suedwest-aktiv.de/landundwelt/feuilleton/4102920/artikel.php?SWAID=986d85b2bf0557b7b34e03ada4da2b8d

http://www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC946F5BB438374CCC294CC/Doc~E1FB9C584EE804341B4E89DCE88306BB6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

http://www.brigitte.de/gesellschaft/politik-gesellschaft/barbara-clear-555514/

http://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Clear

http://www.barbara-clear.de/

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Namensrechte am Bandnamen sichern … wie geht das und macht das Sinn?

31.05.2009 20:02:12

Hi Emmo,
Zitat von Emmo
Hi,
ich hab zu dem speziellen Problem leider keine Antwort finden können: Ich spiele in der Band "Lemon Beach"

Wenn meine Band so heißen würde, wäre ich aus folgenden Gründen dagegen ... egal, wer sich welche Marke hat sichern lassen:

1. Der Begriff "Lemon Beach" bringt diverse Treffer bei Google. Es wird sehr schwer sein, mit einer Musik-Band ganz nach oben zu kommen. (Und das sollte man ... wenn man mit der Band etwas erreichen möchte ... in der Regel sein.)
http://www.google.de/search?client=safari&rls=de-de&q=Lemon+Beach&ie=UTF-8&oe=UTF-8&redir_esc=&ei=6qLOS5OoKMaROJiN1AI

In diesem Zuge gibt es auch diverse Möglichkeiten, dass Verwechslungen auftreten könnten und / oder dass es zu Streitigkeiten mit anderen Unternehmern kommen könnte, die beispielsweise einen Club (der auch mit Musik zu tun hat) so benannt haben. Das alles würde mich allein schon davon abhalten, die Band so zu benennen. Wäre mir schon alles viel zu viel "Konfliktpotential", sozusagen.

2. Es gab mal einen riesigen Hit namens "Lemon Tree". Dieser Begriff prägt ... nach meinem Verständnis ... bis heute gewisse Teile der Popmusik-Szene. Will sagen: bei unaufmerksamen Hörern besteht Verwechslungsgefahr, bei sehr aufmerksamen und gut informierten Hörern werden sofort Assoziationen wach. http://www.youtube.com/watch?v=bCDIt50hRDs

3. Die in Deutschland sinnvollen ".de" Domains lemonbeach.de und lemon-beach.de sind vergeben ... und zwar jeweils NICHT an eine Band. Kurzum: ihr habt sie offenbar nicht. Immerhin habt ihr die entsprechende Myspace-Seite ... aber ganz ehrlich: meiner Meinung nach ist das in diesem Zusammenhang zweitrangig.

4. Auch die Abkürzung "LT" ist quasi tausendfach belegt und bringt euch nahezu keinen Wiedererkennungswert. Anderes Beispiel RHCP oder NIN sind völlig eindeutig jeweils einer Band zuzuordnen. (Red Hot Chili Peppers beziehungsweise Nine Inch Nails.)

Zitat von Emmo
und habe heute eher per Zufall herausgefunden,

wundert mich, dass es dazu einen "Zufall" braucht.
So etwas googled man doch heutzutage, bevor man eine Band so benennt. (?) ...

Zitat von Emmo
dass jemand sich 2006 "lemonbeach" als Marke eintragen hat lassen. Er verwendet diese noch nicht, hat dies aber angeblich in Zukunft in größerem Maße vor. Registriert wurde sie für die Klassen 24, 9, 16, 21, 25, 28, 30. http://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/1111270/305748335/DE

Zitat von Emmo
Also so ziemlich für alles, was man in einem Supermarkt findet, aber nicht direkt für Musik / Merchandise. (Da steht zwar z.B. Bekleidung und CDs mit dabei, aber ich nehme an das ist eher für allgemeine Sachen zu deuten als für Merchandise von unserer Band)

Schon mal vorab: Eine Eintragung in's Markenregister kostet ca. 300 Euro.

Warum teuer, aufwändig und uneffektiv, wenn man sich einfach nur einen neuen Namen für das Projekt ausdenken müsste? ... Meine Meinung: dreht ein paar Buchstaben um, macht etwas anderes mit "Lemon" ... oder sonst was ... Lemon Bee ... oder wie auch immer. ... Namen sind in der Regel Schall und Rauch.
(Mit Ausnahme von 'Metallica' und vielleicht zwei / drei anderen, weil man dort schon anhand des Namens den Musik-Stil erahnen kann.)

Zitat von Emmo
Jetzt stellt sich natürlich die Frage:
Müssen wir uns trotzdem umbennenen oder können wir uns den Namen für Musik/Merchandise registrieren bzw. erstmal einfach weiterverwenden?

Angenommen, das wäre meine Band, dann würde ich sie umbenennen.
Und zwar nicht mal aus rechtlichen Gründen, sondern damit man eine bessere Chance hat, mit dieser Band vermarktungstechnisch irgendwie an den Start zu kommen.

... Was du daraus machst, dazu möchte und darf ich hier im Forum nix sagen

Zitat von Emmo
(Die Band hat erst nächste Woche ihren ersten Auftritt, wir haben allerdings schon Sticker etc bestellt)

Die Sticker, die mir bekannt sind kosten in der Regel nicht die Welt.
Ich würde das als 'Lehrgeld' in Kauf nehmen, ein paar von den Artikeln auf jeden Fall aufheben, falls das mal Raritäten werden (stell dir mal vor, Tokio Hotel-Fans könnten heute irgendwo 'Devilish'-Aufkleber kaufen ...)

Zitat von Emmo
Vielen Dank für alle Antworten,
Emmo

Das ist meine private Meinung dazu (bitte noch mal den roten Hinweis, oben lesen).

[[Der Hinweis besagte im Wesentlichen, dass man keine Beratung zu speziellen Fällen und juristischen Themen abgeben darf.]]

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Sollte man selbst eine Community eröffnen?

01.06.2009 23:29:38

Vor kurzem habe ich hier jemandem TENDENZIELL davon abgeraten, eine Community zu eröffnen.
Ähnliches würde ich jetzt dir empfehlen, denn ... für mein Verständnis ... ging aus deinem Posting größtenteils NICHT klar hervor, was da GENAU zu tun ist und welche Qualifikationen man haben sollte.
(Hätte nicht die Überschrift lauten müssen: "Suche Moderator und jemanden mit Jura-Kenntnissen zur Mitarbeit an einer neuen Community"?)

Und dann hübsch:

"Ich suche ...
Moderator: (Gewünschte Fähigkeiten aufzählen)
Jura-Fachmann: (Gewünschte Fähigkeiten aufzählen)"
(?) ... (Das geht doch aus dem Thread als einziges hervor, richtig?)

Zudem wurde für mein Verständnis nicht klar, wie weit das Projekt bereits ist und wer programmiert.

... Last but not least würde ich eine Community, in der jemand Inhalte auf eine ähnlich un-präzise Weise erstellt, wie in deinem oben zu findenden Posting, eher als virtuelle Belästigung, als als Hilfe für Musiker empfinden. Das ist aber ... bitte ... nur meine Meinung dazu. Und wie immer: es möge jeder tun, was er nicht lassen kann!

Hier der besagte Beitrag. Möglicherweise ist da auch ein Tipp für dich dabei: [[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Versteh mich nicht falsch, aber bevor du deine wertvolle Zeit in ein Projekt steckst, das dann so etwas 'Halbgares' wird, da setz dich lieber in die Sonne oder leite die Webseite einfach auf eine der besagten 1000 anderen Communities um, die so etwas ähnliches sowieso schon anbieten.

Also, sorry für die 'harsche' Kritik. Aber ich hoffe, dich damit vor einer gewissen Zeitverschwendung zu bewahren (oder deinen Perfektions- und Klarheits-Anspruch so weit hochzuschrauben, dass es schon wieder Sinn machen KÖNNTE, eine solche Community neu zu eröffnen.)

Falls du das unangemessen findest, ignoriere diesen Beitrag meinerseits einfach; das wäre natürlich dein gutes Recht. (Oups, verdammt ... war das jetzt eine Rechtsberatung? )

Alles Gute ... nix für ungut ... und beste Grüße
Nils

P.S.: Übrigens: ich ziehe durchaus in Betracht, dass du MÖGLICHERWEISE nur AUSNAHMSWEISE so 'schlurig' geschrieben hast. Und ansonsten absolut super-fit bist. Möglicherweise bist du auch üblicherweise ein sehr perfektionistischer und genauer Typ und hattest nur mal einen von wenigen mittelguten Tagen ... das kommt vor. Kein Ding. Und es KÖNNTE natürlich durchaus sein, dass die Community trotzdem spitzenklasse ist! ... Aber diese Message kam bei mir persönlich ... wie auch bei meinem Vorredner ... bisher nicht so wirklich an.




Sind im Popbereich Ideen wichtiger oder hochklassige Spielfähigkeiten?

03.06.2009 22:01:57

Hallo madbassmax,

Zitat von madbassmax
Ahoi,
Ich hab jetzt mit der Sufu rumgesucht aber nichts passendes gefunden ...

Zur Zeit beschäftige ich mich extrem mit Musik aber eben nur allein und mit meinem Vater und seinen Bands, da meine Kollegen wenn ich das mal sagen darf zu schlecht sind um ne Band zu gründen (wollen sich nicht mal nen Lehrer suchen=kein bock )und es sind auch keine anderen Musiker in sicht ... So und jetzt in den Jazz-Bands von meinem Vater läuft natürlich alles Klasse und ich hab auch manchmal Auftritte als Aushilfe () Aber mit Jazz kommt man heute auch nicht groß raus ( ) was natürlich mein Ziel ist . Ich weiß ich bin noch sehr jung ( 15 ) aber ein bisschen gedanken sollte ich mir schon machen.

Damit bist du relativ früh dran. Aber um so früher du auf solche Gedanken kommst, desto besser.

Zitat von madbassmax
Wenn ich jetzt immer weiter übe und übe und dann immer besser werde und dann zuletzt wie ein Super-Profi spiele bringt das mir heutzutage auch nicht mehr als auf normalen Niveau zu spielen (oder ?? )

Absolut richtig! Was WESENTLICH MEHR zählt (zumindest im Bereich 'Pop' im weitesten Sinne) sind gute IDEEN, was du den Leuten / wie präsentieren willst. (Damit meine ich NICHT nur die Präsentation, sondern natürlich auch deine Songtexte, musikalische Ideen, Komposition, Sounds, also auch Art der Produktion etc.)

Wie wird man heutzutage als Musiker erfolgreich?

Zitat von madbassmax
Wie kann man jetzt heutzutage als Musiker noch berühmt werden oder nicht mal berühmt sondern erfolgreich

Mir ist so, als hätte ich genau darüber gerade kürzlich ein Buch geschrieben! "Bandologie - wie man als Musiker seine Band zum Erfolg führt" ... Das du übrigens hier findest: www.bandologie.de

Mein Tipp dazu:
* Checke erstmal die Gratis-Dokumente, hier: http://www.bandologie.de/gratis.html
* Dann schau dir an, was andere Musiker über das Buch gesagt haben; hier: http://www.bandologie.de/lesermeinungen.html
* ... Und dann erst entscheide, ob das etwas für dich ist.

Zitat von madbassmax
und dann Künstler auf großen Bühnen begleiten ?
Ich bin mir nicht sicher aber man braucht glaube ich Beziehungen (?).

Was nützen im Musikbusiness die richtigen Beziehungen?

Gute Beziehungen helfen nur unter einer Bedingung ... die die meisten Musiker übrigens NICHT erfüllen können: die Bedingung ist, dass man als Musiker etwas produziert (also etwas von sich gibt), was andere Leute (also Hörer) KAUFEN wollen!

ODER etwas, mit dem man Leute zumindest RELATIV LEICHT überzeugen kann, dass sie es gern kaufen.

Beziehungen allein (und dann Musik, die keiner kaufen will), bringen dir gar nichts.

Wichtig ist allerdings, immer mit guten Leuten zusammen zu arbeiten. Also ein TEAM zu bilden. (Dazu gibt es jede Menge Ausführungen bei Bandologie ...)

Zitat von madbassmax
Wäre nett wenn ihr einfach mal Tipps posten könntet die einem ein bisschen den richtigen Weg zeigen (ich weiß ihr könnt auch keine Wunder vollbringen )

Das ist richtig. Aber gewisse Leute, die sich etwas wirklich fest "in den Kopf gesetzt" haben, ... DIE können häufiger 'Wunder' vollbringen, als man denkt!
Zum Beispiel ein junger Musiker, der UNBEDINGT erfolgreich werden möchte.
(Dieser starke Wille ist dabei eine wichtige Voraussetzung, die übrigens ebenfalls viele Musiker NICHT ... oder nur phasenweise ... oder insgesamt zu kurz ... erfüllen.)

... Und ein paar gute Informationen auf dem Weg dahin, sind sicherlich ebenfalls hilfreich. Zu genau diesem Thema betreibe ich ja www.Bandologie.de.

The KLF – Das Handbuch – der schnelle Weg zum No. 1-Hit

Zitat von Martman
Als Musiker erfolgreich werden? Kein Ding! Hol dir "Das Handbuch" von Bill Drummond & Jimmy Cauty (alias The KLF). Wenn du das befolgst, was da drin geschrieben steht, kannst du dich vor Fans und Groupies nicht mehr retten.
Martman

Diese Aussage ist etwas scherzhaft von Martman gemeint, nehme ich an. (?)
"Das Handbuch" von The KLF ist in der Tat gar nicht so übel. Ich habe darüber eine ... so denke ich doch ... aufschlussreiche Beschreibung geschrieben, was einen erwartet, wenn man sich das rein zieht. Und zwar findet man die Beschreibung unter "Nützliche Links für Musiker", hier: http://www.bandologie.de/index.php/nuetzliche-links-fuer-musiker#the-klf-das-handbuch-der-schnelle-weg-zum-nr1-hit

(Mit dem Befehl "Strg + F" kann man die Seite nach Text durchsuchen. Einfach "KLF" als Suchwort eingeben.)

Zitat von .s
das ist aber teuer

Wenn dir (aktuell) 11,95 Euro für ein ca. zwei-stündiges Hörbuch bei kostenloser Lieferung(!) zu teuer sind, dann kann ich auch nicht helfen. (Ansonsten kostet das Hörbuch von The KFL ca. 15 Euro oder so ...)

Meiner Meinung nach ist das super-billig!

Ich kann das Hörbuch von The KLF empfehlen, in etwa mit den Worten: "Ist ganz interessant und amüsant, das als Musiker mal gehört zu haben. Kann man sich durchaus mal zulegen."

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Beispiel: Einschätzung zu einer Bandbeschreibung

04.06.2009 14:20:57

Hallo Beyme,

besten Dank für die Anfrage per PN nach meiner Meinung dazu. v Das ehrt mich. Und ich nenne sie gern. Hier:

Zitat von Beyme
Jetzt bin ich mal gespannt. Ich überarbeite gerade unsere Bandbeschreibung. Was haltet Ihr davon?
v „Man kann nicht immer Everybody’s Darling sein!“ Was für ein langweiliger Spruch! Kommt der in Wahrheit nicht immer nur von Menschen, die einfach viel zu wenig Fantasie für die eierlegende Wollmilchsau mitbringen? Die fünf

Das waren 34 Worte, alle OHNE einen direkten Bezug zu den Themen "Musik", "Band", "Musiker", oder anderen Stichworten. ... Das Ding müsste 'musikalischer' starten.
Bisher könnte sich dahinter auch eine Theatergruppe oder ein Soap-Schauspieler verbergen.

Zudem benutzt du zwei Formulierungen, mit denen man als Mensch sofort etwas Negatives verbindet: "langweilig" und "wenig Fantasie". Bitte schlage mal den Begriff "Verstärker" oder "Lese-Energie" in meinem Gratis-Ebook "Werbetexten für Musiker" (Link ist unten) nach. ... Da ist das genauer beschrieben.

Zitat von Beyme
Musiker aus Hamburg, die sich „Everybody’s Darling“ nennen, wollen genau das sein: Everybody’s Darling eben.

Das würde ich auf KEINEN FALL machen!

Für mein Verständnis ist das ein absolutes "no go"!
Egal, ob das ironisch gemeint ist (wenn, dann kommt es nicht klar genug rüber), oder sogar ernst gemeint ist.

Als BAND ... als MUSIKER """muss""" man polarisieren und eine 'Stellung' beziehen! Eine Band ist KEIN reines Service-Unternehmen, das sich NUR nach Kunden und Hörerwünschen orientieren darf. (Außer vielleicht einige Cover-Bands).

Eine Band ... ein Musiker """muss""" (erfahrungsgemäß) 'für etwas stehen', wenn er sich im Business durchsetzen möchte!

Beispiele:
* Die Toten Hosen stehen für "kompromisslosen" (zwischenzeitlich Proll-)Punkrock. Keine Kompromisse bezüglich Biedermännern, rechte Szene und dergleichen. Diese Band STEHT für ein Weltbild. Und diese Band richtet sich sozusagen AUCH "gegen" gewisse Leute. ... Eine klare Position = super-wichtig.

* No Angels: AUCH die No Angels machen es NICHT allen recht. Hier ist ganz klar: Girly-Pop, Charts, hohes Modebewusstsein, Bravo-Style und so weiter ... wem das nicht passt, der wird die Band NICHT gut finden. ... Die Band 'steht' für etwas. Ich wiederhole mich da gerne. Nach meiner Auffassung ist das super-wichtig. Anders formuliert: es ist meiner Meinung nach sogar ein 'kommerzieller Selbstmord' oder mindestens eine starke Bremse, wenn man sich ZU "offen" gibt!
(Nichts gegen eine gewisse 'Weltoffenheit' der Musiker. Aber der Stil der Band sollte GANZ KLAR definiert sein. Fast schon wie ein politisches Programm (natürlich ... bei Bedarf OHNE dabei politisch zu werden ... ich meine ja nur WIE EIN ...): also ganz klar festlegen: WEN wollen wir erreichen und ... (noch wichtiger) WEN N I C H T!

(Konkrete Frage: "wer müssen die Leute sein, die sozusagen 'in die Ecke k*tzen, wenn sie nur den NAMEN der Band hören?" Beispiel: Tokio Hotel-Fans "hassen" üblicherweise eine 'andere' (ächäm) Rock-Band, wie RAMMSTEIN. ... Die kriegen schon 'nen Rappel, wenn sie nur einen Song von dieser Band hören müssten. ... Zumindest würde das für 'den typischen' TH-Fan zutreffen.)

* Manowar: "WIMPS AND POSERS ... LEAVE THE HALL!"
(DAS ist mal eine klare Position ...)

* Daniel Küblböck: "Wer mit meina bayr'schen Art nicht klar komme mög, der soll halt weitahin de and're Sänger höre! ... I swing' un sing hier wiesch lust'g bin!" (sinngemäß! ... das hat er natürlich wörtlich nie so gesagt )

* Scooter: Mach mit uns Techno-Party! (Oder verp* ...iesel dich!)

* Maike von Bremen: (ich unterstelle jetzt mal etwas ... bitte ... das ist NUR MEINE persönliche Sichtweise) ... DIE geht EHER mit der Sichtweise heran: "Ich mache mal ein Pop-Album und versuche eine möglichst breite Masse Menschen damit zu erreichen ... mal sehen, ob meine Produzenten und ich es schaffen, es 'möglichst allen recht zu machen' ..." (wie gesagt, das ist eine Unterstellung von mir, so wie ICH persönlich diese ... wenn auch gewissermaßen sehr charmante und attraktive Frau / Musikerin einschätze)

... fällt dabei etwas auf? ... Ja: alle genannten Beispiele sind ziemlich oder sehr stark mit ihrer Musik erfolgreich ... AUßER Maike von Bremen. ... Wenn ich das mal so sagen darf ... ohne dabei persönlich werden zu wollen ... aber die Chartpositionen (EINE Single in Deutschland auf Platz 26, Österreich Platz 45 ... und das Album ... zumindest so weit ich das gerade recherchieren konnte ... war offenbar nie in den Charts.
Das ist ... nach meinem persönlichen Verständnis ... für jemanden, der eine Rolle bei GZSZ hat (oder hatte?) ... ein klarer Flop.

Bitte, erneut: das ist nur meine Meinung. Ich möchte niemandem damit zu nahe treten, ... aber so sieht es nach meinem kaufmännischen Verständnis aus.
Maike von Bremen ist natürlich trotzdem eine sehr erfolgreiche (und attraktive ) Frau ... ... aber als SÄNGERIN ... meiner Meinung nach ... und den Chartpositionen nach zu urteilen ... wahrscheinlich 'zu glatt'!

* Anderes, vergleichbares Beispiel: Blümchen. ... Die war zwar auch "glatt", aber die Musik und Texte waren deutlich mehr "positions-bezogen", als die (ich sage das jetzt mal nach MEINEM persönlichen Verständnis) relativ allgemeingültigen, englischen Texte, die man auf dem Album von Maike von Bremen hören kann.

➔ Also ... gerade als ROCK-BAND würde ich UNBEDINGT eine Position beziehen!

Und zwar möglichst eine, die es noch nicht so häufig, ODER sogar in der Form noch gar nicht gab! ... Stichworte: Rammstein! ... Die Ärzte ... WirsindHelden ... Guano Apes ... H-Blockx ... etc etc ... alles erfolgreiche (oder ehemals erfolgreiche), Rock-Bands aus Deutschland.
Und die, die von "gewissen" Leuten am meisten "gehasst" oder "total doof" gefunden werden (Ärzte und Rammstein) sind davon mit Abstand die erfolgreichsten ...! (Das war ein Wink mit dem Zaunpfahl!)
... Eine Band, die von vielen Leuten als 'naja, auch ganz OK', empfunden wird (Beispiele: 'Donuts', 'Revolverheld', 'Killerpilze', 'Juli') wird dann häufig (zumindest DAUERHAFT) nicht soooo sehr erfolgreich, wie die anderen, genannten, die sich auch mal 'was trauen'.
Positionen, die 'besser greifbar' sind, erreichen häufig (zumindest langfristig betrachtet) mehr. Beispielsweise Ärzte, Hosen, Rammstein, Bushido, Grönemeyer, ...

Zitat von Beyme
Schamlos biedern sie sich dem Publikum an und geben den Menschen schlicht und einfach das, was sie hören wollen: Eingängige Riffs, donnernde Grooves und rockig-poppige Melodien, die für dreieinhalb Minuten oder ein ganzes Leben glücklich machen.

Das versprechen Bon Jovi auch. Und diese Band erfüllt dieses Versprechen sehr zuverlässig seit ihren ersten Hits, ca. 1984 ...
Übrigens genau wie geschätzte 44.698.879 weitere Bands, die seitdem versucht haben, im Windschatten dieser Richtung etwas zu werden. (Und die ca. 10 Bands die das ... zumindest in den 80ern / 90ern ... dann auch geschafft haben und von denen viele noch immer regelmäßig touren und 'alle geneigten Hörer' bereits bedienen!)

WARUM braucht da jetzt noch jemand 'Everybody's Darling'?
... Wie ist das Versprechen an den Hörer (dass dann möglichst auch erfüllt wird), das es noch NICHT von bereits riesigen, etablierten Rock-Acts gibt?

Zitat von Beyme
Man summt sie abends auf dem Weg nach Hause und am nächsten Morgen noch unter der Dusche.

Das alles passt ... nach meinem Verständnis eher nicht in den Bereich 'Rock'. Eher 'Heile-Welt-Rock'? ... Und da ist man wieder bei Bon Jovi.
... Gibt's schon. ... Und zwar 'unschlagbar gut' gemacht! (Und bereits tausendfach, jeweils mit leichten Variationen, kopiert.)

Zitat von Beyme
Dafür mussten die Darlings lediglich all ihre Ideale über Bord werfen,

das ist nach meinem Verständnis der TOD für jede Rockband. FALLS das ironisch gemeint sein sollte(?): schreibt es trotzdem NICHT!
Das kriegen Leute sehr schnell in den falschen Hals und glauben das! Und dann ist "Rock" für diese Band als Image weg!

Bitte einmal den Begriff "Alphatier" nachschlagen! ... Eine Rockband muss eine Art "Alphatier" für die Fans sein! ... NICHT ein "Beta-Tier", das den Fans versucht in den Ar*** zu KRIECHEN ... sondern (im Bereich Rock) ... sozusagen in den Ar*** zu TRETEN! (Im positiven Sinne, natürlich)

Musik-Fans ... AUCH Rock-Fans ... suchen bei einer Band ORIENTIERUNG! Ideale ... etc etc ... das ganze Programm. Leute, die FÜR ETWAS STEHEN! Die offen und klar ihre Meinung sagen ... etc etc ...

Zitat von Beyme
hoffnungsvolle Karrieren in der Jazz-Musik begraben und die Rohfassungen ihrer Kompositionen in aufwändiger Arbeit von jeglichem Anspruch bereinigen.

Mein Tipp: Tut es nicht! Selbst, wenn das Ironie ist ... so viel Zeit (und auch Bock) hat WEDER ein Musikjournalist, noch ein Fan ... sich mit solchen 'Scherzchen' in der Info länger zu beschäftigen. ... FALLS das ein 'Scherz' sein soll(?) ... dann ist der schon lange viel zu ausgelutscht und bedient ein Musiker-Klischee-Weltbild, das Musikfans 1. noch nie wirklich interessiert hat 2. schnell als 'Rumgeheule' interpretiert werden kann ("Buhu, die Musik hat so an Niveau verloren ... früher war alles besser") 3. durch den Sarkasmus einen gewissen Ärger bei den Musikern vermuten lässt ("Buhu ... wir haben es bisher nicht mit unserer tollen, anspruchsvollen Musik geschafft ...") 4. dadurch kann man, wenn man das weiter interpretiert, eine Abwertung des Musik-Hörers vermuten ("Buhu und daran sind die 'doofen' Musikhörer schuld, die alle nur noch DJ Ötzi-Rock wollen ... diese Idioten. Aber jetzt zeigen wir denen mal, dass wir so etwas auch anbieten können und dann werden wir doch noch zu Stars ...")

... nun gut ... also jetzt geht die Interpretation etwas zu weit. Aber ich verspreche dir, dass viele Musikjournalisten (und andere Profis wie A&Rs etc.) ein SOLCHES Weltbild von Musikern geradezu wie Spürhunde erkennen ... und die Band dann ... in der Regel ... ignorieren werden, oder als 'nicht so relevant' einstufen werden.
Selbst, wenn manche vielleicht noch lächelnd sagen: "Ja, danke für's Demo ... die Musik finde ich gut, aber passt gerade nicht so in's Programm" etc.

Zitat von Beyme
Es ist so einfach, Everybody’s Darling zu sein! Wer den Rock im Herzen trägt, kann nicht anders, als diese Band zu lieben!

Der letzte Satz ist der einzige, den ich ANSATZWEISE OK finde, aber auch den würde ich NICHT drin lassen, denn "Rock im Herzen tragen" ... das behaupten von sich SOWOHL die Fans von den Toten Hosen, als auch Bon Jovi, als auch viele Silbermond-Fans, als auch Judas Priest-Anhänger, als auch Manowar-Fans, als auch sicherlich einige Roxette-Fans.

Will sagen: daraus ist ... für mein Verständnis 1. noch keine Positionierung zu erkennen und 2. eine Aussage, die kein genaues Versprechen abliefert, sondern eher auf eine gewisse ... woher auch immer kommende ... Eigenschaft des Hörers 'hofft'.

Alles in allem würde ich das ganze Ding so nicht machen, denn höchstwahrscheinlich wird das auf wenig Gegenliebe stoßen. (Und auch auf wenig Gegenhass sozusagen). Will sagen: den meisten 'Profis' (Veranstalter, Journalisten, A&Rs etc.) wird diese Band wahrscheinlich sozusagen am Ar*** vorbei gehen.

... ES SEI DENN natürlich die Musik ist völlig anders als die Info es vermuten lässt? (Aber auch dann wäre das ... bitte ... nach meinem, persönlichen Verständnis ... keine gelungene Info ... denn die Info sollte natürlich das 'sagen', was dann auch aus den Boxen raus kommt, wenn man die beiligende CD startet.)
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So weit meine Meinung dazu. ... Die hat natürlich WEDER Anspruch auf allgemeine Gültigkeit, noch kann ich die MÖGLICHKEIT ausschließen, dass mit dieser Band 'was geht'. Die von mir geschätze Wahrscheinlichkeit liegt allerdings in diesem Fall bei der eines Lotto-Gewinns. Will sagen: nahezu unmöglich.
Würde mich SEHR wundern, wenn diese Band mit der (offenbar) bisherigen Herangehensweise und dieser Info 'etwas reißt'. ... Da müsste ich meine Beobachtungen aus den letzten 16 Jahren noch mal überdenken oder zumindest eine sehr ungewöhnliche Ausnahme markieren.

Ich denke allerdings auch, was ich mir dazu (nicht eben, sondern natürlich im Laufe einiger Jahre) überlegt habe stimmt mit Beobachtungen aus der Praxis überein und ergibt auch einen gewissen Sinn. (Siehe meine Ausführungen oben).

In kurz: ich würd's nicht machen, sondern ganz klar 1. sagen, was die Band macht (keine Ironie verwenden, sondern direkte Worte) und 2. die Positionierung der Band klar machen. (Mindestens INDIREKT auch zu erkennen geben, wer diese Band NICHT hören sollte. Vielleicht sogar ganz direkt ... je nach Band.)

So weit meine Gedanken dazu.

Alles Gute und beste Grüße
Nils

P.S.: Übrigens schließe ich daraus, dass du "Bandologie" noch nicht gelesen hast! ... Da steht das alles nämlich alles sehr ausführlich und noch detaillierter drin, als hier gerade 'relativ kurz angerissen'. Inklusive einer umfangreichen und Schritt-für-Schritt "Anleitung zum Zielgruppenmarketing" etc. ... *räusper, räusper* ...

P.P.S.: Und auch das Gratis-Ebook "Werbetexten für Musiker" (unter anderem mit speziellen Bezügen und einem Praxis-Beispiel für eine gelungene Band-Info) verrät in dieser Richtung schon einiges! Hier der kostenlose Download (PDF):

[[Ergänzung vom 24.04.2010: Mittlerweile kostet dieses Ebook Geld: http://www.bandologie.de/werbetexten.html]]




Beispiel: Einschätzung zur Wahl eines Bandnamens

04.06.2009 19:06:29

Hallo Beyme,

Zitat von Beyme
Wenn ich das so lese, scheint es mir fast, als wären wir schon damals bei dem Versuch, "mal was anders" zu machen, übers Ziel hinausgeschossen und haben uns für unseren Rockpop für einen völlig falschen Bandnamen entschieden!?

Yo, das sehe ich auch so und dachte ich auch schon, als ich merkte, worauf das sozusagen inhaltlich abzielen soll. (Sozusagen ein ironischer Bandname; ... anders formuliert ein scherzhafter Bandname ... KÖNNTE übrigens sein, dass 'jemand' ... sich darüber schon mal Gedanken gemacht hat ... ... und über das Thema "den richtigen Bandnamen finden" und die Frage "sollte man scherzhafte Bandnamen wählen? Und wenn nein, warum nicht?" ein kleines Extra-Kapitel in seinem Büchlein geschrieben hat ... und KÖNNTE auch sein, dass da was dran ist ... )

Allgemein sei noch ergänzt: Etwas "anders" zu machen bedeutet noch lange nicht, dass das jemanden interessiert, NUR, weil das "anders" ist. ... Beispielsweise "Knorkator" waren auch "anders" ... aber ... aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst. Siehe auch hier: [[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]
Ebenso übrigens der Musiker "Pascal Finkenauer". Der macht auch was "anders", als der Großteil der Popmusiker ... aber von großem Erfolg gekrönt ist das ... soweit ich seine Veröffentlichungen bisher verfolgen konnte ... nicht sonderlich.

Möglicherweise ist bei einer "Innovation" (Neuerung) noch ETWAS mehr zu beachten, außer, dass es "anders" sein sollte. ... Und auch zu diesem Thema ... ich weiß, Running Gag, sorry ... gibt es ein Gratis-Ebook meinerseits, für die Online-Musiker-Welt zum kostenlosen Download ... wenn man sich für so etwas interessiert. ... Wäre dann hier: http://www.bandologie.de/index.php/shop#ebook-innovationen

Alles Gute und beste Grüße
Nils




The KLF Handbuch … 

05.06.2009 09:23:05

Hallo .S,
Zitat von .s
das buch, welches ich lieber hätte, kostet ab 70€ gebraucht...das fand ich teuer mag hörbücher auch nicht so sehr wie ein buch

Das ist natürlich dein gutes Recht. Allerdings hast du hier im Forum eine Information verbreitet (das Buch wäre teuer), die einige Musiker wahrscheinlich tendenziell abgeschreckt hätte, überhaupt mal danach zu schauen ...

ZUDEM soll es "gewisse Leute" geben, die zwar wenig Geld haben, aber die es für ihre Musikkarriere durchaus "in Kauf nehmen" würden, auch ein Hörbuch für 15 Euro zu hören, SELBST, wenn sie eventuell lieber das Buch (für 70 Euro?) lesen würden.

Und nebenbei bemerkt: Man KÖNNTE auch mal diese Seite hier besuchen:
http://www.klf.de/home/?p=4312 ... die man übrigens findet, wenn man "KLF handbuch download) in eine Suchmaschine eingibt ... und die Seite nach dem Wort "download" durchsuchen. (Strg + F).
Besser zu finden, hier: http://www.bandologie.de/index.php/nuetzliche-links-fuer-musiker#the-klf-das-handbuch-der-schnelle-weg-zum-nr1-hit

... UND bitte vorher checken, ob das ein offizieller, von der Band legalisierter Download ist ... ich habe mal gehört, dass die das Buch mittlerweile als Textdatei kostenfrei anbieten. ... Man möge selbst entscheiden, was man da so herunter läd. WÄRE allerdings eine weitere Möglichkeit, sich diese INFORMATIONEN (in welcher Form auch immer verabreicht) reinzuziehen.

Alles Gute und beste Grüße
Nils



Woher kriegt man Free Beats?

25.06.2009 10:32:07

Hallo Antalio,

ich weiß nicht, was sich hinter "Free Beats" genau verbirgt, weil ich selbst Drummer bin und alle Beats selbst programmiere. Wenn das mal nicht mehr der Fall sein sollte, habe ich hier noch einige hundert MIDI-Beats, die bei 'Addictive Drums' mitgliefert wurden.

WENN jemand die Rechte an einer Tonaufnahme hat (selbst gemacht, mit eigenem Equipment; oder aus einem Studio entsprechend raus gekauft) UND dazu noch sein Wissen als Musiker beisteuert und daraus einen Beat macht (oder als Drummer entsprechend live einspielt), DANN hätte ER die 100%igen Rechte an diesem Beat. (Aufnahme + Komposition; vorausgesetzt, der Beat oder das Drum-Stück sind entsprechend NICHT von einem anderen Komponisten geklaut; Details dazu und wo da die Grenze liegt, gibt es im Urheberrechtsgesetz, http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/index.html.)

... Also, WENN das oben genannte der Fall ist, dann hat dieser 'jemand' natürlich auch das Recht, dir diesen Beat entsprechend kostenlos zu überlassen.

BEISPIELSWEISE könnte ich dir (rein theoretisch; das ist KEIN Angebot ) einen MIDI-Beat programmieren, dann diesen Beat beispielsweise mit 'Addictive Drums' und 'Battery' instrumentieren (also mit Sound versehen) und dir dann die WAV-Datei (Loop / Mix) gratis überlassen.

ODER ich könnte einen Beat auf meinem Schlagzeug in einem Studio einspielen, (wobei ich die entsprechenden Rechte erwerbe, beispielsweise weil ich die Studiozeit bezahle, oder der Studiobesitzer mir die Aufnahme trotzdem überlässt). Und auch dann könnte ich diese Aufnahme natürlich verschenken, WENN mir danach wäre.

... Tja, und WENN diese rechtliche Frage geklärt ist (also "jemand" die Rechte hätte), dann könnte dir dieser jemand auch entsprechend die Beats (genauer: die Nutzungsrechte an diesen Beats) schenken.
v Und wenn das entsprechend auch so vereinbart wäre, dann dürfte der Beschenkte den Beat (und alles, was der jenige dazu noch gemacht hast) natürlich auch verkaufen.
- - - - - - - -

Ich persönlich wäre tendenziell vorsichtig, was im Internet so alles angeboten wird. Da würde ich mich ... je nach Verwendung ... entsprechend wasserdicht absichern. Wäre ja etwas doof, wenn du einen Beat verwendest, einen krassen Hit damit machst (sehr, sehr unwahrscheinlich, aber möglich) ... und dann jemand kommt und sagt: "Übrigens gehört der Beat mir. Da hast du wohl eine Webseite missverstanden ..." etc etc.

Also, ich persönlich wäre da etwas vorsichtig.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Urheberrechte und Leistungsschutzrechte … Ludwig van Beethoven-Sample

04.07.2009 20:40:10

Hallo streetchamp,

danke für deine PN. Da du mich persönlich gefragt hast, antworte ich noch mal. Allerdings hat UranusEXP schon alles Wesentliche gesagt. ... Hier noch mal in meinen Worten:

0. Hier im Forum dürfen keine speziellen Anfragen beantwortet werden, weil das einer Rechtsberatung gleich KÄME. Das WÜRDE dem Forumbetreiber offenbar Schwierigkeiten einbringen. Aus diesem Grund diese Antwort in allgemeiner Form. (Siehe roter Hinweis, oben)

Hier reden wir von zwei Arten von Rechten:
1. Urheberrechte (übrigens ohne 'h'; das hat nichts mit einem Uhren-Heber zu tun sondern mit einem URheber ... von URsprung abgeleitet, wahrscheinlich) erlischen nach deutschem Recht 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Siehe auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Urheberrecht#Schranken_des_Urheberrechts ... Übrigens sieht das nach amerikanischem Recht anders aus, so nebenbei bemerkt.

2. Die Orchestermusiker, die das Stück eingespielt haben, haben daran so genannte "Leistungsschutzrechte" erworben. Das bedeutet, wenn jemand auf Grundlage des 'Werkes' (siehe Urheberrecht) eine Leistung vollbringt, dann entstehen diese Rechte. Beispielsweise bei Instrumentalisten, Sängern, Tänzern, Sprechern etc. – mehr zur Vergütung dieser Leistungsschutzrechte findest du auf www.gvl.de
Diese Rechte werden ... gegebenenfalls inklusive Urheberrechten (wenn sie noch bestehen) ... üblicherweise von einem Musiklabel eingekauft beziehungsweise entsprechend unter Vertrag genommen. (Beziehungsweise bei Urheberrechten kommt dann ggfls. ein Verlag in's Spiel ... wenn sich der Musiker auf einen Verlagsdeal einlässt; auch das nur nebenbei bemerkt.) Wie schon Uranus sagte: An diesen Ton-Aufnahmen hat höchstwahrscheinlich ein Label die Rechte.

- - - - -
Kleiner Exkurs: ... Und auf das Urteil "Moses P. vs. Kraftwerk" (siehe weiter oben), würde ich persönlich noch nicht zu viel geben. (Das Urteil besagt, soweit ich das eben entnehmen konnte, dass eine Verwendung eines Fragments OK wäre, WENN man es nicht selbst hätte einspielen können ... was ich zumindest mal eine sehr fragwürdige Sichtweise finde ... ... denn das würde ja auch bedeuten dass jemand der 'Nicht-Musiker' ist, einfach sagt: "Sorry, aber ich konnte "The Final Countdown" nicht selbst einspielen ..." (weil 'null' musikalische Fähigkeiten, oder weil man einfach einen solchen Sound nicht ohne weiteres hinbekommt) "... und daher 'musste' ich es samplen ..." (??!) ...

... meiner persönlichen Meinung kann das nicht Sinn der Sache sein und ich würde da jetzt nicht zu schnell von dem "Moses P. vs. Kraftwerk"-Fall auf eine allgemeine Regelung schlussfolgern! Das ist zunächst mal EIN Fall; KEINE allgemeine Regelung. Wer weiß, wie und warum dieses Urteil in DIESEM Fall so gefällt wurde ... ... Es gilt weiterhin hauptsächlich der Wiedererkennungswert ... wie auch hier zu lesen (Thread bei xxxxxxxxxxxx.de): [[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

... UND bezüglich "Leistungsschutzrechten" (also in einem solchen Fall konkret: Tonaufnahmen) gilt zudem, dass sie in der Regel (das bedeutet: wenn es eine 'normale', klassische Tonträgerveröffentlichung ist; jetzt mal abgesehen von Creative Commons (http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/) und anderen, 'neumodischen Denkweisen') nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Rechteinhabers verwendet werden können. (Und Rechteinhaber ist dann, in der Regel, ein Musiklabel.)
- - - - -

3. Wie Uranus schon völlig korrekt zusammenfasste, haben kommerzielle Labels (logischerweise) in der Regel nicht wirklich Interesse daran, sich mit so kleinen Projekten zu beschäftigen. Der Grund in Kurzform: Abrechnungs-Aufwand übersteigt dann in der Regel die Einnahmen.
In längerer Form noch mal hier ausführlich erklärt (Thread bei xxxxxxxxx.de):
[[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Sonstiges:
=> Also ich persönlich würde mir nicht die Mühe machen wollen, für ein nicht-kommerzielles Projekt (oder eines in einem so kleinen Rahmen wie 500 CDs) die Leistungsschutzrechte an einem Ludwig van Beethoven-Sample zu klären. ... Was jemand aus dieser Äußerung meiner persönlichen Meinung macht, möge jeder selbst beurteilen und tun ... oder auch nicht.

=> WENN ich persönlich unbedingt Klassik-Samples verwenden wollte, dann würde ich mich beispielsweise mal an die Hanns Eisler Hochschule für Musik in Berlin wenden, ... http://www.hfm-berlin.de/ ... denn dort gibt es einige sehr exzellente Klassik- Komponisten, die sowohl zeitgenössische, als auch 'klassische' Klassik komponieren ... und diese Kompositionen auch häufiger mit einem Orchester oder Teilen davon (Streicher- Sektion o.ä.) aufnehmen.

Der Grund, warum ich das machen würde, wäre, dass sich dabei MÖGLICHERWEISE eine noch viel bessere Zusammenarbeit ergeben könnte, nämlich wenn ein hervorragender Komponist (die Hanns Eisler-Leute sind in der Regel super-fit ...) möglicherweise ganz speziell etwas zu GENAU DIESEN von dir erstellten Songs komponiert.

NOCH DAZU würde ich Beethoven tendenziell meiden, weil "der gute, alte Ludwig van" seit Clockwork Orange (http://www.youtube.com/watch?v=enwnM8vMkws) beziehungsweise "Ein kleines bisschen Horrorshow" (http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_kleines_bisschen_Horrorschau) und der Hitsingle "Hier kommt Alex" ziemlich ausgelutscht ist.
(Auf dem Original-Album der Hosen hört man die 9. Sinfonie (http://www.youtube.com/watch?v=RWyUMYEjk8w) als Intro des Albums, direkt vor 'Alex' ... und dieses Album ist noch immer sehr weit verbreitet und bei vielen Leuten bekannt.)

... Äh ... und Beethoven ist noch ausgelutschter nach geschätzten 345.783 weiteren Verwendungen in Projekten, die seit 1971 (Film) beziehungsweise 1988 (Hosen-Album) folgten, die sich alle mit einem ähnlichen Image oder sonstiger "L. v. Beethoven"-Kunst schmücken wollten.

Kurzum: Sowohl rechtlich, als auch inhaltlich würde ich persönlich die Finger von Ludwig van Beethoven (und kommerziell veröffentlichten Aufnahmen seiner Stücke) lassen, weil das Zeug ... im wahrsten Sinne des Wortes ... schon ur-alt (oder wegen Uhrwerk Orange von mir aus auch "Uhr-alt" ) ist.

Dieser 'Witz' ("Hey Leute, ich habe hier ein Beethoven-Sample mit moderner Musik kombiniert") wurde sozusagen schon 1.000 mal erzählt und irgendwie wird's meiner persönlichen Meinung nach langsam etwas öde. (oder genauer: WURDE schon vor vielen Jahren öde, L. v. B. noch immer zu samplen ... = meine Meinung.)

So ... da hätten wir nun also alle "Ur-Werk" und "Uhr-Werk"-Geschichten geklärt ...
und ich hoffe geholfen zu haben.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Sollte man einem Label eine professionelle CD präsentieren?

07.07.2009 15:27:58

Hallo Streetamp,

Zitat von streetchamp
Ich habe nämlich noch mal die CD´s aus dem Keller gekramt und festgestellt, dass es sich um einen ganz anderen Komponisten handelt..Noch dazu ist es ein Werk das erst im Jahre 2004 erschien und das macht die Sache nun nur noch komplizierter

Man möge natürlich wie immer selbst entscheiden, was man daraufhin tut, aber ich würde jetzt tendenziell sagen, dass das die Sache einfacher macht. Denn der Komponist, der 2004 Klassik veröffentlicht hat, ist wahrscheinlich leichter davon zu überzeugen, dass du sein Werk auf einer "U-Musik"-Platte verwenden willst. ... Also, es sei denn es handelt sich nun zufällig um einen der wenigen Superstars in diesem Bereich ... => Würde tendenziell einfach mal mit dem Komponisten oder seinem Label / Verlag Kontakt aufnehmen.

Zitat von streetchamp
Daher möchte ich (vor allem den Labels) eine professionelle CD präsentieren

Von dieser Strategie würde ich dir eher abraten. Aus folgenden Gründen:

1. ENTWEDER würde ich den Fokus ganz klar auf das PUBLIKUM legen. Also den Plan verfolgen, ein "verkaufbares Produkt, das fremde Menschen so sehr begeistert, dass sie dafür gern Geld bezahlen" erstellen. Und DANN mit den (hoffentlich gut laufenden) Verkäufen zu Labels gehen.

... Ich will dich ja nicht zu sehr frustrieren, aber die momentane Realität in der Musikbranche sieht nicht gerade rosig aus. Und das bedeutet im Klartext, dass immer weniger Labels sich auf "einfach nur gute Musik" einlassen möchten, oder eine "künstlerische Abschätzung des Potenzials" vornehmen möchten ... sondern die möchten am liebsten direkt 'die Sicherheit' auf den Tisch geliefert kriegen, dass sich das Zeug verkauft wie Hulle.
... Und übrigens gilt das für Indie-Labels wie für Majors nahezu gleichermaßen. Mit einigen Ausnahmen, die allerdings in der Regel kurz vor der Pleite stehen und eher aus ein bis zwei Künstlertypen auf einem Hinterhof mit vergilbtem Klingelschild bestehen ...

Bevor man eine CD-Auflage pressen lässt …

2. Damit ist eigentlich schon nahezu alles gesagt, was sozusagen meiner Meinung nach "Plan A" sein sollte (erst Publikum überzeugen (zum KAUFEN; nicht nur für nette Worte), DANN mit Labels sprechen.). ... OOOOODER ich würde KEINE fertige CD machen und mit ein paar "professionell gebrannten" erstmal sehr 'kontaktstark vorfühlen'.

Will sagen: Anrufen, Ansprechpartner holen, möglichst kurz am Telefon kennenlernen, CD senden (Copyshop; professionelle und absolut überzeugende MUSIK ist immer noch das Wichtigste ... Cover etc. werden sowieso meistens entweder verändert oder nicht sonderlich beachtet, oder beeindrucken tendenziell wenig, falls es total cooles Zeug sein sollte ... alles bitter, aber nach meiner Erfahrung alles wahr) ... so, und DANN beginnt sozusagen die eigentliche Arbeit: Versuchen, möglichst präzise herauszufinden, was mindestens 2-3 Label-Typen an inhaltlichem Feedback geben.

FALLS die alle einstimmig sagen: "Problem 1 = dies, Problem 2 = das, Problem 3 = jenes", dann hast du dir eine CD-Produktion gespart und kannst – sobald ein solcher 'Check' erfolgreich lief – ... immer noch CDs pressen.

Aber ... besser ist in der aktuellen Lage meiner persönlichen Meinung nach => siehe 1).
Und dazu könnte man auch hier mal schauen & die 10 Min. investieren:
http://www.youtube.com/watch?v=NfuLfvTaNmg

Zitat von streetchamp
Ich wollte erst 300 CD pressen aber der Preis bei Bestellung von 500 Stück ist nicht viel höher, daher entschied ich mich gleich für 500 Stück

Da kann ich dir empfehlen, auch mal hier zu schauen: http://www.bandologie.de/links.html
Denn da findest du u.a., das: http://www.gzdm.cz/

Zitat von streetchamp
Ich möchte alles ausschöpfen um einen guten Plattendeal an Land zu ziehen

Wer meiner Erfahrung nach heutzutage noch einen Plattenvertrag bekommt ...

[[ Nachtrag vom 31.07.2010: Dazu auch das Interview mit einem Plattenfirmen-A&R-Manager www.bandologie.de/daniel.html ]] Natürlich kenne ich dich und deine Musik / Publikum nicht. Ein häufiger Fehler wäre allerdings, dass die Bands im wahrsten Sinne des Wortes vor lauter Gedanken an einen "Plattendeal" vergessen, was ein LABEL dafür braucht, um damit glücklich zu werden ... ... und das ist natürlich: zahlungswilliges & überzeugtes Publikum.

Ich möchte den Labels heutzutage hier zwar NICHT sämtliche Kompetenz absprechen, aber der Markt ist mega-zäh geworden, momentan. Und daher ist es nur verständlich, dass (professionelle) Labels mehr und mehr nach kaufmännischen Aspekten entscheiden. (Das bedeutet auch: NICHT so gerne abschätzen möchten, ob sich was verkauft, sondern möglichst schon 'Beweise' wollen.)
... Wenn du das auf dem Zettel hast(?), dann vergiss meinen Kommentar dazu. Falls nicht, kann ich dir empfehlen den Plan zu überdenken, eine CD-Pressung erstmal zu sparen, mal www.bandologie.de/rtb.html zu besuchen, sowie mein Gratis-Ebook zu den Major Companies (http://www.bandologie.de/index.php/gratis-infos-fuer-musiker#gratis-ebook-major-labels) zu lesen und vor allem mit 'den Leuten' (Labels, die dich interessieren) in direkten Kontakt treten, ohne dabei schon zu viel zu investieren, und mal 'aktuelle Lage persönlich checken'.

... Wie gesagt. Falls dir das alles sonnenklar war / ist ... vergiss einfach meine kleine, soeben gehaltene Predigt

Kann man die GEMA-Tantiemen / Rechteklärung für eine CD-Pressung auch sparen, wenn GEMA-relevantes Material beziehungsweise Material fremder Urheber hergestellt wird?

Zitat von streetchamp
Lässt die GEMA auch CD´s ohne Genehmigungen der Urheber pressen, sofern sie für den privaten Gebrauch sind?

[[31.07.2010: Ich nahm damals an, er wolle Geld sparen, also ein ungeklärtes Sample in einem Presswerk herstellen lassen; … auch, wenn die Frage einige Fakten verdreht: Die GEMA lässt natürlich schon mal keine CDs pressen und eine 'Genehmigung der Urheber' hat mit der GEMA auch nichts zu tun. Die Frage sollte wahrscheinlich lauten: 'Kann ich eine CD herstellen lassen, auf der ein ungeklärtes Sample ist und dann auch noch die GEMA-Zahlung dabei einsparen!? – Und meine Antwort lautete damals:]] Würde Angela Merkel ausnahmsweise im privaten Rahmen mal einen Irokesenschnitt und zerrissene Jeans tragen? ...

Mal vorsichtig gesagt: Höchstwahrscheinlich nicht. Aber man könnte mal bei der GEMA- Zentrale durchrufen, oder bei einem entsprechend fitten Presswerk.

Die Antwort dürfte allerdings eindeutig sein. ... In einem Copyshop wiederum ... *hust* oups, jetzt habe ich ganz vergessen, was ich schreiben wollte ... hier im Rechte-Forum ...

Zitat von streetchamp
..ich glaub schon die Antwort zu erahnen, aber gibt es eine Möglichkeit CD´s vorerst professionell pressen zu lassen, so das man sie bereits präsentieren kann? Im Falle einer tatsächlichen Veröffentlichung, würde man sich dann um sämtliche Rechte etc. kümmern.

Nimm es mir bitte nicht übel, aber aus deinen Äußerungen GLAUBE ich entnehmen zu können, dass du bisher noch ziemlich stark im "klassischen" Bild der Musikindustrie denkst. Also, ich meine DIE Industrie, die quasi momentan gar nicht mehr existiert ... um es mal ziemlich klar zu formulieren .............. siehe auch hier:
http://www.bandologie.de/index.php/gratis-infos-fuer-musiker#gratis-ebook-major-labels

Oder zu hören hier:
"The traditional record labels are dead." (Trent Reznor, Interview)
http://www.bandologie.de/trent.html

"The record industry doesn't even exist anymore." (Gene Simmons, Interview)
http://www.youtube.com/watch?v=JIAsfPeGu3I

... OK, genug bittere Fakten vermittelt. Sorry. War nicht so gemeint an einem so sonnigen Tag wie heute ... aber möglicherweise spart das die eine oder andere 'sinnlose CD- Pressung' *mhmhmhmhmmm* ...

Noch einige Threads hier, die dich interessieren könnten:
[[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Das war jetzt 'ne Menge Stoff. Hoffe, es hilft.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Darf meine Band gegen den Willen des Texters seine Songs live spielen, wenn er aus der Band ausgetreten ist?

Hallo Bece,

zu deinen Fragen im Detail:

Zitat von bece
wie sieht es denn in dem fall aus,wenn text und melodie/komposition von verschieden leuten kommen und der texter später die band verlässt. darf die band weiterhin [gegen den willen des texters] den song live spielen

Nein. Als Urheber kann er darauf bestehen, euch das Werk zu entziehen, solange er euch keine Nutzungsrechte übertragen hat.
Aber, kleiner Tipp, solange es sich nicht um einen bereits etablierten Top-Hit handelt: neuen Text schreiben, fertig.

Und selbst wenn Nutzungsrechte übertragen wären, blieben ihm noch einige Persönlichkeitsrechte (siehe unten).

Ob das finanziell klug für ihn wäre, stünde auf einem anderen Blatt. In der Praxis wird so etwas ... wenn sich mit der Musik Geld verdienen lässt ... in der Regel nicht vorkommen. ... Solche Fälle werden meiner persönlichen Erfahrung nach, immer nur unter Musikern diskutiert, bei denen durch die Musik kein Geld fließt, aber aus persönlichen 'Spielchen' heraus, jeder versucht seine 'Rechte' zu erhalten. ... Aus welchen Gründen auch immer.

Sobald Geld in's Spiel kommt, entfällt diese Frage meistens, denn dann würdet ihr sogar (durch Live-Gigs oder Radio- bzw. TV-Einsätze) dem Urheber per GEMA- Tantiemen Geld zuspielen, ohne, dass er was tun müsste.
Also wenn ich dieser Urheber wäre, würde ich mich freuen, wenn ihr das Werk weiterhin erfolgreich 'auswertet'!

Beispiel: "Rock You Like A Hurricane", … wann es Sinn macht seinen Ex-Bandkollegen den Umgang mit seinen Werken zu verbieten und wann nicht

Beispiel:
Beispielsweise hat der ehemalige Schlagzeuger der Band 'Scorpions', Herman Rarebell, unter anderem den Text zu dem Song "Rock You Like A Hurricane" geschrieben. Er ist zwar nicht mehr in der Band, aber ich vermute mal, allein durch die Tantiemen an diesem Text macht der heute wahrscheinlich noch immer ein Jahres-Einkommen, von dem mancher hier im Forum nur träumen kann.
(Ich vermute das, weil ich einen ähnlichen Fall kenne, von einem bekannten Schlager-Text. ... Und weil 'Rock You Like A Hurricane', weltweit betrachtet, wahrscheinlich auch heute noch häufig gespielt wird.)
... Es wäre also 'schön doof' von ihm, WENN er den Text der Band entziehen würde! ... Wobei hier eventuell, aufgrund der Tatsache, dass der Song sehr bekannt ist, noch eine andere Regelung in Kraft tritt. (?) (Dazu weiß Merowinger vielleicht mehr. ?)

Wie auch immer: finanziell wäre das sehr ungeschickt von dem Ex-Schlagzeuger. Wahrscheinlich freut der sich jedes Mal, wenn er den Song im Radio oder in einer Disco hört. ... *Klingeling*!

(Alle Infos stammen übrigens von Wikipedia bzw. der Band- bzw. Personen-Webseite. Wer da / was geschrieben hat, ist also 'öffentlich bekannt'! Ich plaudere hier keine Geheimnisse aus oder so )
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... Wenn durch die Musik kein Geld, oder nur Kleingeld fließt, geht es meistens bei solchen 'Fällen' um persönliche Machtspielchen und ... zumindest nach meinen persönlichen Erfahrungen ... handelt es sich meistens um eher etwas 'peinlich anmutenden Amateur-Kram'.
(Privater Streit um 'Kleinkram', persönliche Befindlichkeiten und dergleichen.) Wie gesagt MEISTENS und ... bitte beachten: nach meiner persönlichen Erfahrung.
Dieser Fall hypothetisch betrachtete Fall könnte natürlich eine Ausnahme sein!

Zitat von bece und kann sie ihn später [nach dem ausscheiden des texters aus der band] auf cd veröffentlichen?

Kann meine Band einen Titel gegen den Willen des Texters veröffentlichen?

Hier gilt das Gleiche: Der Urheber eines Werkes hat gewisse Rechte. Einige davon sind so genannte Nutzungsrechte, also Verwertungsmöglichkeiten. Diese können übertragen und verkauft werden.
http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/BJNR012730965.html#BJNR012730965BJNG001201377

Andere Rechte sind Persönlichkeitsrechte.
http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/BJNR012730965.html#BJNR012730965BJNG000701377

Wenn KEINE Rechte (zum Beispiel per Vertrag) übertragen wurden, habt ihr natürlich auch keinen Anspruch darauf, sein Werk zu nutzen.

Aber bitte ... wie gesagt ... ob das finanziell klug wäre, ist eine andere Frage. Zudem wäre die Frage: "Warum sollte er euch die Nutzung verbieten?"
... Nur, weil er 'beleidigt' ist? ... Solche Fälle sind in der THEORIE immer häufig, ... in der Praxis findet man ... unter vernünftigen Leuten ... in der Regel eine gute Lösung für alle Beteiligten.

Hat ein Urheber nach dem Austritt aus einer Band noch Ansprüche auf Einnahmen, die durch seine Werke entstehen?

Zitat von bece
hat der texter ihn diesem fall [wenn er der veröffentlichung des textes auf cd doch zustimmt] anspruch auf irgendwelche einnahmen daraus?

Na selbstverständlich!
Er hat das 'Recht auf angemessene' Vergütung.
http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__32.html

Warum sollte er dieses Recht plötzlich nicht mehr haben?
Es ist ein von ihm erschaffenes Werk. Dafür muss er doch ... selbstverständlich ... etwas bekommen.
Das bedeutet natürlich nicht, dass er zwangsweise Prozente an euren Live-Gagen erhält, aber ZUMINDEST stehen ihm die GEMA-Tantiemen zu, WENN er sich entscheiden sollte, sich dort anzumelden.

... Und ansonsten eben alles, was 'angemessen' ist.

Diesen Link zum Urheberrechtsgesetz, wo du diese ganzen Sachen leicht nachschlagen und lesen kannst, findest du übrigens auch in meiner Linkliste "Nützliche Links für Musiker": http://www.bandologie.de/links.html

Zitat von bece
vielen dank schon mal im vorraus...

... Und was hat die GEMA damit zu tun?

grüsse bece
ps.der autor ist nicht in der gema

Die GEMA kümmert sich um Finanzfluss. Nicht um Rechte.
Siehe auch hier [[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]
und hier: [[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]
... oder in besagter Linkliste. Da gibt es auch ein Erklärungs-Video zum Thema "Zusammenhänge zwischen GVL, GEMA, Label und Verlag".

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Ab wann ist man bei einem Musikstück ein Urheber?

08.07.2009
Hallo lieber Johnny,

Danke für deine PN. Ich nehme an, du kommst über Gitarren-blog.de, über Macks(?)

Folgendes:
Zitat von johnnyeightpence
In einigen CD-Booklets sind unter dem Titel der Songs oft Namen einiger, aber nicht aller Bandmitglieder zu finden. - Was für einen Grund hat das?

Nun ja: In dem Fall sind sich dann alle einig: DIESE Bandmitglieder haben den Song "geschrieben"; und die anderen spielen """nur""" mit.

Zitat von johnnyeightpence - Was muss man zu einem Lied beitragen, damit man sich "beteiligt" nennen darf?

"Beteiligt" wäre man natürlich immer, wenn man irgendwas mit der Aufnahme oder dem Inhalt der Aufnahme zu tun hat. Ich vermute allerdings, du meinst "Beteiligt als Urheber" (also als 'Schreiber / Texter').

Im Einzelfall muss sich da jede Band einigen und alle müssen natürlich entsprechend einverstanden sein und die Frage klären: 'was bedeutet es in unserer Band einen 'Song zu schreiben'.

Die Grenzen dafür sind fließend. Man kann diesen Begriff "Song schreiben" also NICHT zu 100% klar für alle gültig definieren. Es gibt allerdings eine sehr gängige Auffassung, der die meisten Musiker zustimmen. Und zwar folgende:

Ab wann hat man einen Song geschrieben?

Beispiel:
* Nehmen wir mal an, Queen, die meines Wissens nach sehr häufig einfach als Autor "Queen" angegeben haben ... in der Band gab es ja gleich vier exzellente Schreiber: Mercury, May, Deacon, Taylor. ... Nehmen wir mal als Beispiel den Mega-Hit "Bohemian Rhapsody". http://www.youtube.com/watch?v=irp8CNj9qBI
Geschrieben von Freddie Mercury. ... Deine Frage, wenn ich die richtig verstehe, zielt darauf ab: "Was bedeutet es einen 'Song zu schreiben' ", richtig?

ÜBLICHERWEISE versteht man darunter unter Musikern, dass dieser Jemand (Songschreiber / Songwriter / Komponist) bei einem Song sowohl die Harmonien, als auch die grundlegende Rhythmik, als auch mindestens die Gesangsline und möglicherweise andere 'führende' Melodie-Linien gestaltet hat. (Musik besteht immer aus diesen drei Bestandteilen: Melodie, Harmonie und Rhythmus.)
Man könnte also in Umgangssprache sagen: Wenn diese drei Bestandteile IM WESENTLICHEN von dieser Person gestaltet wurden, dann sagt man (üblicherweise), diese Person wäre der alleinige Songwriter.
In diesem Beispiel hat Freddie Mercury folgendes geleistet: Die Klavier-Harmonien gestaltet, die Gesangsmelodie gestaltet (soweit ich weiß, auch die meisten der Backings), Text und natürlich beim Klavierspielen auch die Rhythmik, die Geschwindigkeit(en) des Stückes und einige Klavier-Melodien. ... Damit sagt man (wie gesagt: üblicherweise) ER hat "den Song geschrieben".

... Obwohl Brian May später noch ein Gitarrensolo """ergänzt""" ... dann ist "der Song" (nach gängigem Verständnis) trotzdem zu 100% von Mercury. Denn man KÖNNTE das Gitarrensolo auch raus-schneiden oder einen anderen Gitarristen spielen lassen ... ein Großteil der Zuhörer würde sagen: "DAS ist noch der gleiche Song. (Und der Song überzeugt mich im Prinzip genau so sehr wie vorher.)" Meiner Meinung nach kann man diese Aussage als sehr guten Anhaltspunkt dafür nehmen, was 'der Song' ist und wo 'das Arrangement und mögliche 'Zusätze' (wie zum Beispiel ein Gitarrensolo) beginnen.

Nun, jetzt HÄTTE natürlich John Deacon sagen können: "Freddie, alles schön und gut ... aber mein Bass-Groove ... der macht diesen Song eigentlich erst zum Hit." (Das Gleiche gilt für den Drummer oder Gitarristen, Backing-Sänger etc etc.)

Freddie Mercury war ein ziemlich cooler Kerl. Und eine solche (unter Profimusikern etwas alberne) Diskussion, hätten Queen wohl nie geführt. Aber nehmen wir mal für dieses Beispiel an, Freddie Mercury würde dagegenhalten. Dann würde er sagen:
"John, ... dein Basslauf in allen Ehren ... aber wenn die Harmonien und der Rhythmus einmal im Prinzip stehen, durch meine fertige Klavier-Stimme ... dann ist der Rahmen, welche Basstöne und welche Betonungen man dazu sinnvollerweise in Rock und Popmusik spielen kann relativ begrenzt. ... Um es mal ganz klar zu sagen: auch mit einem anderen Bassisten und einer leicht veränderten Bass-Stimme wäre dieser Song wahrscheinlich ein Mega-Hit geworden. ... Denn was HAUPTSÄCHLICH bei einem Song zählt sind:

1. Die Gesangsmelodie (und alles, was man mit-summen oder singen / sprechen kann)
2. Die Harmonien (also sozusagen der musikalische 'Rahmen', in dem die Melodie(n) sich abspielen) und
3. Der zugrundeliegende Rhythmus. Und das muss nicht unbedingt bedeuten, dass es sich um einen Schlagzeug-beat handelt, sondern ein Klavier oder eine Gitarre oder Bass oder sogar im gewissen Maßen Gesang ... eignen sich genau so gut dafür, den grundlegenden Rhythmus eines Songs festzulegen. ...

... und alles davon habe ICH am Klavier und mit Gesang und sogar noch Text schon erledigt. Unter uns, John: der Rest ist musikalischer Füllstoff. Muss da sein, für einen geilen Sound. Aber für eine KOMPOSITION ist das nicht notwendig ... und übrigens im Normalfall RELATIV leicht austauschbar."
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Gut, erneut: So ein 'leicht dämliches' und lehrermäßiges Gespräch hätten diese beiden Musiker wahrscheinlich nie geführt. Es soll nur der Verdeutlichung dienen, welche Standpunkte üblicherweise in einer Band vorkommen können. 1. Der 'Komponist', der das Ding geschrieben hat 2. der Instrumentalist, der in seiner Tätigkeit möglicherweise einen sehr entscheidenden Anteil an der Gestaltung des Stückes sieht.
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Dieses Thema: "Wer hat wann / wie / warum / wie viel an einem Song geschrieben", kann sehr umfangreich und nervig werden, WENN sich Musiker darüber streiten 'wollen'. ... Denn dann KANN man natürlich sehr schnell vom 100sten in's 1000ste kommen und man landet dann schnell bei solchen Argumenten wie: "Ja, aber ich als Schlagzeuger, ich spiele nun mal MEINEN Beat in dem Stück ... und niemand sonst hätte GENAU DIESE Idee gehabt, genau DAS auf dem Schlagzeug dazu zu spielen ..." etc etc.

Möglicherweise war das der Grund, warum Queen (alle Musiker relativ coole Typen, die wussten und verstanden hatten, dass sie am besten ZUSAMMEN am meisten Geld mit ihrer Musik verdienen können) meistens einfach "Queen" als Autor angegeben haben. (Das stand zumindest meistens im Booklet; was in den Anmeldungen bei den Verwertungsgesellschaften stand, weiß ich nicht. Auch erstmal zweitrangig.)

Bevor man einen solchen Streit in einer Band startet, sollte man sich ein paar Dinge überlegen:
1. Was ist "das Wichtigste" an dem Song? (In der Regel ist das DAS, was die Zuschauer in Erinnerung behalten, mitsingen etc. ... das, was den Song im Wesentlichen 'ausmacht'.)
2. Wer hat das gemacht? Wer hat die Entscheidungen getroffen über die grundlegende Melodie, Harmonie und den Rhythmus?
3. Wenn es mehrere Leute waren: wer hat ... in etwa ... wie viel Prozent gestaltet? (Üblicherweise teilen Profimusiker hier in relativ groben Prozentschritten. 10% Schritte sind relativ üblich, wenn man sich über Prozente einer Zusammenarbeit unterhält. Und viele Musiker, auch bekannte, sind in dem Bereich relativ großzügig und teilen häufig der Einfachheit halber 50% / 50%, oder 33% / 33% / 33% oder 25% / 25% / 25% / 25% etc. also zu gleichen Anteilen.)
4. Von wie viel Geld reden wir eigentlich voraussichtlich, realistischer Weise? ... Lohnt es sich, dafür eine Diskussion anzufangen? ... Etc.
5. Wie sieht das hauptsächliche Geschäftsmodell unsere Band momentan aus?
Ist es nicht im Jahr 2009 eher so, dass es bei den meisten Bands 'relativ' egal ist, wer wie viel geschrieben hat und das meiste Geld sowieso über Live-Gagen und Merchandising verdient wird ... (?) ... etc etc.

... Also alles in allem: die ganze Sache mal in einen realistischen Rahmen setzen. Und am besten mit real abgeschätzten Zahlen (Geldmengen) arbeiten. ... Nicht in Millionenbeträgen herum-träumen und 'bis aufs Blut' auf sein Recht pochen, wenn man eigentlich wahrscheinlich über 50 Euro redet und nicht über einen weltweiten No.1-Hit.

Und ÜBRIGENS: Laut Urheberrechtsgesetz (also PER GESETZ) ist festgelegt, dass jemand an den Einnahmen an seiner Musik "angemessen beteiligt" werden muss. ... Das bedeutet, FALLS es mal zu einem solchen Fall kommen sollte, dass ein "unerwarteter Hit" passiert, dann kann man da möglicherweise im Nachhinein noch etwas machen. ... Ist nicht die ideale Lösung, aber beruhigt ungemein, das zumindest zu wissen.

Was muss man schreiben, damit man alleiniger Besitzer eines Liedes ist, obwohl auch andere Musiker Instrumente eingespielt haben?

Zitat von johnnyeightpence - Was muss man schreiben, damit man alleiniger "Besitzer" eines Liedes ist, obwohl auch andere Musiker Instrumente eingespielt haben?

Die anderen Musiker davon überzeugen, dass sie entsprechend einverstanden sind, dass man selbst "die maßgeblichen Dinge" (siehe oben) für den Song erstellt hat.

Einige Profis machen das so: 1. Song schreiben (Harmonien, Gesang, Text) 2. Studiomusiker bezahlen (und sich dadurch die Rechte der spielenden Musiker einkaufen; die erklären sich dann üblicherweise per Vertrag einverstanden 'nur' die Instrumentenstimmen bei der Aufnahme beizusteuern und keinen Anspruch auf Mitkomposition zu haben, obwohl sie vielleicht einige Elemente mitgestaltet haben, die man als Komposition bezeichnen könnte.)

Andere Profis machen das so: 1. Song zusammen erstellen (Jam-Session oder ähnlich), 2. Aus Gründen der Einfachheit nur EINEN Komponisten als 'den' Komponisten benennen und 3. einen Vertrag innerhalb der Band machen, wer nun 'wirklich' / welche Prozent- Anteile am Song haben soll.

Wieder andere Profis machen das so: 1. Song wird im Wesentlichen von einem erstellt. 2. Der ist irgendwie etwas 'locker' drauf und sagt: "Ach kommt, Jungs. Der Song ist unser. Fertig, aus. Alle kriegen den gleichen Anteil an der gesamten Band." (Soweit ich weiß verfährt Dave Matthews häufig in dieser Form mit seiner Band; oder zumindest mit den Live-Gagen; das wurde aus dem Interview nicht ganz klar.)

Wieder andere Profis machen das so: 1. Song wird im Wesentlichen von einer Person erstellt, wobei jemand 'nur' ein paar Klavier-Harmonien und die mittelprächtig vorgetragene Gesangslinie mit Text liefert. Kein Beat, wenig Rhythmus-Ideen drin, weitere kleine Melodien und sonstige Dinge für einen 'fertigen Song' fehlen möglicherweise noch. (Also eine wesentlich unfertigere Version, als beispielsweise Mercury normalerweise abgeliefert hat.) 2. Diese Person bringt die anderen (wie und warum auch immer) dazu, ihn als Harmonie- Gesangslinien- und Text-Geber als "den Komponisten" zu akzeptieren und 3. alles andere wird dann als "Arrangement" bezeichnet und auch entsprechend geldmäßig bewertet. Möglicherweise erhält dann jemand, der die Anmutung und den Sound des Songs als Arrangeur und Produzent ganz maßgeblich gestaltet """nur""" eine gute, feste Summe als Bezahlung und keine Prozente an dem Song.
(Angenommen jemand würde regelmäßig große Hits schreiben, die hoch in die Charts gehen, dann könnte er sich ein solches 'Arrangement-Team' um ihn herum aufbauen; ... so, wie beispielsweise aktuell Dieter Bohlen und eine Handvoll anderer Komponisten).

(Und es gibt sicherlich noch 3-4 andere Herangehensweisen, das zu lösen.) Ich ahne, wie diese Frage WAHRSCHEINLICH zusammengekommen ist: Ich VERMUTE, jemand kam mit einem Gitarrenriff oder einer 'Grund-Idee' in den Proberaum und dann wurde draus im Lauf einer Jam-Session ein fertiger Song. ... Richtig?

In dem Fall würde ich persönlich so eine Regelung vorschlagen wie beispielsweise: "50% des Songs gehen an den 'Ideengeber'; die anderen 50% werden aufgeteilt zwischen den anderen Mitkomponisten". So etwas ... oder ähnlich, wäre mein Vorschlag dazu.

WENN allerdings jemand (wie beispielsweise Herbert Grönemeyer; soweit ich weiß) mit einem fertigen Demo ankommt (Drumcomputer oder Sequenzer programmiert, Basslauf etc schon fertig oder gut angedeutet, sonstiges Arrangement steht ebenfalls, eventuell fertige Streichersätze oder grundlegende Ideen dazu und natürlich dem zugrunde liegend auch die Harmonien, Gesangsmelodie / sonstige Melodien und Rhythmus ...) ... DANN würde ich sagen: absolut eindeutig. Diesen Song hat DIESE Person gemacht, die alleine ein solches Demo erstellt hat. ... Selbst, wenn der Basslauf noch ein paar Töne abgewandelt wird oder der Drummer den Groove etwas ausbaut / variiert.

Wie auch immer: Die Grenze zwischen einer "Komposition" und "Instrumentenstimmen / Arrangement / Sound-Auswahl" SIND nunmal fließend. Viele Produzenten machen ja heutzutage alles als eine Person am Computer. Dann ist es natürlich SEHR eindeutig.

... In einer Band muss man sich immer einigen (also besprechen / eventuell etwas diskutieren) welche Verteilung man vornimmt. ... Ich gebe allerdings zu bedenken: Die meisten professionellen Bands, deren Geschäftspraktiken ich kennengelernt habe, teilen das eingenommene Geld ziemlich fair auf. ... So, dass "die Band" entsprechend gut läuft und alle gern weiterhin dabei sind.

... Bemerkenswert dabei ist übrigens: Für viele ERFOLGREICHE Musiker ist das gar kein so großes Thema. ... Da 'läuft' das dann meistens schon irgendwie richtig. ... Bei vielen Bands, die nicht so richtig weiter kommen und wo viel Ärger im Spiel ist, IST das häufig ein Thema und es wird viel darum gestritten. (Das war ein Wink mit dem Zaunpfahl!)

Wie auch immer: Letztendlich müssen sich """nur""" alle beteiligten Musiker einig sein, wie die Songrechte aufgeteilt werden. ... Und bei vielen erfolgreichen Bands gelingt das auf einem entsprechend vernünftigen Weg.

Wie wird das mit dem Geld innerhalb von Bands geregelt?

Zitat von johnnyeightpence - Wie wird das mit dem Geld innerhalb von Bands geregelt?

Siehe oben.
Ich gebe zu bedenken, dass das Haupt-Geldproblem einer professionellen Band immer ist, DASS möglichst viel rein kommt.
... Wenn es um die Verteilung von 2.000 Euro pro Jahr geht, dann ist eine lange Diskussion darüber eher lästig und nahezu überflüssig.
... Die Band sollte dann lieber überlegen, wie man gemeinsam mehr Geld reinholen kann. Und dann noch mal über 'richtige' Summen reden. ... Auch dort ... wie in jedem Unternehmen, müssen die beteiligten Personen entscheiden, wer / welche 'Werte' in die Band gebracht hat und wie viel / wer dafür erhalten soll.

Ich gebe auch zu bedenken: Im Jahr 2009 gibt es möglicherweise andere Werte, die für eine Band wertvoller, oder mindestens genau so wertvoll sind, wie 'einen Song schreiben'. Man sollte also nicht unbedingt 'das Songwriting', als Maß aller Dinge betrachten; obwohl das natürlich schon EIN sehr wichtiger Bestandteil für eine Band ist.

Man KÖNNTE ja auch mal darüber sprechen: Wer kriegt / wie viel für Booking ... Soundauswahl ... Proberaumpflege ... Webseitenpflege ... Bühnenshowplanung und Ausstattung ... Erstellung des Merchandising ... Aufbauen von Verkaufs-Methoden und -Wegen ... Kontaktpflege ... Werbung ... Schreiben einer Band-Info ... Image ... Bandname ... etc etc etc.
Das sind ja AUCH alles Inhalte / Werte einer Band.

Zitat von johnnyeightpence
- Wer bekommt welche Anteile an den Einnahmen ?

Siehe oben. Die Frage ist zu allgemein, als dass man darauf eine vernünftige Antwort geben könnte ... ... Das ist so, als würdest du fragen: "Wie läuft das mit Geld in Unternehmen?" ...

Zitat von johnnyeightpence Ich weiss, das es viele Fragen sind. Ich möchte nur sicher gehen, dass meine Problematik richtig verstanden wird. Vielen Dank für die helfende Hand.

Hoffe, das hilft schon mal. Bei Nachfragen (bitte wieder in allgemeiner Form) poste gern noch mal hier.

Alles Gute und beste Grüße
Nils

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Übersicht / Liste: Die besten Tipps zur Vermarktung einer Indie-Band, heutzutage

20.07.2009 21:04:28

Hallo Chaos-Black,

im Folgenden im wahrsten Sinne des Wortes eine 'Latte' von Tipps und Inspirationsmöglichkeiten.

Kurz vorher noch zum Thema 'die momentanen Ideen von Reznor': Ich persönlich finde, er schildert hier zwar "das Beste, was man momentan machen kann" (oder noch genauer: das Beste, was NIN momentan aus ihrer Situation heraus machen können und auch entsprechend erfolgreich machen) ... aber mir persönlich fehlt da so ein gewisser Zusatz.

Und zwar, in 'ganz kurz' zusammengefasst und nur als Stichwort zu verstehen: Dass man diese Schilderung in einen gewissen Bezugsrahmen setzt und sinngemäß hinzufügt: das ist zwar 'das Beste', was offensichtlich momentan geht ... aber irgendwie ist das trotzdem (noch?) nicht 'das Gelbe vom Ei'.
Mindestens das Wort "LIVE"(!) müsste da aus meiner Sicht auch noch ganz groß geschrieben werden und als 'der' momentane Haupt-Geldbringer hervorgehoben werden ...

Zudem sollte man, ebenfalls meiner Meinung nach, mal von dieser Idee Abschied nehmen (oder sie zumindest stark erweitern oder variieren), dass das momentane Geschäftsmodell unbedingt 'Give away PLUS ein hochqualitatives, klassisches Tonträgerprodukt' sein müsste. Wie ich kürzlich äußerte (und das denke ich noch immer) ist dieses Modell eher Vergangenheit als Zukunft. Oder zumindest 'eher was für etablierte Bands, die bisher mit 'dem klassischen Modell' klar kamen und jetzt 'umschwenken'.

Bei NIN mag das funktionieren; bei vielen kleineren Bands würde ich doch sehr bezweifeln, ob diese 'Idee' genügt.

... Für Reznor und NIN mag das momentan 'das höchste der Gefühle' sein. Dabei sollte man aber, ebenfalls meiner Meinung nach, nicht vergessen, dass Reznor seine große Karriere im Jahr 1989 startete ... und dann 'ein Künstler der 90er' wurde ... Wenn auch ... ich weiß natürlich ... ein sehr, sehr genialer! ...

Will sagen: der Typ war zwar immer weit vorn und für sein Alter ist er das auch noch immer ... aber möglicherweise müssten JUNGE Bands auch mal darüber hinaus(!) denken, was der Godfather of Industrial-Rock heutzutage an Ideen zum besten gibt. ... Möglicherweise müssen NOCH MAL neue(!) Ideen her.

Stichworte / mögliche, zusätzliche Inspirationen, außer Reznor:
1. Die aktuelle Zusammenarbeit von KISS + Walmart (in meinem Bandologie Newsletter Nr. 4 http://www.bandologie.de/newsletter/bandologie_newsletter004.html; im Text erwähnt, zu Ende des ersten Themas)

2. Mein 1-stündiges Gespräch mit Carlos San Segundo:
http://www.delamar.tv/musikbusiness-bandologie-und-wie-man-seine-band-zum-erfolg-fuehrt-mit-nils-kolonko/ (hier reden wir auch unter anderem über 'die aktuellen Reznor-Ideen' beziehungsweise über 'Add ons')

3. Caracho, 'Tour Le Dispo', http://www.bandologie.de/caracho.html als modernes Guerilla- Marketing-Mittel mindestens zur Kenntnis nehmen; eventuell weiterentwickeln, variieren, noch verbessern oder mindestens 'gut kopieren'!
Siehe auch: http://www.youtube.com/watch?v=SfSEB9I2tUk
http://www.youtube.com/watch?v=pEPpzwSB2qo

4. Sämtliche, zeitgemäße Ideen und Sichtweisen, die per www.bandologie.de/rock_the_biz.html im Winter als Film rauskommen werden; ich glaube, das wird ein Brett! (Den Film gibt es dann als kostenlosen Download.) [[Der Film ist jetzt fertig! www.bandologie.de/rtb.html]]

5. Möglicherweise mal die Show- und 'Marketing'-Ideen von Joja Wendt begutachten und ihn insbesondere in seinen Live-Ansagen auf "Verkäufer-Qualitäten" und "Innovation" in seiner Show untersuchen: http://www.youtube.com/watch?v=tnw7LbY4o5E (Von dem kann man sich, wenn man 'das Besondere' und sehr coole Unterhaltungs-Ideen als Musiker sucht, auch mal ein vollständiges Konzert gönnen ... der Typ hat sehr coole Ideen ...!)

6. Nokia Comes With Music mal 6a. untersuchen 6b. eventuell weiter denken. (Bandologie Newsletter 003 => Thema 3. http://bandologie.de/newsletter/bandologie_newsletter003.html ) [[Konnte sich offenbar nicht durchsetzen; das war damals ganz neu]]

7. Mein gerne immer wieder hervorgehobener und ich glaube, für die Zukunft noch sehr wichtig werdender Hinweis aus dem Gratis-Ebook zum Thema Major Labels: http://www.bandologie.de/index.php/gratis-infos-fuer-musiker#gratis-ebook-major-labels

Zitat aus dem gerade besagten Ebook:
"(...) Sagte ich, mit einer großen Firma? ... Ja! – Oder sagte ich große Plattenfirma? ... Nein! ... Nicht unbedingt, denn ...

Folgendes:
Es gibt mal wieder gute Gründe, weshalb beispielsweise Sting sein Album „Brand New Day“ (1999) in Zusammenarbeit mit der Computerfirma Compaq herausgebracht hat. Und weshalb Paul McCarntey Vertriebs- Vereinbarungen mit dem Kaffeehaus Starbucks macht. – Die gleichen Gründe, oder sehr ähnliche, greifen, wenn Madonna ihre Tonträger-Vermarktungsrechte an einen Konzertveranstalter verkauft und es gibt noch unzählige weitere Beispiele ...

Tipp
Einer der Wege in der Zukunft – ach, was sage ich: auch in der Gegenwart – besteht darin, dass Bands direkt mit Firmen zusammenarbeiten.
Und das wird in der Regel nur möglich sein, wenn die Band bereits nennenswerte Erfolge hatte, oder einen Weg findet, die Firma mit inhaltlichen Gründen zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit zu überzeugen. Ihr könnt ja direkt einmal überlegen, mit welcher Firma ihr möglicherweise in Zukunft arbeiten könntet, welche Vorteile eure Musik der Firma bringen kann. (...)

8. ... Mal das neue Album von Enter Shikari hören zum Ohren durchföhnen und sich klar machen, in welcher Höhe heutzutage in etwa 'die Latte' in Sachen Qualität und Innovation für eine zeitgemäße, sehr erfolgreiche Newcomer-Band liegt ...
http://www.myspace.com/entershikari [[dieses Beispiel war 2009 'brandheiß'; von Jahr zu Jahr müsste man da etwas Neues suchen, was man als 'die Latte' betrachten könnte …]]

9. ... Durchatmen; sich von diesem Brett erholen ... noch mal das """alte""" Reznor- Interview im Original-Wortlaut vollständig sehen:
http://www.bandologie.de/trent.html

10. Sich mal reinziehen, was Bob Ezrin schon 2005 sagte. Meiner Meinung nach auch heute noch sehr, sehr geil und relevant: http://www.bandologie.de/bob.html
(Vielen dank an Dirk Brauner von Brauner Microphones, der mir diesen Hinweis auf diese Rede freundlicherweise höchstpersönlich schickte!)

11. ... Und dann mal NEUE, eigene Ideen entwickeln, dabei möglicherweise alte Denkweisen aus den Angeln heben oder das 'aktuelle Modell' (das es ja noch nicht so richtig gibt, meiner Meinung nach) ... weiter ausbauen. Und zwar ... bei allem Respekt vor diesem großen Mann, Reznor, den ich seit Jahren sehr bewundere und ein großer Fan bin ... aber ... mit einigen Ideen die über 'Add-ons' hinaus gehen! (Vergleiche auch Delamar.tv Gespräch ...)

... Das wäre zumindest meine momentane Sicht der Dinge und 'aktuelle, kleine Sammlung', wenn ich über das Thema "Tipps für Indie-Bands" nachdenke ...

Hoffe, das hilft jemandem! Ist ja alles in allem eine recht 'dicke' Sammlung, denke ich.

Alles Gute und beste Grüße
Nils

AC/DC-Fanartikel im Penny Markt

P.S.: Und mal in einen Penny-Markt gehen und nach "AC/DC-Fan-Artikeln", sowie "iTunes Abo-Karten" an der Kasse Ausschau halten!! ... Ich dachte ich spinne, als ich das sah! Das ist ernst gemeint! ... In kurz: Musikbranche => geht neue Vertriebswege. Möglicherweise müssen kleinere Bands, insbesondere 'Indie'-Bands auch 'neue Wege' gehen ... die vielleicht ähnlich ungewöhnlich sein müssen, wie AC/DC-Fanartikel im Penny-Markt!
(Habe ich wirklich am Wochenende in Hamburg gesehen und wäre fast aus den Latschen gekippt ...)
http://www.supermarktangebote.de/supermarktangebote/angebote_archiv/pennymarkt/pennymarkt-AC-DC-Baseballcap-29-06-2009.shtml
http://www.discountfan.de/artikel/juni-2009/penny-acdc-cds-flaggen-handtuch-3843.php
http://forum.acdc-world.de/91093244nx39/ac-dc-news-f12/ac-dc-bei-penny-t1015.html





Wie verkauft man Musik am besten über seine eigene Webseite?

11.08.2009 15:04:46
Hallo Moondream,

für diesen Zweck kenne ich keine taugliche "Musik-MP3-Verkaufs"-Software, obwohl ich schon einige Male nach so etwas gesucht habe.

Was ich in diesem Bereich gefunden habe, war ehrlich gesagt im Wesentlichen als 'Schrott' zu bezeichnen. Oder kostete zu viel Prozente an den Einnahmen, oder Jahres- / Monatsbeiträge. Oder alles davon zusammen. Kurzum: ich wollte davon bisher nichts nutzen.

Wenn jemand etwas cooles in der Richtung findet, möge er es sagen.
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Aber es gibt eine Möglichkeit, das zu lösen. Und zwar folgende:

www.bandologie.de/anleitung-paypal.html
[[„Anleitung: So verkaufst du deine Musik ohne Webshop per PayPal“]]

Der Verkauf kann beginnen! ... So verkaufe ich neuerdings übrigens mein Hörbuch (http://www.bandologie.de/hoerbuch.html) Und mein Ebook "Werbetexten für Musiker" läuft ebenfalls auf diese Weise. Zudem kannst du somit natürlich auch alles andere verkaufen: PDFs, Merchandising, beliebige "Zip"-Datenpakete (beispielsweise falls du, wie AC/DC, lieber vollständige Alben und nicht so gerne einzelne Tracks verkaufen möchtest) und so weiter. In einem Zip könnte man auch ein "All-around-Fan-Paket" mit Wallpaper etc. anbieten; falls du dafür Inspiration suchst, schau dir mal an, was Trent Reznor / nin.com da so anbieten.

Wenn du es 'richtig schick' machen willst, kannst du auch einen eigenen Button dafür erstellen. (Schau dir mal meinen an; ich habe den PayPal-Button nachgebaut; wenn du einen Mac nutzt und das Programm 'Pages' hast, kann ich dir diese Grafik als Vorlage senden. (Du kannst natürlich auch jede andere Grafik, die dir gerade passt, verwenden. ... Beispielsweise euer Album-Cover mit dem dicken Vermerk "hier kaufen", oder sonstiges.

Wenn du mir eine PN sendest (oder jemand anderes, den das interessiert), kann ich dir gerne meine entsprechenden drei HTML-Dateien / Quellcode (1. Präsentation, 2. Erfolgsmeldung, 3. Fehlermeldung) per Email oder zum Download senden. Dann kannst du einfach anstelle meines Textes deine Infos und deinen Button einsetzen; fertig.

Vorteil dieser Methode: Sehr wenig Abzüge beim Geld-Eingang; 10% oder so. Nachteil dieser Methode: Du musst eine eigene Buchhaltung führen; und die Käufer müssen einen PayPal-Account haben. (Nach meiner Erfahrung haben den allerdings durch Ebay mittlerweile sehr viele der Leute, die etwas im Internet einkaufen.)

...und natürlich musst du die Einnahmen auch ab einer gewissen Höhe versteuern; in jedem Fall allerdings musst du einen solchen Verkauf beim Finanzamt anmelden. Zu diesem Thema gibt es hier schon EINIGE Threads. Unter anderem diesen hier: Thread bei xxxxxxxxx.de: [[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Hoffe, dieser Tipp hilft dir. - Wie gesagt: Sobald jemand eine bessere Methode für Online- Musikverkäufe von der eigenen Webseite aus findet, gern Bescheid geben! [[Bis heute, 31.07.2010, konnte keine andere mir bekannte Möglichkeit mich überzeugen … und mir wurden einige MP3-'Shopysteme', meist sehr kryptisch und technisch mit Lücken, angepriesen. Bisher bin ich bei der 'PayPal-Möglichkeit' geblieben. Funktioniert super und bringt jeden Monat einen kräftigen Schwung gutes Geld zu mir. :) ]]

Alles Gute und beste Grüße
Nils

P.S.: Übrigens arbeiten Myspace angeblich gerade an einer Möglichkeit, dort demnächst direkt aus dem Myspace-Profil heraus Musik verkaufen zu können. Siehe auch hier: http://www.myspace.com/helpcenter bei "MySpace Music", Frage: "Wie kann ich meine Musik bei MySpace verkaufen?"
... Bisher gibt es dafür ein "Widget" von einem externen Anbieter ... das allerdings super-schrottig ist. Daher sei es hier nichtmal namentlich erwähnt!

P.P.S.: Zum Thema "Gewerbe anmelden" muss natürlich jeder mit seinem eigenen Finanzamt sprechen. Mein Finanzamt ist jedoch bisher so freundlich, dass sie sinngemäß sagen "naja, ... Buchautor ... der müsste zwar EIGENTLICH ein Gewerbe anmelden, ALLERDINGS steht seine freiberufliche ("geistige") Tätigkeit im Vordergrund. Und der Buchverkauf ist nur ein 'Anhängsel', nicht Mittelpunkt seiner Tätigkeit ... daher lassen wir ihn als Freiberufler durchgehen."

... Nur weil mein Finanzamt so freundlich ist, kann man das allerdings NICHT pauschalisieren. [[31.07.2010: Mittlerweile habe ich ein Gewerbe angemeldet, da ich als Buchverlag – Kolonko Books – agiere, also jetzt unter anderem mit Büchern (mit Ware) handele. Die Gewerbeanmeldung war sehr simple und in 10 Minuten erledigt. Auch das ist also kein Problem; nur nicht aufhalten lassen. :) ]]




Was macht man mit einem Angebot von einem Label, bei dem man für die Veröffentlichung und / oder Promotion Geld bezahlen soll?

11.08.2009
Hallo Phildog,

möglicherweise hilft dir dabei mein Beitrag und meine Beispiel-Rechnung zu dem Online-Label "Dooload":
Beitrag im Thread: [[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Auch interessant für dich könnten sein:
Beitrag im Thread: [[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

- - - - - - - - - -
Tendenziell würde ich als Musiker NICHT für eine Musikveröffentlichung etwas zahlen wollen (es sei denn, es gibt Gegenleistungen, die für das Geld meiner Ansicht nach wirklich angemessen sind / die ich nicht auch alleine kaufen / organsieren könnte und die mir die Firma vertraglich zusichert. (Und auch deren Erfüllung nachweisen kann.)) ... ... sondern Sinn einer Veröffentlichung als Musiker sollte eher sein, damit Geld zu verdienen.

Sobald ich Geld ausgebe, egal wo / wie und wem gegenüber, würde ich mir ... insbesondere als Musiker und in der Musikbranche ... immer vorbehalten, das Geld, oder einen Teil davon, erst zu zahlen, wenn die Leistung vollständig (und wirkungsvoll) erbracht ist.

Zudem würde ich natürlich in einem Vertrag fordern, dass die Firma eine Methode darlegt, wie bewiesen werden soll, dass die Leistung erbracht ist und so weiter.
Also mich "normal, vernünftig in Bezug auf das Verhältnis Geld-Zahlung und Gegenleistung absichern", ... wie man das auch mit jedem Geschäftspartner außerhalb der Musikbranche machen würde.

Das ist meine persönliche Meinung dazu.
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Hoffe, die Tipps oben in den Beiträgen und meine Meinung dazu helfen.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Was sind exklusive Nutzungsrechte / Non-exklusive Nutzungsrechte?

17.04.2009 20:14:10

Och, das ist ganz einfach.

Wenn man "exklusive Nutzungsrechte" vergibt (beispielsweise für den Bereich "Internet), dann ... sagt ja schon der Name ... sind die erstmal vergeben.

Wenn man die Rechte zeitlich befristet, beispielsweise auf 1 Jahr, dann sind sie für 1 Jahr weg und danach erhält man sie ... wenn das so vereinbart ist ... zurück.

Wenn man "Non-exklusive Nutzungsrechte" vergibt, kann man auf mehreren Hochzeiten tanzen ...

Also immer Vertrag genau durchlesen, was da drin steht, bei Bedarf (und nach Möglichkeit) die Regelungen entsprechend der eigenen Vorstellungen bestmöglich anpassen, unverständliche Begriffe würde ich dabei entweder kurz per Internet-Suchmaschine suchen, oder direkt mal den Lizenzpartner anrufen, um gleich mal zu checken, wie der so drauf ist, wenn er mir eine 'doofe Frage' erklären soll. ... Was man natürlich bei einem SOLCHEN, sagen wir mal "Mini-Deal" nicht überstrapazieren sollte ...!
... alles im vernünftigen Rahmen.

Beste Grüße
Nils




Wie hoch ist das Risiko und wie hoch die Chance, wenn man mit einem Digitalvertrieb, beispielsweise DooLoad, zusammenarbeitet?

17.04.2009 18:53:38
Hallo Buesing,

yo, sorry, das hatte ich nicht bedacht, weil ich gedanklich immer schon bei einer eher langfristigen Zusammenarbeit bin. (Weil nur eine solche in der Regel sinnvoll ist).

Also, im ersten Jahr, wenn man nichts zahlt UND den Vertrag nach 1 Jahr kündigen kann (wenn dabei alle Rechte zurück kommen, wovon ich ausgehe) UND die Online-Rechte in dem Jahr in keiner Weise anders genutzt werden sollen, dann kann man dabei natürlich nur gewinnen.

Und auch ansonsten ist das Risiko natürlich in absoluten Zahlen sehr moderat.
Umso mehr würde ich mich fragen, ob das überhaupt 'so wirklich' etwas bringt.

Wenn man das eh nur ein Jahr und 'so nebenbei' machen will, ... bevor man mit den Online-Nutzungsrechten in dem Jahr gar nichts macht, dann ... äh ... musst du ja laut Forum-Regeln immer noch selbst eine Entscheidung treffen und ich darf keine Beratung äußern.
Beste Grüße
Nils




DooLoad Einnahmen … Beispiel-Rechnung mit Risiken- und Chancen-Einschätzung vom Kalkulationsprofi

17.04.2009 17:39:13
Zitat von Nils_k

(...) Anteil der Band: 136 Euro Lizenzeinnahmen minus 35,88 Euro Kosten = 100,12 Euro Einnahmen pro Jahr. (Noch mal: das ist hier der Maximalfall dieses Tarifes ....... )
Anbieter Anteil: 24 Euro Lizenzeinnahmen plus 35,88 = 59,88 Euro.
(Dieses Ergebnis ist AUFGRUND der 2 Euro Preis-Differenz der Tarife errechnet; daher landet man exakt bei dem Jahres-Umsatz, der auch durch den Professional Tarif entsteht).

Jetzt Worst Case, keine Lizenzeinnahmen (keine Verkäufe):
Sind 35,88 Euro Kosten für die Band.
und 35,88 Euro Einnahmen für den Anbieter. (...)
Noch ein kleiner Nachtrag für alle, die sich dieses Angebot ebenfalls überlegen:

Die Zahlen sehen so aus:

Best Case für die Band (bei dem besagten DooLoad-Tarif, bis es sich lohnen würde zum anderen Tarif zu wechseln): 100,12 Euro Gewinn
(hierbei müssten 160 Euro Umsatz durch Musik-Verkäufe anfallen; kurzum: Band erhält im Erfolgsfall ca. 62,5%, Vertrieb erhält ca. 37,5%; wenn weniger Verkäufe als 160 Euro Umsatz, erhält der Vertrieb prozentual noch mehr, bis zu über 100% ... also minus für die Band)
Worst Case für die Band: -35,88 Euro Kosten
- - - - -
Best Case im gleichen Fall für den Anbieter: 59,88 Euro Gewinn Worst Case für den Anbieter: 35,88 Euro Gewinn

- - - - -

Unterschied (Risiko-Höhe) für die Band:
136 Euro (Differenz zwischen Best und Worst Case)
(mit dem Risiko Verlust zu machen, wenn sich nichts oder wenig verkauft)

Unterschied (Risiko-Höhe) für den Anbieter:
24 Euro (Differenz zwischen Best und Worst Case)
(ohne das Risiko Verlust zu machen und ohne große Schwankung; also relativ sichere Einnahmen, egal was passiert)

- - - - -

Das bedeutet, in einem Satz: Das Risiko liegt weiterhin bei der Band.

Die Band wird also einen hohes Interesse haben, die Musik in großer Menge zu verkaufen. Während das dem Anbieter aus kaufmännischer Sicht relativ egal sein kann. Prozentual betrachtet läuft es sogar besser für den Anbieter, wenn sich weniger verkauft.

Geschäftspartner sollten meiner Meinung nach BEIDE ein hohes Interesse an vielen Verkäufen haben. Insbesondere ein Promoter, Werbepartner, Vertrieb oder sonstiger Multiplikator. Ich persönlich würde aus diesem Grund nicht mit einem solchen " " " Vertrieb " " " arbeiten wollen.

Das bleibt aber natürlich jedem selbst überlassen.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Mir wird versprochen, dass meine Musik in über 360 Shops weltweit reinkommt! Soll ich den Vertrag eingehen?

15.04.2009 18:29:01

Hallo buesing_de,

man kann ein Label- oder Vertriebs-Angebot nicht sinnvoll danach beurteilen, in wie vielen Shops das Produkt gelistet ist, oder sogar physisch steht. In dieser Richtung kenne ich einige Fälle, die das dachten ... und denken.

Wichtig ist, was an Promotion und an 'Drumherum' passiert, und natürlich, wie interessant das Produkt für die Kunden ist. (Also im Klartext: ob die Musik überhaupt jemand kaufen will, oder ob sie ein Ladenhüter ist). Für Bands ist dabei insbesondere wichtig, dass sie an verschiedenen Orten wiederkehrende und laute Werbeveranstaltungen durchführen ... also Live-Gigs. (Und auch andere Werbemaßnahmen sind natürlich wichtig. Nur als ein Beispiel ...)

Es kann mit EINEM Shop besser für jemanden laufen als mit Tausend. Wenn die entsprechende Werbung dafür steht UND das Produkt hervorragend ist.
Irgendwo 'vorhanden' oder 'gelistet' zu sein, bringt einer Band erstmal noch gar nichts.

Zu dem Thema könnte dich auch mein neues PDF interessieren. Daraus geht hervor, wie man seine Band und seine Musik mit einer guten Ansprache (Text, Infos) besser anbieten kann. Wenn du magst, hier: http://www.bandologie.de/werbetexten.html

Ansonsten ... wie gesagt ... die Anzahl der Shops ist zwar 'nett', aber meiner Erfahrung nach nicht ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg der Sache. (Es sei denn natürlich, an jedem Shop hängt für die Band speziell einzelne Promo dran; das ist allerdings bei Online-Shops in der Regel nicht der Fall ... es sei denn man steuert solche Werbung persönlich und mit relativ viel Aufwand ... eventuell auch Geld ... ein. Das ist allerdings unter'm Strich als Privatperson meistens nicht wirklich sinnvoll ... )

Und da allein im Bereich "Rock" bei dem von dir genannten Anbieter über 1.000 Bands angemeldet sind ... http://www.dooload.de/main/html/community/bands.php?area=results&_cat_search=1&_cat_ids=1 ... von denen geschätzte 99,9% keinen nennenswerten Gewinn machen ... würde ich überlegen, ob diese Maßnahme so sinnvoll für eine Band ist. Und auch, ob jemand für 0,00 Euro im ersten und 2,99 Euro pro Monat ab dem zweiten Jahr ..., einen vernünftigen Vertriebsweg (ich meine einen, der zu nennenswertem Gewinn auf Seite der Band führt) anbieten kann.

Spannende, neue Perspektive: Finanzieller Erfolg aus der Sicht eines Musik-Digitalvertriebs (Download-Musikvertrieb / MP3-Vertrieb ...

Man versetze sich mal in die Lage eines solchen Anbieters (habe einen solchen Vertrag nur kurz überflogen). Nehmen wir an, der Anbieter würde immerhin 2,99 Euro + 15% an allen Titeln erhalten. Über diese MASSE an Bands KÖNNTE sich das rechnen, selbst, wenn dabei nur ein paar Euro pro Band im Durchschnitt rum-kommen. (Eventuell genügen sogar die Fest-Einnahmen, ohne, dass dabei nennenswerte Verkäufe entstehen) ... Sagen wir mal 2,99 Euro x 12 Monate x beispielsweise 2.000 Bands = das wären immerhin 71.760 Euro Einnahmen pro Jahr, OHNE dass dabei eine Band einen einzigen Titel verkauft.

➔ Das bedeutet, wenn "man" beispielsweise 2.000 Bands hätte, die jeweils 2,99 Euro im Monat zahlen, dann könnte man für 71.760 Euro Einnahmen pro Jahr einen netten Vertriebs-Listungs-Service anbieten (sich einen Label-Code besorgen und Kontakte zu allen möglichen Shops herstellen; dazu eine Webseite bauen) ... OHNE die Ambition, dass sich dabei auch nur ein einziger Titel verkauft! ... Es sei denn, man möchte noch mehr verdienen, als diese besagte Summe, die bei beispielsweise 2.000 Bands, die alle 'Normal-Tarif' gebucht haben reinkommen würde.

- - - - -
Die Rechnung sieht dann aus Anbieter-Sicht so aus:
(Auf Anbieter-Seite kann man ja mal spaßeshalber jedes Ergebnis mit der Anzahl der teilnehmenden Bands multiplizieren oder abschätzen! ... Auf Seite der Band bleibt es natürlich beim Ergebnis 'pro Teilnehmer').
2,99 x 12 Monate + 15% Lizenzen in zunächst unbekannter Höhe = Jahres-Umsatz pro Teilnehmer.
Ergebnis: 35,88 Euro plus unbekannte Summe.
oder (das andere, dort angebotene Modell)
4,99 x 12 Monate (dann keine Lizenzen) = 59,88 Euro pro Jahr.

59,88 pro Jahr minus 35,88 = 24 Euro = 15% Lizenzen (auf deren Seite).

Das bedeutet auch, ab 24 Euro Lizenz-Einnahmen auf DEREN Seite, lohnt es sich für den Musiker, zum Professional-Tarif zu wechseln.

Weiter, beim Normal-Tarif. Jetzt auf Seite des Musikers. Ideal-Fall (maximale Einnahmen, bis es sich lohnen würde, zum Professional Tarif zu wechseln):
24 Euro pro Jahr = 15 % DEREN Lizenz-Verdienst
Daher sind 24 Euro / 15 % = 1% = 1,60 Euro
Daher sind auch 1% x 100 = 100% = 160 Euro.
Anteil der Band: 136 Euro Lizenzeinnahmen minus 35,88 Euro Kosten = 100,12 Euro Einnahmen pro Jahr. (Noch mal: das ist hier der Maximalfall dieses Tarifes ....... )
Anbieter Anteil: 24 Euro Lizenzeinnahmen plus 35,88 = 59,88 Euro.
(Dieses Ergebnis ist AUFGRUND der 2 Euro Preis-Differenz der Tarife errechnet; daher landet man exakt bei dem Jahres-Umsatz, der auch durch den Professional Tarif entsteht).
v Jetzt Worst Case, keine Lizenzeinnahmen (keine Verkäufe):
Sind 35,88 Euro Kosten für die Band.
und 35,88 Euro Einnahmen für Dooload.
Jetzt Professional Tarif:
4,99 Euro x 12 = 59,88 Euro Kosten für die Band (oder den Musiker).
Braucht also mindestens 59,88 Euro Einnahmen, um bei 'Null' raus zu kommen.
Verglichen mit dem anderen Tarif:
Man braucht dann wieder 160 Euro Gesamt-Lizenz-Einnahmen, um auf 100,12 Euro Einnahmen zu kommen.
Denn 160 Einnahmen minus 59,88 Kosten = 100,12 Euro.

Dieses Modell ist natürlich ... theoretisch ... nach oben offen. Wenn man also MEHR als 160 Euro Lizenzeinnahmen pro Jahr damit verdienen kann, dann macht man einen RELATIV guten Gewinn und würde den Service in deinem Sinne bestmöglich nutzen.

Das ganze Modell scheint allerdings (Achtung, das ist nur aufgrund der Preise hergeleitet) auf diese 160 Euro Umsatz pro Teilnehmer im Jahr ausgerichtet zu sein.

Kurzum: irgendwelche Kaufleute schätzen offenbar, dass eine Band im Durchschnitt dort WENIGER als, oder maximal ungefähr 160 Euro Umsatz pro Jahr macht. (Sonst wären die Tarife anders berechnet).

Was natürlich nichts über mögliche(!) Einzelfälle aussagt.

Und auch nicht über die Chancen, die dort MÖGLICHERWEISE hinter stehen.

- - - - -
Auch ein kleiner Vergleich kann dabei eine Inspiration sein:
Über einen solchen Deal kann man ja mal gedanklich mit einem Vertrieb sprechen, der einer Band WIRKLICH einen großen Nutzen bringt: "Hey lieber Vertrieb, ich gebe euch 5 Euro pro Monat; dafür will ich allerdings 100% der Einnahmen haben".
Man kann in etwa ausrechnen, was dieser Vertrieb dann für die Band leisten wird. ... Wenn sie DABEI dann auch noch etwas verdienen wollen. (Punkt, Punkt, Punkt ..... )
- - - - -

Lange Hinführung, kurze Kernaussage: Ich glaube die Gründe für den Erfolg oder Misserfolg einer Band liegen sozusagen woanders ... Nicht in der Anzahl der, übrigens "bis zu ..." 360 Shops.

Beste Grüße
Nils

Ich habe bereits eine Fanbase und möchte mich als Musiker selbst vermarkten. Hast du einen guten Tipp?

P.S.: Checke mal www.topspinmedia.com ... das könnte besser für den von dir genannten Fall interessanter sein. (Bitte selbst genau überprüfen, wie das Angebot ist).

P.P.S.: Bitte etwas Vorsicht: Die Aussagen von mir sind alle abgeleitet, aus kaufmännischer Logik heraus. Das waren nur ein paar gedankliche Inspirationen dazu, ohne dass ich diese Firma 'im Detail' auseinander-genommen hätte. (Das sollte man allerdings tun, bevor man sich da anmeldet). Tipp: Man könnte ja mal ca. 10 Bands anschreiben, die auf 'Dooload' bereits eingetragen sind. Die werden ja direkt sagen können, wie viel Geld da geht ... oder auch nicht.




Welche Digitalvertriebe für Musik gibt es?

16.08.2009

Hallo Moondream,

wenn die "Bedingung" NICHT ist "(unbedingt) auf der Webseite verkaufen", dann würde ich dir ebenfalls Tunecore, Phonector, oder einen ähnlichen Anbieter empfehlen.

Weiter oben sprach ich natürlich von "Software" (zum Einbinden auf der eigenen Webseite), NICHT von (externen) "Anbietern"

Hier eine kleine Übersicht, die ich mal 'ge-researched' habe:

Thread bei xxxxxx: [[Bitte per 'strg+F' auf dieser Seite nach dem gewünschten Begriff suchen ]]

Bestes,
Nils

P.S.: Falls du eine bestehende Fanbase hast(?) würde ich dir unbedingt empfehlen, dir mal www.topspinmedia.com anzusehen und dich dort als 'Artist' zu bewerben! ... Die Software von denen soll echt cool sein. Habe sie leider noch nicht persönlich testen können, aber man 'munkelt', das sei "die" neue Vermarktungsplattform für Musiker.

... Ab 2010 angeblich auch "für alle offen" ... bisher nur auf persönliche Zustimmung des Topspin Teams ... kannst es ja mal probieren und denen mal schreiben.




03.06.2009 08:34:19

Hallo Chris,

ja, das geht. Hier das Ergebnis eines kleinen "Researchs" meinerseits, den ich vor einigen Tagen / Wochen mal gemacht habe. Demnach:

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http://www.tunecore.com/ (offenbar das größte Ding, weltweit.)

http://www.finetunes.net/

http://www.phonector.com/

http://www.7digital.com/

Motor Digital (bitte mal selbst schauen; falls deine Musik zu Motor passt)
Rockhit Records Digital (bitte mal selbst schauen; falls deine Musik zu Rockhit passt)
http://www.trackbytrack.com/

(Und demnächst auch 'offen' verfügbar. Ab dann wahrscheinlich ein EXZELLENTES Vermarktungs-Tool für Musiker; das läuft noch in der Beta-Phase und es kommen bisher nur ein paar per Hand ausgewählte Bands (in der Regel aus den USA) rein): http://www.topspinmedia.com/

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... Das waren die, die mir auf Anhieb am ehesten zusagten.
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Zum Thema Dooload, lies mal vielleicht hier:
[[Einfach hier auf dieser Seite 'Strg+F' drücken und die Seite nach 'dooload' durchsuchen]]

... Und ansonsten einfach mal per Suchmaschine suchen. Beispielsweise "music digital distribution" bringt einige Treffer ...

http://www.google.com/search?client=...UTF-8&oe=UTF-8

Auch hier im Forum wirst du unter "Labelgründung" oder "Label gründen" eine ganze Menge Treffer finden, die dich interessieren könnten. ... Da hättest du auch gleich die Gelegenheit eventuell mal mit jemandem zu schreiben, der schon ein Label hat und weiß, wie das alles funktioniert.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Video: So funktioniert das Musikgeschäft jenseits der großen Plattenfirmen heutzutage

03.09.2009

Video: So funktioniert das Musikgeschäft jenseits der großen Plattenfirmen heutzutage

Liebe Musiker bei xxxxxxxxxxxxxx.de,

im Folgenden findet ihr ein Info Video mit vielen Tipps für die erfolgreiche Selbstvermarktung als Musiker!

Der Dokumentar-Filmer Marc Weissenberger fuhr mit seinem Team in einem Wohnmobil quer durch Europa, um erfolgreiche Musiker zu interviewen und somit anderen Künstlern eine Perspektive zu bieten.

In 40 Minuten Gespräch klären Marc und ich im Video die wichtigsten Grundlagen für eine erfolgreiche Band, die im Jahr 2009 ohne Label arbeitet.

... Ein Muss für alle, die mit ihrer Band etwas erreichen wollen! Jetzt das Video ansehen:

http://www.bandologie.de/marc.html

Das Gespräch wurde aufgezeichnet am 29. August 2009.

Mehr Gratis-Infos für Musiker gibt es hier:

http://www.bandologie.de/gratis.html

Hoffe, das Gespräch hilft dem einen oder anderen von euch beim Aufbau der eigenen Band.

Alles Gute und beste Grüße
Nils




Fachfrage zur GEMA – Gesetzeslücke?

20.04.2010

Erstmal vielen Dank für eure Antworten.

@ metalandertaler: Ich vermute, dass du mich bisher wenig oder gar nicht aus diesem Forum kennst(?) ... also: Selbstverständlich habe ich parallel eine Anfrage zur GEMA gestartet ... die begrüßen mich da mittlerweile schon fast mit den Worten: "Ach, der Herr K. mal wieder ... was will er denn diesmal ganz genau wissen?"

@ metalandertaler: "In jedem Fall ist sie hochwertiger, schneller, definierter und konkreter als alles, was zu diesem Fall hier im Board zustande kommt." <= Was den "Niveau-Durchschnitt dieses Boards" angeht, sehe ich das genauso. Allerdings wurde mir gerade in den letzten Monaten mal wieder bewusst: Man kann häufig nur so gut antworten, wie gefragt wird. Ich denke, in diesem Fall war deutlich zu zeigen, dass "das Board" hier durchaus fachmännische Antworten ausspucken kann.

... Wenn jetzt noch "M-Zee" etwas sagen würde(?) ... der wüsste wahrscheinlich auch etwas darüber oder könnte den Fall wahrscheinlich zumindest sehr präzise eingrenzen.

@ WilliamBasie: "niemals auf nur eine Meinung vertrauen, schon gar nicht, wenn der "Meinungsinhaber" im Fall involviert ist." <= genau das dachte ich mir ebenfalls.

@ cx01: Cool, sehr guter Link! Ich hatte bei Wiki nicht mal nachgesehen, weil ich mir dachte, dass da zu dieser speziellen Problematik wahrscheinlich eh nichts steht ... nun: offenbar doch! ... Die Frage bei Wiki ist halt immer, ob das so auch wirklich richtig ist. Bin gespannt, ob die GEMA das in der Form bestätigt.

@ UranusEXP: Sehe ich auch so. Was bei Wiki steht macht nach meinem Verständnis absolut Sinn. Das würde allerdings auch bedeuten, dass der Unternehmer falsch mit seiner Aussage liegt! ... Denn, so steht es ja da und so schätze ich auch die """hoch motivierte""" GEMA ein, die immer gern 'pauschal' Geld 'pro Name' holt, WENN keine "Sondermitteilung des Komponisten (Musiktitelliste)" vorliegt: "Unterläßt aber der Komponist die Mitteilung, ist die „uneingeschränkte GEMA-Freiheit“ für die GEMA-Wahrnehmung irrelevant, d. h. auch bei garantiemäßigem Einstehen eines Musikverlages, des Komponisten oder sonst. Rechteinhabers wird die GEMA beim Nutzer GEMA-Gebühren erheben!" (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/GEMA-freie_Musik#Rechtslage_bei_nachtr.C3.A4glichem_GEMA-Beitritt_des_Urhebers ) ... DAS klingt für mich nach einer typischen GEMA-Regelung. ... Wie gesagt: Bin gespannt, was die GEMA dazu antwortet. Werde das, wenn es 'jugendfrei' ist hier zumindest in zusammengefasster Form posten.

Bestes
Nils




19.04.2010 13:51:58
Fachfrage zur GEMA ... Gesetzeslücke?

Liebes xxxxxxxxxx,

wer hätte das gedacht: Nach Monaten der Abwesenheit kehre ich doch noch mal zurück und habe ausnahmsweise eine Frage; ... ansonsten habe ich ja bisher häufiger hier geantwortet als gefragt ...
v Die Situation: Angenommen, ein Komponist xy möchte GEMA-freie Musik an einen Unternehmer x lizensieren. Grund der Lizensierung: Verwertung der Instrumentalmusik in einem Portal für GEMA-freie Musik (ein Vermittler für Hintergrundmusik für Werbespots, Film und Fernsehen etc.). Der Komponist ist bisher kein GEMA-Mitglied. Der Unternehmer verlangt "exklusive Rechte" an den Titeln. Der Komponist fragt nach: "Warum exklusive Rechte; das ist in diesem Bereich nicht üblich". – Der Unternehmer antwortet sinngemäß: "... Falls du im Nachhinein GEMA-Mitglied wirst, kann die GEMA bei exklusiver Bindung keine Geld-Ansprüche durchsetzen." ... Der Komponist ist erstaunt, denn das widerspricht seinem bisherigen (guten) Fachwissen über die GEMA.

Die Frage lautet (bitte genau lesen; diese Frage geht wirklich an 'die GEMA-Super-Spezies' hier): Kann die GEMA Ansprüche geltend machen, wenn ein Komponist, der zuvor kein GEMA-Mitglied war, zeitlich nach der Lizensierung wird UND(!) wenn er die Titel exklusiv(!) an den Lizenznehmer vergeben hat?

Ich persönlich würde sagen: "Ja, klar kann die GEMA das; denn es gilt: Bei GEMA-Mitgliedschaft sind die Werke des Komponisten GEMA-relevant. Egal, ob ein Lizenzpartner (exklusiv) oder mehrere Lizenzpartner (non-exklusiv) eine Vereinbarung mit dem Komponisten haben."

Aber: Stellt euch vor, der Unternehmer "x" HÄTTE dem Komponisten rein hypothetisch eine Email gesendet und würde das Gegenteil behaupten; ... angenommen, er würde von einer "Gesetzeslücke" sprechen, in diesem, speziellen Fall.

Diese theoretisch angenommene Email könnte in etwa lauten:

- - - - -
Hallo Herr Komponist,

vielen Dank für Ihre ausführlichen Anmerkungen.

Ihre Ausführungen sind grundsätzlich richtig. So führen Sie völlig richtig aus, dass die GEMA nur den Zustand "Mitglied oder nicht" kennt. Genau dies führt dazu, dass alle Werke (auch vor Beitritt veröffentlichte) eines Urhebers ab dem GEMA- Beitritt GEMA-pflichtig werden.

Es gibt allerdings eine durch den GEMA-Wahrnehmungsvertrag nicht abgedeckte gesetzliche Lücke, die jurustisch nicht anfechtbar ist: Wurden vor dem GEMA-Beitritt Rechte an Werken exklusiv an Dritte abgetreten, kann die GEMA als nachrangiger Vertragspartner nicht mehr auf diese Rechte zugreifen. d.h. die GEMA darf nicht durch einseitige Vertragsgestaltung vorvertragliche Vereinbarungen außer Kraft setzen.

Nicht exklusiv vergebene Rechte sind hiervon nicht berührt, wie die Bezeichnung schon nahelegt.

Im übrigen ist Ihr Vorschlag, den Urheber bei einem GEMA-Beitritt in Regress zu nehmen natürlich juristisch angezeigt, in der Praxis allerdings recht dünnhäutig. Wir hatten vor zwei Jahren einen Fall, bei dem ein Urheber ohne unser Wissen der GEMA beigetreten ist. Ein Kunde von uns ([[Unternehmen xy]]) hatte mehrere Werke von diesem Komponisten in Benutzung. Der Rechtsweg besagt, dass wir dem Kunden gegenüber haftbar sind (von uns zugesicherte Produkteigen- schaft "gemafrei"), und wir erst in der Durchgriffshaftung auf den Komponisten zugreifen können.

Das heißt in der Praxis: Wir hätten zunächst an [[Unternehmen xy]] eine fast siebenstellige Summe überweisen dürfen, um diese anschließend vom Komponisten zurückzufordern. Mit welchem Erfolg, dürfen Sie sich selbst ausmalen (oder haben Sie zur Sicherheit einige hunderttausend Euro auf Ihrem Konto?).

Dass unsere Mitbewerber das i.d.R. so handhaben, ist uns bekannt. Man hat bereits versucht, uns mittels Anwälten zu zwingen, unsere unbefristete Gemafrei-Garantie nicht mehr als Alleinstellungs- merkmal zu bewerben - ohne Erfolg!

Die Urheberhaftung ist eine nette Idee, in der Praxis aber unternehmerischer Selbstmord - früher oder später. Mit musikalischen Grüßen

[[Unternehmer x]]

P.S.: Es ist erfreulich, dass man einmal einen Austausch mit einem Künstler hat, der etwas von der Materie versteht - ein Umstand, den man bei den meisten Urhebern schmerzlich vermisst.....
- - - - -

=> Nun, was sagt man dazu? ... Hätte der Unternehmer Recht mit seiner Behauptung, hier läge eine Gesetzeslücke vor und die GEMA könne in diesem Fall keine Ansprüche geltend machen?

=> Hat zu einer solchen Situation jemand Fachwissen?

[[Auf diese Frage kam bisher von der GEMA keine Antwort, Stand 24.04.2010; wenn jemand eine Antwort weiß, bitte eine Email an mich senden.]]

Beste Grüße
Nils

[[Übrigens hat mir die GEMA mittlerweile geantwortet und bestätigt, dass das alles so seine Richtigkeit hat. Es liegt laut GEMA KEINE Gesetzeslücke vor.]]


"Spiegel-Artikel: Das Internet - ein Armenhaus für Musiker"

20.04.2010 zum Thema "Spiegel-Artikel: Das Internet - ein Armenhaus für Musiker"

... Habe diesen Beitrag von UranusEXP mal hier als Zitat eingefügt (er hatte einen gesonderten Thread zu dem Thema eröffnet).

Ich finde den gedanklichen Ansatz von UranusEXP ehrlich gesagt viel interessanter: "Jetzt verdient man nicht mehr an erfolgreichen Künstlern, sondern an dem Heer der Erfolglosen." ... Meinen Beobachtungen nach kann man es - zumindest bezogen auf einige, erfolgreiche Digitalvertriebe - wirklich so zusammenfassen: Der Besitzer eines Digitalvertriebs mit sehr vielen Bands, die im Durchschnitt alle sehr wenig (oder, wenn sie Monatsbeiträge zahlen, bis hin zu "gar nichts") verkaufen, kann dabei trotzdem gutes Geld verdienen. Mit einem "Heer aus Losern" ... von denen sich viele den A... aufreissen, um ein oder zwei Mal im Jahr ein geiles Album zu produzieren; Produktionskosten, Software-Kosten auf sich nehmen, Instrumenten-Unterricht etc etc. - alles für den Traum, dass "es" doch einmal klappt ... geht das.

Diese "gesammelte Power" gab es zwar auch schon "früher", aber früher war zumindest klar(er): "Ohne Plattendeal und ohne professionelles Booking hast du quasi keine Chance". - ... Heute tummeln sich allerdings um die Musikerszene herum Anbieter auf dem Markt, die Musikern erzählen: "Verkaufe deine Musik online und werde von A&Rs entdeckt" (das ist in 99,999999 Prozent der Fälle völliger Quatsch, wie jeder weiß, der die Branche genauer kennt; ... man könnte die Musik auch auf einer öffentlichen Toilette auf einem USB-Stick liegen lassen; die Wahrscheinlichkeit, dass daraufhin ein A&R-Manager einen Deal macht ist ähnlich groß), "Wir verkaufen deine Musik weltweit" (ebenfalls Quatsch, weil "Verkaufen" nun mal NICHT das Gleiche ist wie "Bereitstellen") ... und dergleichen, wird Musikern ja heute alles 'verkauft' (bei Digitalvertrieben mit monatlicher Zahlung sogar im wahrsten Sinne des Wortes).

Es wird eine Weile dauern, bis sich dieses Phänomen gelegt hat (Grüße an dieser Stelle an 95 Prozent der Digitalvertriebe, die in den letzten Jahren aus dem Boden schossen ... das wird auf lange Sicht nichts, wenn ihr im Durchschnitt 'viel Arbeit von Musikern bereitstellt und nur sehr wenig Geld dafür an die Musiker zahlen könnt') ... und ich hoffe, dass der aktuelle Spiegel-Artikel seinen Teil zu dieser Aufklärung beiträgt!

Ich bin froh, dass es endlich mal jemand in konkreten Zahlen formuliert hat, was ja eh schon auf der Hand lag.

Übrigens, @ UranusEXP: Ich nenne noch mal in konkreten Zahlen: Umsatz von Google 2009, weltweit: 23.650.563.000 Dollar (das sind über 23 Milliarden; Quelle: http://investor.google.com/documents...al_report.html, Seite 35); Umsatz der TONTRÄGER-Industrie 2008, weltweit: 27.590.656.000 Dollar (das sind über 27 Milliarden; Quelle: http://www.bandologie.de/doc_kolonko...bruar_2010.pdf, Seite 5; dazu gibt es noch einen Livemusik-Markt; auch der ist dort für den deutschen Markt vermerkt, sodass man die Größenordnungen erkennen kann).

Man kann hier also wirklich sagen: Die "großen" Plattenfirmen - die man früher mal als "Haifische" bezeichnete - ... werden zu Goldfischen; zumindest im Vergleich mit 'den richtig großen Playern', die sich momentan in den Musikmarkt einmischen; konkret: Apple, diverse Mobilfunkanbieter, Amazon, YouTube, MySpace, in den USA auch Google etc. ... Zu diesen Größenverhältnissen schrieb ich ja auch schon "Die Musikbranche: Haifischbecken oder Goldfischglas?" http://www.bandologie.de/newsletter/bandologie_newsletter004.html

Vom Haifischbecken zum Walfischbecken

... Fraglich ist für mich allerdings, ob diese richtig großen Player wirklich "Haie" sind, denn dieses Ernährungsmodell ist eher das von Walen: die ernähren sich ja auch von Plankton; also von Kleinst-Tieren und Mikro-Organismen, damit sie selbst überleben können ...

Die "Haifischbranche" ist also gerade - ... zumindest online(!) ... - in großen Teilen eine "Wal-Branche". Und ich persönlich habe das Gefühl, dass sich dieser Zustand nicht lange halten wird.

Den Live-Markt sehe ich persönlich momentan noch davon getrennt. Also, @Musiker: Gleich mal aus dem Internet ausloggen und noch ein paar Live-Gigs checken!

Beste Grüße
Nils

P.S.: Übrigens: Hier eine Rechnung von mir zu diesem Thema ("Wie viel verdient ein Musiker / wie viel verdient ein Digitalvertrieb?"), die ich vor heute fast genau einem Jahr aufgestellt habe: Dooload -> Exlusive Vermarktungsrechte?

Meine Band hat ein Angebot von einem Label erhalten ... und jetzt?

10.03.2009

Zitat von buesing_de
Moin zusammen,
Hallo Matthias,

Zitat von buesing_de
wir haben unsere zweite Scheibe jetzt fertig und diese erstmals in einem professionellen Studio recorded, Cover/Artworx etc. ist ebenfalls durch.
Nils_K: Respekt. Der Wasteland 2009-Roughmix klingt sehr gut!

Sollte man einem Label seine Verlagsrechte geben?

Zitat von buesing_de
Hier mal die Quintessenzen seines Angebotes:
- Übertragung der Verlagsrecht und des Vertriebs an sein Label

Nils_k: Bei VERLAGS-Rechten an ein LABEL kriege ich persönlich immer ein seltsames Gefühl.
Obwohl das relativ üblich ist.
Wie auch immer: Wenn euch das Label dafür sehr geil unterstützt, gebt ihnen auch Verlagsrechte (also konkret: in der Regel 40% GEMA-Geld) ab.

Behalte im einfach im Hinterkopf: Es gäbe auch die Möglichkeit, die Verlagsrechte zu 100% im Besitz der Band zu lassen. So, wie das beispielsweise die sehr erfolgreiche Band "Element Of Crime" seit Jahren macht.
Die haben einfach 'keinen' Verlag. Sie verlegen ihre Musik selbst.
Wozu sollten sie auch einen Verlag beauftragen, in diesem Bereich ... diese paar Verlags-Anfragen, also im Wesentlichen Remixe, Werbe-Einsätze und Compilation-Anfragen können die locker auch privat abwickeln.
Und die GEMA-Erklärung machen die ... laut des Buches von Tim Renner ... "an 1 bis 2 Tagen pro Jahr von zuhause aus". Hoffe, meine Erinnerung ist da korrekt. So in dem Rahmen bewegte sich das.

Im Falle von Element Of Crime Verlagsanteile abzugeben (das ist bares Geld), wäre also ungeschickt von der Band. Deswegen machen die es nicht.

Daher: WENN ihr ein anderes Label findet, dass euch genau so gut promotet aber euch dafür die Verlagsrechte lässt, wäre das meines Erachtens nach der bessere Deal. ... Wobei ihr natürlich immer den 'Gesamtdeal' betrachten müsst.

Was bedeutet es, wenn das Label eine umfassende Promotion sichert?

Zitat von buesing_de
- Er sichert und umfassende Promotion

das solltet ihr mal ganz genau klären, was das bedeutet.
Wie du ja auch schon sagtest.
Lass dir genau nennen, wie diese "umfassende Promotion" aussehen wird.
Und natürlich, ob er vielleicht Referenzen hat.

Denke daran, dass ein "1-man-Label" zwar heutzutage viel reißen kann.
Aber besser wäre ein "2- oder 3-man-Label" ... in einem Team erreicht man auch als Label immer mehr.

Zitat von buesing_de
und einen weltweiten Vertrieb über cms/sony dadc und Partner zu

Auch hier würde ich klären, was das konkret bedeutet.
Wenn ihr überall "gelistet" seid (das versprechen Vertriebe gern mal), dann bringt euch das allein gar nichts. –*Die Frage wäre also, was 'Vertrieb' für ihn genau bedeutet. Ihr werdet auch hier wieder ganz schnell beim Thema 'Promotion' ankommen.

Zitat von buesing_de
- Beteiligung von € 3,60 zzgl. MwSt. pro CD

Klingt zunächst mal super. Vielleicht IST es das auch.
Aber erstmal Promotion und Details freundlich besprechen und hinterfragen.
Wie mein Vorredner schon sagte: Lieber 10.000 CDs verkaufen, an denen ihr eine geringe Beteiligung erhaltet, als 10 CDs mit hoher Beteiligung.

Zitat von buesing_de
- Verschaffen von Gigs mit 15% Gewinnbeteiligung

Ich würde ZUMINDEST mal nachfragen, wie er alleine Promotion, Vertrieb und Booking organisieren will. Könnte sein, dass er das schafft. Wenn er ein 'Arbeitstier' ist und sonst nicht so viele Bands betreut(?). Das klingt allerdings bei einer Person nach ziemlich viel Aufwand.

Zudem solltet ihr (schriftlich) klären, was dann passiert, wenn ihr euch selbst Gigs besorgt, oder eine andere Booking-Agentur das erledigt.
Ich kenne da so einen Fall, da wollte das Label dann trotzdem Prozente haben. Was für mein Verständnis ... selbstverständlich, finde ich ... nicht OK ist.
(Ergebnis war übrigens, dass die Band bei nächster Gelegenheit das Label wechselte )

Zitat von buesing_de
Er argumentiert, dass man bei „echten“ Labels eine lächerlich geringe Umsatzbeteiligung (wenige Cent pro Scheibe) erhält und man auch ansonsten kaum supported wird.
An dieser Stelle würde ich persönlich ebenfalls erstmal etwas stutzig werden.
Aber ich bin auch sehr kritisch, muss ich zugeben ...
Die Frage wäre: "Warum muss er 'gegen' andere Labels argumentieren, wenn er selbst ein geiles Angebot liefern kann".

Zitat von buesing_de
Wie gesagt, wir konnte noch nichts hinterfragen -so spontan würde mir einige Fragen einfallen wie seine Referenzen sind, wie der Vertrieb gesichert wird etc.
Absolut richtig. Das direkte Gespräch suchen und möglichst alle Details klären.
Siehe Hinweise oben.

Übernehmen Musiklabels generell alle Kosten?

Zitat von buesing_de
Darüber hinaus noch zwei grundsätzliche Fragen: übernehmen Labels Kostenblöcke wie Studio- und Herstellungskosten generell?
Die armen Labels. Nein, tun sie natürlich nicht. Dann wären sie ja noch mehr pleite als sie ohnehin schon sind.
Um genau zu sein HABEN sie das in der Vergangenheit viel zu häufig gemacht ...

Zitat von buesing_de
Sollten wir ihm diese Geschichten zumindest teilweise mit aufbürden?
Aufbürden würde ich niemandem etwas, der in eure Band gute Arbeit rein steckt, ohne, dass er dafür Vorkasse sehen will.

Aber du solltest unbedingt einige Vergleichsangebote von anderen Labels holen!

Ruf doch einfach mal bei ein paar Labels durch, die dich und eure Band wirklich interessieren.
Keine Scheu: im METAL-Bereich kannst du mit eurem Material direkt die 'Großen' anrufen.
... Denn selbst das sind ja ... wie gesagt in der Metal-Szene ... ziemlich kleine, überschaubare Firmen. ... Ruf die einfach mal an, nimm mit denen Kontakt auf und checke einfach mal, was die so anbieten können.

Guter Tipp zur MP3-Übertragung: www.getdropbox.com

Zitat von buesing_de
Vielen Dank für jeden konstruktiven Hinweis, wir sind in der Beziehung echte Noobs…

Bitte, gerne.

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Zitat von metalaxe
nein, Labels übernehmen nicht gernerel die Kosten...in den meisten Fällen sind es Bandübernahmeverträge, Studiokosten etc werden vom Vorschuss (auf Tantiemen) gezahlt.
Dieser Vorschuss (Advance) ...

Nur um das unmissverständlich zu formulieren: Ein Label ist natürlich nicht zu einem Vorschuss verpflichtet.
Insbesondere bei einem 1-man-Label würde ich auf keinen Fall mit einer 'Forderung' nach einem Vorschuss oder so etwas herangehen.

Vorschüsse waren mal sehr üblich (als es der Musikindustrie sehr gut ging; 80er, 90er Jahre etc.), heute kommt ein Vorschuss zwar auch noch häufiger mal vor, aber wie gesagt, ist dazu ... natürlich ... niemand verpflichtet.

Zitat von metalaxe
3€ ist in der Tat sehr viel, normalerweise liegt der Künstleranteil so um und bei, meistens etwas unter, einem Euro.v

Bei ALBEN durchaus üblich, auch deutlich mehr als 1 Euro zu zahlen.
Wie auch immer, 3,60 Euro klingt erstmal sehr viel.
Wie viel Prozent sind das am Händler-Abgabe-Preis? (Was soll eure CD kosten, wenn ein Händler sie bestellt?)
Eine normale Rate liegt so bei 10-25%. Je nach Künstler und je nach Art des Deals.
Einige Labels bieten auch 50% an ... meistens, wenn es sich um sehr kleine Labels handelt.
Aber wie Metalaxe schon sagte: Die MENGE der Verkauften CDs in KOMBINATION mit der Beteiligung ist entscheidend. Eine hohe Beteiligung an 10 Verkäufen bringt euch natürlich herzlich wenig.

Zitat von metalaxe
die Kosten für Promotion, Tour etc dürfen nicht unterschätzt werden, da kommt ein "Label" mit einem 4 Stelligen Budget locker nicht aus...

Jepp, an solche Summen kommst du schnell, wenn man eine Band 'groß' vermarktet.
... Ihr solltet direkt mal klären, ob es die Möglichkeit gibt, ein gutes Video zu drehen.
Das kostet ja heutzutage nicht mehr so viel. Insbesondere im Metal-Bereich kriegst du da wahrscheinlich recht günstig etwas Gutes hin.
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Die folgenden Threads gehen auch zumindest in die Richtung.

Daher solltest du folgende Beiträge mal lesen. Es sind verwandte Themen:

[[Einfach mal diese Seite mit 'Strg+F' nach den gewünschten Begriffen durchsuchen ]]

Alles Gute und beste Grüße
Nils

P.S.: Wenn du weitere, konkrete Fragen zu der Sache hast, melde dich gerne noch mal. Ich denke, dieser Fall ist durchaus interessant für einige andere.

P.P.S.: Weiteres Stichwort, dass ihr klären solltet: "Merchandising".
Schau dir mal www.spreadshirt.de an. ... Mach dir am besten einen Zettel mit "Noch zu besprechen ..."

Bin gespannt, was dabei herauskommt. Poste am besten noch mal.




So errechnet man Musiklizenzen mit Taschenabzug:

10.03.2009

Zitat von metalaxe
bedenkt bei der Berechnung der Royalties, dass da noch oft Sachen abgehen, die nicht so leicht für Laien zu durchschauen oder zu verstehen sind (manche auch nicht für Profis)

Sekunde mal ...

Zitat von metalaxe
....Beispiel Packaging deduction (diese Sachen hatte ich bei meiner groben Angabe von meist knapp unter 1€ schon mit einbezogen).

Nils_k: Also wenn ich mich mit etwas auskenne, dann sind das Lizenz-Deals!
Habe ca. 2 Jahre lang 'Compilations' gemacht. Das bedeutet, eine Lizenz-Anfrage nach der nächsten ...

Packaging deduction, auch genannt "container deductions" oder "container charges".
Oder zu Deutsch "Taschenabzug", auch genannt "Hüllenabzug" (das sind alles Synonyme für den gleichen Begriff) läuft folgendermaßen:

Das Label, das Tonträger herstellt (z.B. Compilations; oder natürlich aktuelle Veröffentlichungen) lizensiert einen Titel und zahlt für den Titel Lizenzen.

Nun sagt das Label (sinngemäß):
"Moment mal. Für den TITEL zahlen wir gerne, beispielsweise, 25%.
Aber, lieber Lizenzgeber (Band, anderes Label), bitte denke daran, dass wir dieses Produkt auch noch HERSTELLEN müssen. Wir haben also einen Aufwand durch die Produktion der CDs.
Für diesen Aufwand möchten wir gerne wieder Prozente von den Lizenz-Prozenten ABZIEHEN."

Die Rechnung läuft dann so (Beispiel):

CD kostet 12 Euro HAP (Händler-Abgabe-Preis)
Lizenz vereinbart sind 25%.
Das bedeutet, der Lizenzgeber würde 3 Euro pro verkauftem und abgerechnetem Tonträger erhalten.
(Bei Compilations vorausgesetzt er würde alle Titel liefern. Aber das wäre jetzt ein anderes Thema.)

Jetzt kommen aber beispielsweise 10% "Taschenabzug".

25 % = 3 Euro (siehe oben).
25 % - 10 % = 2,70 Euro.

Man zieht also von der Lizenzbeteiligung noch mal etwas ab.
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(Es gibt noch einen anderen Berechnungsweg dafür, aber diesen hier finde ich am anschaulichsten.)

Übrigens: Ursprünglich, soweit ich diese Geschichte kenne, lief das mit der Begründung, dass es sich um eine besondere Verpackung handelt, die "sehr aufwändig und daher übermäßig teuer in der Herstellung" ist.

(Was wiederum in der Regel zu mehr Verkäufen führt; was dann den Lizenzgeber ... angeblich ... bevorteilen würde ... so zumindest die Argumentation.
Das ist natürlich eine, sagen wir mal 'schwierige' Argumentation, denn das Label erhält durch die Mehr-Verkäufe immerhin den größeren Anteil der Einnahmen!
Genauso gut könnte ja auch ... theoretisch ... der Musiker sagen: "Liebes Label, für diesen Titel hatte ich eine besonders aufwändige Produktion ... ich möchte daher einen HÖHEREN Lizenzsatz haben!")

Wie auch immer. Es ging also ursprünglich um "besonders aufwändige" Verpackungen.
Denn DAS ein Label irgendeinen Tonträger herstellt, wenn es eine Titel-Lizenz erwirbt liegt ja nahe.
Mittlerweile wird dieser Abzug allerdings auch bei ganz normal teuren Herstellungen ... und nach meinem Gefühl übrigens relativ wahllos ... mal abgezogen, mal nicht.

... Wie auch immer.

Meiner Meinung nach ist das großer Quatsch. Dann soll man doch lieber gleich einen niedrigeren Prozentsatz vereinbaren! Das wäre leichter durchschaubar.

Aber das würde jetzt zu der Diskussion führen: "War die Musikindustrie in den letzten 20 Jahren ein vernünftig und klug handelnder Wirtschaftszweig?" ... und diese Frage ... ... lassen wir mal lieber so im Raum stehen, finde ich.

Alles Gute und beste Grüße
Nils

P.S.: Ursprünglich ging es dabei vermutlich um diese Papier-"Taschen", in denen Vinyl-Platten eingepackt sind. Daher offenbar 'Taschen'-Abzug.

Aber wenn man dabei in Betracht zieht, in wessen "Taschen" dieses Geld fließt, dann erhält der Begriff eine völlig neue Bedeutung, finde ich ...!




Was muss ich beachten, wenn ich eine Compilation (Musik-Compilation, Musik-Sampler) veröffentlichen will?

22.05.2009

Hallo Fabix,
Zitat von Tram
Nun ist meine Frage, ob das rechtlich so ohne weiteres möglich ist. Reicht es wenn die einzelnen Bands vertraglich zusichern, eines ihrer Stücke für diesen Sampler kostenlos zur Verfügung zu stellen oder muss man bei der Sache noch etwas beachten???

Also ... in diesem REIN FIKTIVEN Fall, jemand wolle einen Sampler machen und so weiter ...

... müsste das von dir beschriebene Prozedere eigentlich genügen.

In dem Vertrag sollte im Wesentlichen vereinbart werden, wer / wie viel der Einnahmen erhält und wer welche Kosten trägt. Und natürlich wer / was organisiert.
Und wer / welche Rechte an wen abtritt.

In diesem Fall würde man üblicherweise 'non-exklusive' Rechte vergeben.
Also so, dass die Bands ihre Stücke und auch genau diese Aufnahmen natürlich noch anderweitig verwenden können. Auf ihren eigenen Alben etc.
(Man nennt das "Vergabe non-exklusiver Nutzungsrechte an einer Tonaufnahme" (und im Folgenden werden dann üblicherweise die genauen Bedingungen erklärt, unter denen die Rechte vergeben werden.)

Die Bedinungen müssen allen klar sein und natürlich muss ... wenn eine Pressung stattfindet (Tipp: www.gzcd.cz ) ... natürlich jede Band auf dem entsprechenden Formular noch mal bestätigen, dass der Komponist KEIN GEMA-Mitglied ist.
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... Bei professionellen Musik-Compilations (Musik-Samplern) läuft das ähnlich; ich habe mal in diesem Bereich gearbeitet.

Dort ist die Einigung über die zu zahlenden Lizenzen etwas komplizierter, weil dort so Dinge wie der "Taschenabzug" in's Spiel kommen ...
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... Zudem werden die Lizenzen auf den Händler-Abgabe-Preis (HAP) berechnet und durch die Anzahl der Titel geteilt.

Wenn du dazu Fragen im Detail hast, schreib mir gerne eine PN oder frag hier im Thread nach.
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... Letztendlich gibt es auch im professionellen Bereich nur ein ganz einfaches Ergebnis:
Geld-Zahlung für die Anzahl verkaufter Tonträger. (Ende.)
Das bedeutet es geht (pro Abrechnungsperiode) eine Zahlung an den Lizenzgeber des Titels raus und fertig.

Kurz zusammengefasst gibt es nur wenige Knackpunkte:
✔ 1. Wer kriegt welches Geld (und wer zahlt was)? Beteiligungen etc. abklären.
✔ 2. Wer vergibt welche Rechte? (Zeitlich befristet? Räumlich befristet? Exklusiv oder non-exklusiv? ...)
✔ 3. Was ist mit der GEMA? (...)
✔ 4. Was kriegt 'der Initiator' für seine Arbeit?
✔ 5. Wer rechnet die Lizenzen beziehungsweise Beteiligungen ab?
(Und was kriegt dieser Jemand für seinen 'Verwaltungsaufwand'?)
✔ 6. Wer besorgt Grafik, Druck-Anlieferung, Mastering und so weiter?
(Und wer zahlt das? ... Oder macht das jemand 'for free'?)
✔ 7. Was kriegt jemand, der eine CD verkauft dafür?
(Also eine Art Vertriebs-Marge.)
✔ 8. Um es komplett zu machen: Wie wird die Compilation vermarktet und beworben? Genügt ein Point of Sale-Marketing, oder muss da mehr her?
(Das wäre mindestens ein Kapitel für sich ... wollte es nur der Vollständigkeit halber erwähnen ... )

Und dann ➔ ab dafür!

Das müsste funktionieren. Haben wir zumindest im Compilation-Marketing immer so gemacht. Und das lief gut. $$$

Gutes Gelingen und beste Grüße
Nils




Ende dieses "Best Of Nils_k" – es handelte sich um unsortierte Foren-Beiträge von mir. Diese Seite dient im Wesentlichen als 'Landing Page' um dich auf das für Musiker und Musikmanager interessante Angebot von www.bandologie.de aufmerksam zu machen.

Diese Seite gehört zum Angebot von Bandologie.de. Mehr Infos für Musiker findest du hier: www.Bandologie.de

Alles Gute und beste Grüße,

Sign Nils
Berlin, 31. Juli 2010